Sozialstaat
"Zionismus gleich Rassimus" – Antizionismus ist also gleich Antirassismus?
Tagesseminar zum Sozialstaat
Staatsverschuldung und Fall Griechenland
Antisemitismus in der bürgerlichen Gesellschaft
Klima- und Energiepolitik
Wenn rechts gleich links ist: Extremismus
Konsumkritik in Bremen
Konsumkritik
We don't want a piece of cake – we want the whole fucking bakery!
Bremen, 6.-7.03.2010 - Seminar: Fickt das System?!
Aschaffenburg, 27.02.2010 - Tagesseminar: Krieg den Hütten, Paläste für alle!
Berlin, 19.-21.02.2010 - Seminar: Stand up for your rights?
Hannover, 5.-7.02.2010 - Seminar: Finanzkapital und Finanzkrise
Bremen, 22.-24.01.10 - Seminar: Von Menschen und Tieren.
Berlin, 16.1.10 - Tagesseminar: Kritik linker Kapitalismuskritik
Hannover, 12.12.09 - Tagesseminar: Antisemitismus in der bürgerlichen Gesellschaft
Mainz, 10.12.09 - Vortrag: Hauptsache gesund! Behinderung und chronische Krankheit als Super-GAU des bürgerlichen Individuums
Berlin, 9.12.09 - Vortrag: Bedingungsloses Grundeinkommen - bedarfsdeckend? emanzipatorisch? systemüberwindend?
Hannover, 5.12.09 - Workshop: Der Realsozialismus - am Machbarkeitswahn gescheitert?
Hannover, 2.12.09 - Vortrag: Klima, Krise, Kopenhagen - Warum beim Klimagipfel nicht das Klima gerettet wird
Berlin, 28.11.09 - Tagesseminar: Was ist was? Falsche Freiheit – richtige Freiheit
Berlin, 31.10.09 - Workshop: „Die Verteidigung der Heimat ist das höchste Gut des Lebens“ – Der real existierende Nationalismus
Berlin, 31.10.09 - Workshop: Der historische Materialismus – eine antirevolutionäre Revolutionstheorie
Berlin, 31.10.09 - Workshop: Die schlechte Kapitalismuskritik der Realsozialist_innen
Berlin, 30.10.09 - Workshop: Das Recht
Berlin, 14.10.09 - Workshop: Du musst nicht mehr in die Schule gehen!
Berlin, 2.10.09 - Veranstaltung: Was ist Nationalismus?
Hannover, 29.08.09 - Seminar: Die Gewalt der Ordnung
Salzburger Land, 26.08.09 - Workshop: „Du musst nicht mehr in die Schule gehen“ – Kritik der Schule im Kapitalismus
Salzburger Land, 24.08.09 - Workshop: I like my blue jeans, why don't you? – Feindbild No. 1: USA
Neustrelitz, 11.08.09 - Workshop: Zum Antisemitismus und seiner Aktualität in der bürgerlichen Gesellschaft
Neustrelitz, 10.08.09 - Workshop: Die schlechte Kapitalismuskritik der Realsozialisten
Oberhausen, 7.08.09 - Workshop: Zur Auseinandersetzung mit dem linken politischen Veganismus
Niedersachsen, 26.07.-2.08.09 - Sommercamp: Statt "60 Jahre BRD" feiern: Ferien von Deutschland machen
Hamburg, 24.07.09 - Workshop: Zur Auseinandersetzung mit dem linken politischen Veganismus
Hannover, 3.-5.07.09 - Seminar: We don't want a piece of cake – we want the whole fucking bakery!
Hannover, 29.06.09 - Vortrag: Vom Antisemitismus und seiner Aktualität in der bürgerlichen Gesellschaft
Berlin, 19.-21.06.09 - Seminar: Wenn Du denkst Du denkst, dann denkst Du nur du denkst...
Berlin, 12.-14.06.09 - Seminar: Zur Auseinandersetzung mit dem linken politischen Veganismus
Hannover, 8.06.09 - Veranstaltung: Hirnforschung als Herrschaftsmythos
Köln, 6.06.09 - Tagesseminar: Finanzkrise 2008ff. – noch Fragen?
Köln, 5.06.09 - Diskussion: Finanzkrise 2008ff. – noch Fragen?
Köln, 02.06.09 - Abendveranstaltung: We don't want a piece of cake - we want the whole fucking bakery!
Bremen, 25.04.09 - Tagesseminar: Hirnforschung als Herrschaftsmythos
Berlin, 20.04.09 - Podiumsdiskussion über das "pro reli"-Bürgerbegehren
Bremen, 20-22.02.09 - Seminar: Marxismus-Leninismus an der Macht
Berlin, 30.01-01.02.09 - Seminar: Chinas langer Marsch zur Weltmacht
Hannover, 22.01.09 - Veranstaltung: Rechtsextremismus in Russland
Hannover, 19.01.09 - Veranstaltung: Hauptsache gesund! Krankheit, Behinderung als Super-GAU des bürgerlichen Individuums
Wolfsburg, 16.-18.01.09 - Seminar zum politischen Veganismus
Berlin, 4.12.08 - Veranstaltung: Hauptsache gesund! Krankheit, Behinderung als Super-GAU des bürgerlichen Individuums
Berlin, 28.-30.11.08 - Seminar: Autonome Klassenbewegung, Räteherrschaft, Selbstverwaltung – Die heilige Dreifaltigkeit des Rätekommunismus und was an ihr zu kritisieren ist
Hannover, 17.11.08 - Vortrag: Kredit und Börse
Hannover, 7.-9.11.08 - Seminar: Von der Biologie zur Ideologie
Bremen, 10.10.08 - Veranstaltung: Hauptsache gesund! Krankheit, Behinderung als Super-GAU des bürgerlichen Individuums
Berlin, 4.10.08 - Diskussionsveranstaltung: Warum Deutschland so viele Freund/-innen hat
Sulzbach-Rosenberg, 27.09.08 - Tagesseminar: Die sexuelle Revolution der 68er, ihre Folgen und ihre Kritiker
Hannover, 24.-31.7.08 - Sommercamp 2008 - Ferien von Deutschland machen....
Hannover, 4.-6.07.08 - Seminar: Sex (auch wenn das komisch klingt)
Bremen, 2.07.08 - Veranstaltung: Die Gewalt der Ordnung
Hannover, 7.07.08 - Veranstaltung: Vom Gesundheitsterror und seinen Drogenfeindbildern
Berlin, 21.06.2008 - Tagesseminar: Mythos Finanzkapital
Berlin, 18.06.08 - Veranstaltung zur Europameisterschaft des Nationalismus
Wolfsburg, 13.-15.06.08 - Seminar: Fuck you, I won´t do what you tell me
Berlin, 31.05.08 - Tagesseminar: Die Gewalt der Ordnung
Bremen, 22.05.08 - Vortrag: Mythos Finanzkapital
Berlin, 16.-18.05.08 - Seminar: Kritik des Kapitalismus
Berlin, 12.04.08 - Tagesseminar: Faschismus Analyse. Bewegung - Ideologie - Gesellschaft
Hannover, 27.02.08 - Veranstaltung: Die Gewalt der Ordnung
Berlin, 19.02.08 - Veranstaltung: Warum die Kritiken an Stasi 2.0 ins Leere laufen
Berlin, 15.-16.02.08 - Seminar zur Kritik der Schule
Hannover, 8.-10.02.08 - Seminar: Mythos Finanzkapital
Berlin, 18.-20.1.08 - Seminar: Der Rechtsstaat - die Faust aus dem Westen
Berlin (F-hain), 15.01.2008 - Veranstaltung: Warum die Kritiken an Stasi 2.0 ins Leere laufen
Leipzig, 10.01.2008 – Diskussionsveranstaltung zu den Rechtsstaatsreformen in Deutschland
Hannover, 14.-16.12.08 - Seminar: Die Gewalt der Ordnung
Hannover, 03.12.07 - Veranstaltung: Schwer mit dem schönen Leben
Berlin, 30.11.07-02.12.07 - Seminar: Übers Ja sagen zu diesem Land
Hannover, 16.-18.11.07 - Seminar: Über Armut und Reichtum
Marburg, 14.11.07 - Veranstaltung: Konsumterror
Berlin, 13.11.07 - Veranstaltung: Spenden gegen Armut?
Oberhausen, 2.8.07 - Seminar: Kritik von Hirnforschung und Konstruktivismus
Göttingen, 13.-15.07.07 - Seminar: Bild Dir keine Meinung!
Köln, 13.-15.07.07 - Seminar: Hirnforschung und Konstruktivismus
Berlin, 29.6.-1.7.07 - Seminar: Disintegration!
Berlin, 15.-17.6.07 - Seminar: Der Reichtum, der die Armut schafft
Hannover, 8.-10.6.07 - Seminar: Open-Source
Wolfsburg, 1.-3.6.07 - Seminar: Hirnforschung und Konstruktivismus
Leipzig, 04.4.07 - Veranstaltung: Schwer mit dem schönen Leben
Hannover, 16.-18.2.07 - Seminar: Hirnforschung und Konstruktivismus
Berlin, 13.2.07 - Veranstaltung: Schwer mit dem schönen Leben
Bremen, 9.-11.2.07 - Seminar: Kritik des Neoliberalismus
Berlin, 26.-28.1.07: Karl Marx' Kritik gesellschaftlicher Herrschaft
Hannover, 15.-17.12.06 - Seminar: Kann denn Liebe Sünde sein?
Marburg, 9.-10.12.06 - Seminar: Love Parade in Schwarz-Rot-Geil
Berlin, 1.-3.12.06 - Seminar: Marxismus-Leninismus an der Macht
Berlin, 3.-5.11.06 - Seminar: Der Reichtum, der die Armut schafft
Berlin, 6.-8.10.06 - Seminar: Liebe, Sex und Lohnarbeit
Hannover, 14.-16.6.06 - Seminar: Der Geist der Verfassung und das Gespenst des Kommunismus
Göttingen, 2.-4.6.06 - Seminar: Festival des Nationalismus
Berlin, 26.-28.5.06 - Seminar: Der Sozialstaat und seine linksparteilichen FreundInnen
Recklinghausen, 20.5.06 - Tagesseminar: Don´t wanna be a european idiot
Hannover, 12.-14.5.06 - Seminar: Kapitalismuskritik
Leipzig, 21.-22.4.06 - Veranstaltung & Tagesseminar: Warum keine/r Deutschland ist
Recklinghausen, 15.4.06 - Tagesseminar: Grundlagen der Kapitalismuskritik
Recklinghausen, 18.3.06 - Tagesseminar gegen Rassismus
Ulm, 3.-4.3.06 - Veranstaltung/Seminar: Leben in Herrschaft 2006
Hannover, 10.-12.2.06 - Seminar: Zur Philosophie des Rechts
Göttingen, 27.-29.1.06 - Seminar: Religion und Religionskritik
Berlin, 16.1.06 - Vortrag: Grundlagen der Kapitalismuskritik
Augsburg, 14.-15.1.06 - Seminar: Antiamerikanismus
Hannover, 16.-18.12.05 - Seminar: Warum bleiben die Anderen immer anders?
Berlin, 2.-4.12.05 - Seminar: Postmoderne und Politik
Berlin, 29.11.05 - Veranstaltung: Kommentar zu Staat und Nation
Hannover, 25.-27.11.05 - Seminar: Demokratie und Demokratieideale
Berlin, 11.-13.11.05 - Seminar: Zur Einführung in die Kapitalismuskritik
Potsdam, 2.10.05 - Veranstaltung: Standort D, Standort D über alles
Leipzig, 8.9.05 - Veranstaltung: Neuwahlen...
Berlin, 30.8.05 - Veranstaltung: Was Du auch wählst, es kommt Armut heraus
Augsburg, 23.-24.7.05 - Seminar: Kritik der Schule
Hannover, 15.-17.7.05 - Seminar: Alltag und Freizeit im Kapitalismus
Berlin, 5.7.05 - Veranstaltung: Die Demokratie und ihre Idealisten
Hannover, 1.-3.7.05 - Seminar: Bestimmen die Gene unser Handeln?
Berlin, 24.-26.6.05 - Seminar: Zur Kritik des Anarchismus
Berlin, 9.6.05 - Veranstaltung: Münteferings Kapitalismuskritik
Berlin, 3.-5.6.05 - Seminar: Vom Arbeitshaus zum 1-Euro-Job
Hannover, 20.-22.5.05 - Seminar: Postmoderne und Politik
Leipzig, 22.4.05 - Veranstaltung: Demokratie & Demokratieidealismus
Lippstadt/Westfalen, 12.3.05 - Tagesseminar: Was ist Nationalismus?
Hannover, 25.-27.02.05 - Seminar: Mit Allah gegen Weltmacht und Weltmarkt?
Luckenwalde, 15.2.05: Vortrag über Nationalismus in der Protestbewegung gegen Hartz IV
Berlin, 14.-16.1.05 - Seminar: "Aufstand der Zeichen?" - Postmoderne und Politik
Berlin, 13.1.05 - Vortrag : Deutschland macht mobil im Kampf gegen den Terror
Eisenach, 10.-12.12.04 - Seminar: Test for the West
Berlin, 26.-28.11.04 - Seminar: "Jede Menge Macht" - Hardt/Negri: Empire
Hannover, 19.-21.11.04 - Seminar: Arbeit im 21. Jahrhundert - Lohnarbeit
Hannover, 5.-7.11.04 - Seminar: Die Radikale Linke in den Neunzigern
Berlin, 25.9.04 - Vortrag: Konsumkritik - Anti-Amerikanismus - Europäische Kulturnation
Hannover, 25.-27.6.04 - Seminar: "Daran sind die Gene schuld" - Biologismus
Bad Sulza, 18.-20.6.04 - Seminar: Deutschland stirbt aus
Berlin, 28.-30.5.04 - Seminar: Einführung in die Kapitalismuskritik
Bad Sulza, 14.-16.5.04 - Seminar: Rohstoff Geist - Ressource Wissen
Hannover, 19.-21.12.03 - Seminar: Kritik der "Friedensmacht" EU und der konformistischen Revolte gegen Amerika
Bad Sulza, 12.-14.12.03 - Seminar: Hartz aber herzlich
Bad Sulza, 28.-30.11.03 - Seminar: "Produktiver Arbeiter zu sein ist kein Glück, sondern ein Pech"
Hannover, 14.-16.11.03 - Seminar: Mach dein Kreuz!
Bad Sulza, 31.10.-2.11.03 - Seminar: Die radikale Linke in den Neunzigern
Berlin, 4.-6.7.03 - Seminar: Gründe der Herrschaft
Hannover, 16.-18.5.03 - Seminar: Staat schlägt sich ... Staat verträgt sich
Jagd auf Roter Oktober
Staat schlägt sich, Staat verträgt sich
Antisemitismus - der Sinn des Wahnsinns
Schule bleibt gemein!
Marx ist tot - Na und?
Regiertwerden 2002
Berlin, 7.12.02 - Konferenz: Liegeplätze statt Standorte
Marx ist tot. Na und?
Hannover, 4.5.01 - Seminar: Wie rassistisch darf Deutschland sein?
Heidelberg, 25.1.01 - Vortrag: Kriege, Krisen und Kredite - IWF, WTO und Weltbank
Bremen, 6.12.00 - Vortrag: Israel und Palästina
Stuttgart, 19-21.06.98 - Seminar: Einführung in die Kritische Theorie
Sozialstaat
Tagesseminar am 10. Juli 2010 in Berlin
"Zionismus gleich Rassimus" – Antizionismus ist also gleich Antirassismus?
Tagesseminar am 26. Juni 2010 in Hannover
Gegen Juden richte sich ihre Kritik an Israel nicht, betonen Antizionisten. Es sei einfach ein Staat, der militant und mächtig gegen seine Gegner vorgehe, rassistisch mit allen nicht-Juden verfahre und obendrein noch beste Beziehungen zum Imperialisten USA unterhalte. Und so richtig passe das kolonialistische und künstliche Gebilde auch nicht in die arabische Umgebung im Vorderorient.
Mit dieser Ansicht fühlen sich Antizionisten ganz schön im Recht. Diese Kritiken an Israel offenbaren eine beachtliche Ignoranz gegenüber den Fakten: Israel kommt in der Tat nicht ohne Rassismus aus, aber das unterscheidet diesen Staat nicht von seinen westlichen Partnern. Die Kriege, die es führt, waren auch nur „durchschnittlich martialisch“ und es bemüht sich ebenso wie seine arabischen Nachbarn um eine ordentliche Stellung in der Staatenkonkurrenz. Wenn es eine Besonderheit gibt, dann die, dass seine jüdischen Bewohner wie überall auf der Welt einer besonderen rassistischen Verfolgung ausgesetzt sind: der des
Antisemitismus. Wie dieser Antisemitismus wiederum bei Antizionisten auftaucht und warum für Linke überhaupt ein ganz bestimmtes Land am Mittelmeer so hoch auf der Agenda steht, dazu mehr auf diesem Seminar.
Tagesseminar zum Sozialstaat
Tagesseminar am 19. Juni 2010 in Bremen
Staatsverschuldung und Fall Griechenland
Wochenendseminar am 12./13. Juni 2010 in Berlin
Antisemitismus in der bürgerlichen Gesellschaft
Tagesseminar am 5. Juni 2010 in Berlin
Berlin, 19.-21.02.2010 - Seminar: Stand up for your rights?
Wochenendseminar in Berlin zum Rechtstaat vom 19.-21. Februar 2010
Freiheit, Gleichheit, Eigentum und sogar Leben! Lauter schöne Dinge, die einem der Rechtsstaat mit den Menschenrechten gewährt. Die Staatsorgane sind an Regeln gebunden und im Knast wird (üblicherweise) nicht gefoltert. Noch netter: jede darf wohnen, wo sie will (wenn sie die Miete zahlt), beruflich treiben, was ihr so liegt (so sie einen Job kriegt) und verreisen, so oft wie gewünscht. Und wenn es hier oder da mal nicht so läuft, sind alle frei genug, eine (ruhig abfällige) Meinung darüber zu äußern.
Also eine feine Sache? Ist an (Menschen-) Rechten nur zu kritisieren, dass es einigen an den materiellen Mitteln fehlt, mit ihnen etwas anfangen zu können? Sind Rechte nicht ein Schutz vor den allerhärtesten Auswirkungen der Ökonomie?
Wir meinen, das ist nicht so: Rechte mögen zwar Schutz gewähren – aber sie verursachen auch erst die Notwendigkeit desselben. Warum Verhältnisse, in denen sich Menschen als Rechtssubjekte aufeinander beziehen, Konflikte hervorbringen, die es nötig machen, diese mit
Recht und Gewalt zu betreuen, wollen wir mit euch diskutieren.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Das Geld wird auf dem Seminar eingesammelt. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Hannover, 5.-7.02.2010 - Seminar: Finanzkapital und Finanzkrise
Wochenendseminar vom 5.-7. Februar 2010 bei Hannover
Autos von aktuell Berlin und Essen werden organisiert!
Die Wirtschaft befindet sich weltweit in der schwersten Krise seit 1929. Begonnen hat sie damit, dass bestimmte Arten von Wertpapieren („asset backed securities“ und „collateralized debt obligations“) keine Käufer mehr fanden und darüber ihren Wert verloren. Inzwischen
hat die Krise die gesamte Wirtschaft ergriffen. Die Industrieproduktion wird dieses Jahr so stark sinken wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik.
Als Erklärung werden vor allem Schuldfragen gewälzt. Gierige Manager auf der Jagd nach kurzfristigem Profit sollen unverantwortliche Risiken eingegangen sein. Wegen ihrer Gier nach dem schnellen Geld seien die Banken ihrer angeblichen Aufgabe, der Kreditversorgung der „Realwirtschaft“, nicht mehr nachgekommen. Überhaupt hätten die Wertpapiere gar keinen echten Reichtum repräsentiert, sondern nur eine Spekulationsblase.
Auf dem Seminar wollen wir folgende Fragen mit euch diskutieren: Gibt es die behaupteten Unterschiede zwischen Finanzkapital und Realwirtschaft? Ist die Kreditversorgung der produzierenden Wirtschaft wirklich der eigentliche Zweck des Bankwesens? Wie
entstehen an den Wertpapierbörsen eigentlich in wenigen Jahren Vermögen, bei denen man nicht mehr weiß, wie viele Nullen vor dem Komma stehen? Und was ist mit diesen Vermögen in der Krise passiert? Hat die Regierung Milliarden für die Bankenrettung, aber kein Geld für die Arbeitslosen?
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Das Geld wird auf dem Seminar eingesammelt. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Bremen, 22.-24.01.10 - Seminar: Von Menschen und Tieren.
Wochenendseminar in Bremen zur Auseinandersetzung mit dem linken politischen Veganismus vom 22.-24. Januar 2010
Die Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung tritt in letzter Zeit mit neuen Argumentationen an die Öffentlichkeit. Während einige nach wie vor für Grundrechte für Tiere werben, versuchen sich andere an einer Dekonstruktion der Unterscheidung von Mensch und Tier und dritte sehen die Tierbefreiung im Zusammenhang mit der Gesellschaftskritik von Marx und Kritischer Theorie. Diese drei Hauptströmungen sollen vorgestellt und diskutiert werden, ebenso jeweils unsere Kritik daran.
Die Bewegung diagnostiziert, in der Gesellschaft herrsche „Speziesismus“. Das soll ausdrücken, dass die „Unterdrückung der nichtmenschlichen Tiere“ ähnlich wie Kapitalismus, Rassismus und Sexismus verstanden werden müsse. Auch an dieser Analyse gesellschaftlicher Herrschaft haben wir Kritik, die wir begründen und (gern auch kontrovers) diskutieren möchten.
Wir wollen auch herausarbeiten, an welchen Stellen diese Theorien umschlagen in eine Zustimmung zu den Prinzipien der herrschenden Verhältnisse, die den Lebensunterhalt von Menschen systematisch von ihrem individuellen Erfolg in der ökonomischen Konkurrenz abhängig machen. Dabei soll nicht vergessen werden, dass die rücksichtslose Nutzung und Zurichtung all dessen, was zur Natur gezählt wird, eine weitere Konsequenz derselben Verhältnisse ist.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Das Geld wird auf dem Seminar eingesammelt. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 16.1.10 - Tagesseminar: Kritik linker Kapitalismuskritik
Tagesseminar am 16. Januar 2010 in Berlin
Die Linke hat am Kapitalismus einiges auszusetzen. An Wert, Arbeit, Klasse, Kapital und Krise u.a. haben alle etwas anderes zu kritisieren – und nicht unbedingt etwas Vernünftiges.
Einige verdammen den Wert, wollen aber nichts wissen von Konkurrenz und Klassen. Andere hypen den Klassenkampf und interessieren sich nicht für das meist zutiefst ideologische Bewusstsein der Arbeiter. Wieder andere setzen ganz auf's Bewusstsein der Leute und kritisieren angeblich falsche Bedürfnisse, niederträchtige Konsumtion und die Gier der Kapitalisten. Die nächsten behaupten, der Staat würde von eben jenen Kapitalisten regiert – ganz so, als wäre die Politik Opfer des Kapitals.
Wir wollen uns diese und andere Theorien anschauen und daran diskutieren, wie Kapitalismus vernünftig zu kritisieren ist.
Hannover, 12.12.09 - Tagesseminar: Antisemitismus in der bürgerlichen Gesellschaft
Tagesseminar am 12. Dezember 2009 in Hannover
Offen antisemitische Parolen sind auf jüdischen Friedhöfen, an Gemeindezentren und zuhauf in diversen Internet-Foren zu finden; zuweilen gibt es auch tätliche Angriffe auf Juden. Die meisten Leute aber, die als Nachbarn lieber alle außer Juden hätten, greifen selten zum Messer – und machen doch dieselben theoretischen Fehler wie ihre tatkräftigen Gesinnungsgenossen: Geld regiere die Welt und wer das in den Händen hält, das dürfe man ja schon gar nicht mehr laut sagen. Es sei dieselbe Lobby, die auch viel zu viel politische Macht an sich gerissen habe.
Dass diese Ansicht nichts mit Juden zu tun hat, ist eine Sache. Sie taucht nichtsdestotrotz im Bewusstsein von massenhaft Menschen als Selbstverständlichkeit auf – als brutaler und brutal falscher Einfall, sich die Welt zu erklären. Was diese Erklärung mit den kapitalistischen Verhältnissen und dem dazu gehörigen Bewusstsein zu tun hat, wollen wir mit euch diskutieren. Dabei soll es darum gehen, was Nation und vor allem was der durchschnittliche Nationalist von nebenan genauso wie die aufgeklärte linksliberale Verfassungspatriotin mit Antisemitismus zu tun haben.
Mainz, 10.12.09 - Vortrag: Hauptsache gesund! Behinderung und chronische Krankheit als Super-GAU des bürgerlichen Individuums
Vortrag und Diskussion von jimmy boyle berlin am Donnerstag, 10.12.2009, 19 Uhr im DGB-Haus Mainz, Kaiserstr. 26-28
Auf Einladung der jungdemokrat_innen/junge linke - rheinland-pfalz
„Behindert“ ist in vielen Kreisen ein Schimpfwort, obwohl die wenigsten, die es benutzen, sich aktiv gegen Menschen mit Behinderungen einsetzen. Selbst ohne aktiven Einsatz: Hinter der verbreiten Benutzung dieses Wort verbirgt sich Gesellschaftliches: Die AngSt der Leute, selbst behindert oder krank zu werden und die Abneigung gegen jene, die es sind. Eine Behinderung zu haben, heißt, den gesellschaftlichen Normen nicht zu genügen. Eine Behinderung zu haben heißt eventuell auch, von Anderen abhängig zu sein, entweder körperlich oder intellektuell. Während diese Unselbstständigkeit bei Kindern kein Problem ist, fallen abhängige Behinderte in der aktuellen gesellschaftlichen Logik der Allgemeinheit zur Last. Sie tragen nichts zum Bruttosozialprodukt bei und passen so nicht in eine Gesellschaft, in der Menschen arbeiten gehen müssen, um leben zu können.
Behindert zu sein heißt, unabhängig davon, wie diese Behinderung individuell aussieht, von einem normalen Alltagsleben größtenteils ausgeschlossen zu sein. Und das nicht nur wegen physische Barrieren wie Treppen. Die Mehrzahl der Menschen mit Behinderungen werden auf spezielle Schulen geschickt und landen nach der Ausbildung wieder bei ihren Verwandten, im Heim oder der Behindertenwerkstatt. Sie werden systematisch aussortiert.
Behinderung ist nichts Natürliches, sondern ensteht durch gesellschaftliche Ausgrenzung und Normierung. Ein Brillenträger ist zwar auch eingeschränkt, gilt deswegen aber nicht als behindert. Eine Blinde kann zwar nichts sehen, behindert wird sie aber erst durch fehlende Blindenleitsysteme und ein mangelhaftes Literaturangebot.
Der gesellschaftliche Umgang mit und die gesellschaftliche Herstellung von Behinderung sind das Thema des Abends. Referieren wird ein Mitglied von Jimmy Boyle Berlin.
Berlin, 9.12.09 - Vortrag: Bedingungsloses Grundeinkommen - bedarfsdeckend? emanzipatorisch? systemüberwindend?
Info- und Diskussionsveranstaltung der Gruppe Unikraut - Mi 09.12.09 18:00 Uhr // Cafe TelQuel imTelefunken Hochhaus // Ernst Reuter Pl 7 // U2
Welche Modelle werden im Netzwerk Grundeinkommen diskutiert? Referentin: Petra Leischen
Warum ist das Konzept von links bis rechts verbreitet? Warum erhoffen sich die einen eine Verbesserung für die Lohnabhängigen, während die anderen gar keine Angst haben, dass Unternehmen keine billigen, gefügigen Arbeitnehmer_innen mehr vorfinden werden? Referent von Jimmy Boyle
Zum Weiterlesen: Ein Text zum Bedingungslosen Grundeinkommen
Hannover, 5.12.09 - Workshop: Der Realsozialismus - am Machbarkeitswahn gescheitert?
Eintägiger Workshop am 5. Dezember 2009 in Hannover, UJZ Korn (Kornstr. 28-30), 11:30 bis 19:00 Uhr
Ja klar: Mit dem real existierenden Sozialismus hat es nicht geklappt. Die Leute, die ihn organisiert haben, hatten ein widerlich positives Verhältnis zu Ordnung, Sauberkeit, Markt und Geld. Wie die Fehler im Programm, die äußeren Bedingungen und das praktische Scheitern zusammenhängen, sollte man sich aber genauer angucken. Und: Wer Kommunismus will, muss wissen, wie es besser geht. Wir werden deshalb auch diskutieren, was die Analyse des "Realen Sozialismus" bedeutet für vernünftigere Konzepte von Ökonomie und Politik und für politische Praxis heute.
Hannover, 2.12.09 - Vortrag: Klima, Krise, Kopenhagen - Warum beim Klimagipfel nicht das Klima gerettet wird
Vortrag und Diskussion am Mittwoch, 02.12.2009, 20 Uhr in Hannover-List (Goebenstr. 3a, im Janun-Büro)
Umweltverbände zählen die Tage bis Kopenhagen in der Hoffnung, dass dort ein Neuanfang der internationalen Klimaschutzpolitik beschlossen werden könnte. Im Gegensatz dazu zeichnet sich in den Vorverhandlungen gerade das Gegenteil ab: viele Bekenntnisse und Prognosen zu möglichst geringen Vorgaben.
Liegt das am mangelnden Willen der beteiligten PolitikerInnen sich für die Umwelt einzusetzen oder daran, dass sie die ernsthaften Folgen, die ein drastischer Klimawandel haben könnte, noch nicht erkannt haben?
Auf dieser Veranstaltung soll eine Erklärung angeboten werden, warum staatliche Klimaschutzpolitik bisher so wenig mit Klimaschutz zu tun hat.
Veranstaltet von: Junge Linke gegen Kapital und Nation, dem Jugendumweltnetzwerk Niedersachsen JANUN e.V. und dem AStA Universität Hannover.
Berlin, 28.11.09 - Tagesseminar: Was ist was? Falsche Freiheit – richtige Freiheit
Tagesseminar am 28. November 2009 in Berlin
Das „...ums Ganze!“-Bündnis hat eine Broschüre zur Kritik der bürgerlichen Herrschaft herausgegeben und eine Kritik der „falschen“ Freiheit versprochen. Diese Kritik ist widersprüchlich: Mal wird gesagt, dass staatlich garantierte Freiheit deshalb schlecht sei, weil sie den Zwängen der kapitalistischen Verwertung unterliege. Durch die Zwänge, die von außen aus der Ökonomie an die staatliche Freiheit herangetragen werden, wird letztere zu einer schlechten Sache. An anderer Stelle hingegen wird gesagt, dass die staatliche Freiheit die Konkurrenz und die Kapitalverwertung mit ins Werk setzt. Dort ist dann Freiheit der Grund der ökonomischen Zwänge und nicht etwas den Zwängen äußerliches.
Auf dem Tagesseminar wollen wir gerne den Widerspruch nach einer Seite auflösen und begründen, wie die bürgerliche Freiheit die kapitalistische Konkurrenz in Gang setzt. Weiter wollen wir fragen, was denn mit einer „positiven“ „richtigen“ Freiheit gemeint sein soll, Uneindeutigkeiten klären und dabei durchaus selbstkritisch mit einigen Passagen aus dem Textarchiv von jungelinke arbeiten. Auch wenn das kompliziert klingt, Vorwissen ist nicht notwendig.
Um Anmeldung wird gebeten, keine Teilnahmegebühr.
Berlin, 31.10.09 - Workshop: „Die Verteidigung der Heimat ist das höchste Gut des Lebens“ – Der real existierende Nationalismus
Workshop von jimmy boyle berlin am 31. Oktober 2009 auf dem Workshop-Tag des Berliner Bündnisses gegen die Wendefeierlichkeiten im Rahmen des bundesweiten antinationalen Aktionswochenendes: Es gibt kein Ende der Geschichte!
Samstag, 31.10., 10 bis 22 Uhr
HU Berlin, Dorotheenstr. 24 (Hegelgebäude/1.604/1.605/1.606/1.607/HS1.101 und Hauptgebäude/HS2072)
Das Zitat aus unserem Titel, das 1934 in der Pravda erschien, ist keineswegs ein Ausrutscher der sowjetischen Parteipresse aus den stalinistischen 1930er Jahren, sondern die Bolschewiki kannten durchaus seit ihrer Gründung einen guten, ja gar vernünftigen Nationalismus, nämlich denjenigen, der der „Sache“ nützt. In dieser Allgemeinheit sind sie sich mit dem „bourgeoisen“ Nationalismus sehr einig, der von den Bolschewiki auch nur dafür kritisiert wird, dass er „bourgeois“ ist. In diesem Workshop sollen anhand ausgewählter Zitate von Lenin die Vorstellungen zu Nationalismus und seinen Leistungen entwickelt und kritisiert werden.
Berlin, 31.10.09 - Workshop: Die schlechte Kapitalismuskritik der Realsozialist_innen
Workshop von jimmy boyle berlin am 31. Oktober 2009 auf dem Workshop-Tag des Berliner Bündnisses gegen die Wendefeierlichkeiten im Rahmen des bundesweiten antinationalen Aktionswochenendes: Es gibt kein Ende der Geschichte!
Samstag, 31.10., 10 bis 22 Uhr
HU Berlin, Dorotheenstr. 24 (Hegelgebäude/1.604/1.605/1.606/1.607/HS1.101 und Hauptgebäude/HS2072)
Um zu beklagen, dass der Kapitalismus “ungerecht” sei und die Verteilung des Reichtums nicht korrekt ist, dafür muss mensch keine Marxist-Leninistin sein. Die kommunistischen Parteien diesen Schlages haben aus dieser Kritik allerdings den Schluss gezogen, dass eine Revolution fällig sei und wo sie konnten eine Ökonomie neuen Typs eingerichtet, die weder Plan noch Markt war. Auf diesem Workshop sollen diese Formen der Kapitalismuskritik diskutiert werden und gezeigt werden, wie sie die Grundlage für die eigenartige Ökonomie der Ostblockländer waren.
Berlin, 30.10.09 - Workshop: Das Recht
Workshop von jimmy boyle berlin am 30. Oktober 2009 auf dem Winterkongress des BAKJ (Bundesarbeitskreis Kritischer Juragruppen)...
Freitag, 30.10.2009 um 15.00 bis 17.30, Rütli-Schule, Rütlistraße 41-45 (Neukölln) - offen auch für Nicht-Juristen
Freiheit, Gleichheit, Eigentum und sogar Leben! Lauter schöne Dinge, die einem der Rechtsstaat mit den Menschenrechten gewährt. Die Staatsorgane sind an Regeln gebunden und im Knast wird (üblicherweise) nicht gefoltert. Noch netter: jede darf wohnen, wo sie will (wenn sie die Miete zahlt), beruflich treiben, was ihr so liegt (so sie einen Job kriegt) und verreisen, so oft wie gewünscht. Und wenn es hier oder da mal nicht so läuft, sind alle frei genug, eine (ruhig abfällige) Meinung darüber zu äußern. Also eine feine Sache? Ist an (Menschen-) Rechten nur zu kritisieren, dass es einigen an den materiellen Mitteln fehlt, mit ihnen etwas anfangen zu können? Sind Rechte nicht ein Schutz vor den allerhärtesten Auswirkungen der Ökonomie? Wir meinen, das ist nicht so: Rechte mögen zwar Schutz gewähren; aber sie verursachen auch erst die Notwendigkeit desselben. Warum Verhältnisse, in denen sich Menschen als Rechtssubjekte aufeinander beziehen, Konflikte hervorbringen, die es nötig machen, diese mit Recht und Gewalt zu betreuen, wollen wir mit euch diskutieren.
Berlin, 14.10.09 - Workshop: Du musst nicht mehr in die Schule gehen!
Workshop zu Schule im Kapitalismus am 14. Oktober 2009, 13.45-15.45, auf der Schüler_innenkonferenz der LandesSchülerVertretung Berlin. Im Weinmeisterhaus, Weinmeisterstraße 15 (U8 Weinmeisterstr. S Hackescher Markt)
Früh morgens aufstehen - Angebrüllt werden oder verständnisvolle Lehrerinnen ertragen - Klausuren und Noten - Auswendiglernen - Sich auf Kommando sportlich betätigen - “Pubertär” oder “engagiert” genannt werden - Aufsätze über blödsinnige Fragestellungen schreiben - Ex-Linke Lehrer_innen - Bleierne Langeweile – Freund_innen wegen schulischer Selektion verlieren – An die Tafel müssen - Auf Konstruktivität verpflichtet werden – Lehrplanwissen – Staatsbürgerkunde. Und dann sind da auch noch die Mitschüler, die all ihre Kreativität ausspielen, um dem ganzen Horror des Schulalltags noch die besondere Note zu geben. Warum das alles so notwendig auftritt, darüber wollen wir mit euch diskutieren.
Berlin, 2.10.09 - Veranstaltung: Was ist Nationalismus?
Am 2. Oktober 2009, 19.00 Uhr, in Berlin, Monarch, Skalitzer Str. 134
Gibt es einen "guten Nationalismus"? Die Frage wird von der Mehrheit der hier lebenden Menschen mit einem klaren "Ja!" beantwortet. Sei es der "Otto-Normal-Verbraucher", die Kanzlerin persönlich oder deren singendes Artillerie-Regiment aus "Sportfreunde Stiller", "Fler", "Dissziplin" und Sammy Deluxe - sie alle bekennen sich zu Deutschland. Ein "gesunder Nationalismus" ist in Ordnung, der Nationalismus á la NPD wiederum wird abgelehnt. Auch wenn sie sich zwar in ihrer Liebe zu Nation einig sind, so scheint zumindestens äußerlich, die Meinung über das Handeln dieses Staates auseinanderzudriften. Wir denken jedoch, dass unter Anderem das nationale Wir-Gefühl den Rückenwind für den kapitalistischen Alltagsbetrieb (Hartz 4, Krieg, usw.) liefert. Der Frage, warum das so ist und warum die Nazis, wie auch die "guten Nationalisten" dem selben Grundprinzip folgen, wollen wir mit "Junge Linke - Jimmy Boyle Berlin" zusammen nachgehen.
Anschliessend: Electro-Lounge
Eine Veranstaltung im Rahmen der 'No Nation'
Hannover, 29.08.09 - Seminar: Die Gewalt der Ordnung
Tagesseminar zur Kritik an den Rechtfertigungen der bürgerlichen Gesellschaft für ihr Strafwesen und ihre Knäste am 29. August 2009 in Hannover
Beginn ist 11 Uhr, Ende 19 Uhr.
Bei den öffentlichen Debatten um die Bekämpfung von Kriminalität geht es oft um die Frage nach dem Sinn und Unsinn härterer Strafen bzw. der Ausgestaltung des Strafvollzugs. Eine Seite sorgt sich darum, ob der Staat dem Schutzbedürfnis seiner Bürger genügend Rechnung trage und hart genug gegen Verbrecher durchgreife. Eine andere Seite macht hingegen geltend, dass härtere Strafen bzw. das Gefängnis wenig effektiv sind für das Ziel, Verbrecher zu anständigen Bürgern zu machen. Ihr fällt an der Freiheitsstrafe auf, dass ausgerechnet durch das Wegsperren und Isolieren von Menschen deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft erreicht werden soll. Die Politik verschlechtere die Resozialisierungschancen dadurch, dass sie immer miesere Haftbedingungen herstelle (Überbelegung, wenig Geld für Ausbildung und Sozialarbeit).
So gegensätzlich die Positionen auch erscheinen, sie sind sich doch in den Annahmen einig, dass Recht diene dazu, ein friedliches Zusammenleben zu sichern und der Staat mit seinem Strafrecht und seinen Knästen habe damit den Schutz der Bürger im Auge. Beide Seiten setzen voraus, dass die Gründe für die Kriminalität nicht in der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Rechtsordnung zu suchen sind, die alle auf Eigentum/Konkurrenz verpflichtet, sondern bei den Störern dieser Ordnung. Deshalb streiten sie darüber, welche der Strafzwecke - Schutz der Allgemeinheit oder Resozialisierung - wichtiger sei, ob bei der Strafbemessung individuelle Lebensumstände strafmildernd anzuerkennen seien, ob die Freiheitsstrafe effektiver sei oder der offene Vollzug. Bestrafen halten sie aber alle für notwendig.
Uns interessieren auf dem Seminar dagegen andere Fragen: Welche Ordnung schützt der Staat durch sein Recht und wie sorgt er dafür, dass Strafverfolgung und Strafvollzug ihr entsprechen? Was bedeutet das für die Gefängnisinsassen? Wie verhält sich der Schutz der Rechtsordnung durch den Staat zum Schutzbedürfnis seiner Bürger? Dabei wollen wir diskutieren, warum der Schutz seiner Rechtsordnung durch den Staat etwas anderes ist als der Schutz der Bürger vor Gewalt und Schädigung, und, inwiefern das Strafsystem selbst und die Ordnung, der das Recht dient, die Gründe für das Verbrechen wie auch das Interesse der Bürger an Strafen und ihrer Verschärfung immer wieder hervorbringen. Eine praktische Konsequenz vorneweg: Es geht nicht darum, für ein besseres Strafsystem einzutreten, sondern soziale Verhältnisse zu kritisieren, die ein solches nötig machen.
Salzburger Land, 26.08.09 - Workshop: „Du musst nicht mehr in die Schule gehen“ – Kritik der Schule im Kapitalismus
Workshop von jungelinke am 26. August 2009 auf dem Sommercamp der P-GAJ und der GRAS Österreich
Früh morgens aufstehen - Angebrüllt werden oder verständnisvolle Lehrerinnen ertragen - Klausuren und Noten - Auswendiglernen - Sich auf Kommando sportlich betätigen - “Pubertär” oder “engagiert” genannt werden - Aufsätze über blödsinnige Fragestellungen schreiben - Ex-Linke Lehrer_innen - Bleierne Langeweile – Freund_innen wegen schulischer Selektion verlieren – An die Tafel müssen - Auf Konstruktivität verpflichtet werden – Lehrplanwissen – Staatsbürgerkunde. Und dann sind da auch noch die Mitschüler, die all ihre Kreativität ausspielen, um dem ganzen Horror des Schulalltags noch die besondere Note zu geben. Warum das alles so notwendig auftritt, darüber wollen wir mit euch diskutieren.
Salzburger Land, 24.08.09 - Workshop: I like my blue jeans, why don't you? – Feindbild No. 1: USA
Workshop der Assoziation gegen Kapital und Nation Berlin am 24. August 2009 auf dem Sommercamp der P-GAJ und der GRAS Österreich
Allgegenwärtig waren im Zuge des Irak-Kriegs ständige Hasstiraden gegen die USA: Blut für Öl, Raubtierkapitalismus und nicht mal das Kyoto-Protokoll unterschreiben. Obendrein verseuche Hollywood die Köpfe und McDonalds die Mägen. Wir wollen in dem Workshop fragen, was an den USA eigentlich so kritisiert wird und warum.
Neustrelitz, 11.08.09 - Workshop: Zum Antisemitismus und seiner Aktualität in der bürgerlichen Gesellschaft
Workshop von jungelinke am 11. August 2009 auf dem nfj-Sommercamp
Dass antisemitische Einstellungen und Ansichten wenig mit der Realität zu tun haben und im Bezug auf „das Jüdische“ gar nichts, ist eine Sache. Sie tauchen nichtsdestotrotz im Bewusstsein von massenhaften Menschen als selbstverständliche Tatsache auf. In diesem Workshop wird Antisemitismus in der bürgerlichen Gesellschaft analysiert: Dabei geht es um jene Vorstellung vom Geld, die es als das Übel schlechthin im Kapitalismus charakterisiert. Und darum, wozu der durchschnittliche Nationalist von nebenan genauso wie die aufgeklärte linksliberale Verfassungspatriotin „Ja!“ sagen und was das mit Antisemitismus zu tun hat. Rechte wie linke Ausprägungen des Antisemitismus sind gemeint, wobei letzterer, meist in Form von Antizionismus, sich besonders hartnäckig hält: In der Überzeugung, mit den Unterdrückten (hier: Palästinensern) automatisch auf der richtigen Seite zu stehen, macht man sich zum Feind kritischen Denkens.
Neustrelitz, 10.08.09 - Workshop: Die schlechte Kapitalismuskritik der Realsozialisten
Workshop von jungelinke am 10. August 2009 auf dem nfj-Sommercamp
"Der Wohlstand der Sowjetmenschen wird selbst bei gleichem Durchschnittseinkommen der Bevölkerung größer sein als derjenigen Werktätigen in den hochentwickelten kapitalistischen Ländern, weil das Nationaleinkommen in der Sowjetunion im Interesse aller Mitglieder der Gesellschaft gerecht verteilt wird und es keine parasitären Klassen gibt, die sich in den bürgerlichen Staaten durch Plünderung von Millionen Werktätigen riesige Schätze aneignen und sie vergeuden."
(Programm der KPdSU (1961), in: Boris Meissner, Das Parteiprogramm der KPdSU 1903-1961, Köln 1962, S. 207.)
Um zu beklagen, dass der Kapitalismus "ungerecht" sei und die Verteilung des Reichtums nicht korrekt ist, dafür muss man kein Marxist-Lenist sein. Die kommunistischen Parteien diesen Schlages haben aus dieser Kritik allerdings den Schluss gezogen, dass eine Revolution fällig sei und wo sie konnten eine Ökonomie neuen Typs eingerichtet, die weder Plan noch Markt war. Auf diesem Workshop sollen diese Formen der Kapitalismuskritik diskutiert und gezeigt werden, wie sie die Grundlage für die eigenartige Ökonomie der Ostblockländer waren. Neben einigen Anregungen zum Verständnis, wie der realsozialistische Plan mit Leistungsanreizen funktioniert hat und wie die Marxisten-Lenisten darauf gekommen sind, soll es aber auch unabhängig davon darum gehen, übliche Kritiktitel am Kapitalismus in der Linken zu hinterfragen. Weitere Stichwörter, welche anhand von Auszügen aus dem Parteiprogramm der KPdSU diskutiert werden sollen: Parasiten, Arbeit als Selbstverwirklichung und Konsumkritik.
Oberhausen, 7.08.09 - Workshop: Zur Auseinandersetzung mit dem linken politischen Veganismus
Workshop von jungelinke am 7. August 2009 auf dem Antifacamp No. 9 in Oberhausen
Veganismus ist eine Einstellung und Lebensweise, die jegliche Nutzung von Tieren ablehnt. Der Konsum von Fleisch, Milch, Eiern, Honig und der Gebrauch von Leder, Wolle etc. wird vermieden. U.a. in der linken Szene tritt Veganismus auch als politische Bewegung in Erscheinung. Dem Selbstverständnis nach geht es um eine "Befreiung der Tiere" von der "Herrschaft der Spezies Mensch". Der linke politische Veganismus bzw. die Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung verfolgt das Anliegen, die "speziesistische Herrschaft" über Tiere zu beenden und eine vegane Gesellschaft zu schaffen. Dieses Tierbefreiungsanliegen ("Antispeziesismus") wird als unverzichtbarer Schritt auf dem Weg zu einer gerechten, freien und herrschaftslosen Gesellschaft begriffen - und durch vegane Gruppen in einem Kontext der "Unity of Oppression"-Theorie verortet und vorgetragen: "Tierunterdrückung" soll eine weitere "Herrschaftsform" neben etwa Kapitalismus, Sexismus und Rassismus sein.
Der linke politische Veganismus meldet sich nun nach ein paar Jahren eher interner theoretischer und politischer Auseinandersetzungen wieder verstärkt in der linken Szene zu Wort und agitiert in andere linke Spektren hinein. Die heutzutage meist eher links-poststrukturalistisch verfassten Analysen und Konzepte der Veganen lassen die "old school"-autonome Kritik am Veganismus heutzutage ins Leere gehen (z.B. alle Veganen fänden Peter Singer gut, Singer will behinderte Babys umbringen, also sind Vegane nicht Teil der Linken).
In dieser Veranstaltung soll eine auf die aktuellen Theoriebildungen der Veganismusdebatte adäquat bezogene materialistische Kritik formuliert werden. Einführend werden die gegenwärtigen drei Hauptströmungen (die rechtstheoretisch/ethische, die diskurstheoretisch/dekonstruktive sowie die marxistisch/kritisch-theoretische Strömung) und deren Begründungen des gemeinsamen Ziels, einer veganen Gesellschaft, vorgestellt.
Dabei wird zu zeigen und diskutieren sein, dass die antispeziesistische Vorstellung vom Tier als Individuum mit eigenen Interessen ("Subjekt eines Lebens") die bürgerliche Vorstellung des autonomen Subjekts - das in der kapitalistischen Gesellschaft jeder einzelne Mensch erst qua Disziplinierung aus sich zu machen stets aufs neue genötigt ist - projektiv auch im Reich der Tiere entdeckt. Dieser unbewusste Anthropomorphismus (das Zusprechen menschlicher Eigenschaften auf Tiere, Götter, Naturgewalten, usw.) verknüpft die gesellschaftlich vorherrschende naturwissenschaftliche Vorstellung des Mensch/Tier-Unterschieds mit einer spezifisch veganen Projektion des üblichen bürgerlichen Rechtsfetischismus auf die Tiere.
Es soll auch darum gehen, an welchen Stellen diese Theorien umschlagen in eine Zustimmung zu den Prinzipien der heute herrschenden Verhältnisse, die den Lebensunterhalt und die Befriedigung der Bedürfnisse von Menschen systematisch von ihrem individuellen Erfolg in der ökonomischen Konkurrenz abhängig machen - ohne dabei zu vergessen, dass die rücksichtslose Nutzung und Zurichtung all dessen, was zur "Natur" gezählt wird, eine weitere Konsequenz derselben Verhältnisse ist."
Niedersachsen, 26.07.-2.08.09 - Sommercamp: Statt "60 Jahre BRD" feiern: Ferien von Deutschland machen
Antinationales Sommercamp hoch 2 vom 26. Juli bis 2. August 2009 in Niedersachsen

Und das wird es geben:
Eine Woche lang Sonne und Theorie, Sommer und Diskussion, Freibad und Argumente. Täglich werden zweimal zu vernünftigen Zeiten drei bis vier parallele Workshops angeboten, die wie im echten Leben in Konkurrenz stehen zu Sauna, Schwimmen, Schlafen, Spaziergängen, Kickern und Lagerfeuerromantik (letzteres sehr umstritten).
Es wird Workshops u.a. zu folgenden Themen geben: Drogenpolitik, Biologismus, Realsozialismus, Geschlechterverhältnis, Kapitalismus, politischer Veganismus, Rassismus, Schule, Menschenrechte, Mythos Finanzkapital, Wahljahr 2009, bürgerliche Faschismustheorie, Birma, Bioethik und Patientenverfügungen, Rätekommunismus, Anti-Amerikanismus, Einführung in das 'Kapital' von Marx, Rechtsradikalismus in Russland, Krankheit&Behinderung als Super-GAU des bürgerlichen Individuums, Antisemitismus, Hirnforschung, Geschichtspolitik u.v.m.
Außerdem haben wir andere Gruppen und Einzelpersonen angefragt, ob Sie uns mit uns Ihre Inhalte diskutieren wollen.
Die Gruppe Kittkritik wird vortragen: "Mit Judo gegen Wodka-Bruno, Miethai Zinse und Dr. Mubase. TKKG - Ein postnazistischer Jugendkrimi".
Mats Wiards, Leipzig wird zum Realsozialismus referieren.
Carmen Dehnert und Lars Quadfasel werden vortragen: »Ich fühle luft von anderem planeten« - 100 Jahre Neue Musik.
Und Andrea Truman ist für einen Vortrag zu materialistischem Feminismus angefragt.
Hier die Ankündigungen eines Teils der Workshops
60 Jahre – und kein bisschen leise!
Noch ein Geburtstagsständchen für die Bundesrepublik Deutschland: Wie und warum aus dem besetzten Trizonesien eine Weltmacht wurde, die mittlerweile überall mitmischt und sogar am Hindukusch die Freiheit verteidigt. Ein kleine Geschichte der Außen- und Sicherheitspolitik dieses Landes.
„Du musst nicht mehr in die Schule gehen“ – Kritik der Schule im Kapitalismus
Früh morgens aufstehen – Angebrüllt werden oder verständnisvolle Lehrerinnen ertragen – Klausuren und Noten – Sich auf Kommando sportlich betätigen – „Pubertär” oder „engagiert“ genannt werden – Ex-linke LehrerInnen – Bleierne Langeweile – Mitschüler_innen als Konkurrenten – Auf Konstruktivität verpflichtet werden – Staatsbürgerkunde. Darüber wollen wir mit euch diskutieren, nur für Leute bis 20.
I like my blue jeans, why don't you? – Feindbild No. 1: USA
Allgegenwärtig waren im Zuge des Irak-Kriegs ständige Hasstiraden gegen die USA: Blut für Öl, Raubtierkapitalismus und nicht mal das Kyoto-Protokoll unterschreiben. Obendrein verseuche Hollywood die Köpfe und McDonalds die Mägen. Wir wollen in dem Workshop fragen, was an den USA eigentlich so kritisiert wird und warum.
Rätekommunismus
Die Links- oder Rätekommunisten werden in den letzten Jahren wieder verstärkt diskutiert. Was ist an ihrer Kritik des Leninismus dran und was lässt sich mit ihren Theorien über Staat & Nation anfangen? Wir wollen unsere Thesen zum Thema mit angefragten rätekommunistischen Gruppen auf dem Sommercamp anhand eines Thesenpapiers diskutieren.
Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung/Antispeziesismus/politischer Veganismus
Das politische & theoretische Spektrum der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung soll in drei Workshops vorgestellt & diskutiert werden: Tierrecht & Tierethik; poststrukturalistischer sowie marxistisch/kritisch-theoretischer Antispeziesismus. Zu diskutieren wird u.a. sein, ob eine „Befreiung der Tiere“ tatsächlich ein notwendiger Schritt für eine herrschaftsfreie Gesellschaft ist – oder ob die „Antispe-Gruppen“ der autonomen Szene nicht doch selbst eine Naturalisierung bürgerlicher Herrschaftskategorien betreiben.
Sie schaffen es, ohne Waffen-SS
60 Jahre wird die Bundesrepublik Deutschland alt. Sie ist, na klar, eine Lehre aus dem Faschismus und aus dem „Scheitern“ der Weimarer Republik. Und eine ungemein erfolgreiche noch dazu. Wie sie wurde, was sie ist, welche Lehren ihre Gründer aus welchen Gründen so zogen, soll in diesem Workshop genauer untersucht werden.
»Ich fühle luft von anderem planeten« - 100 Jahre Neue Musik (Carmen Dehnert/ Lars Quadfasel)
Arnold Schönbergs Streichquartett in fis-moll op. 10 vollzog erstmals den Durchbruch zur freien Atonalität. Auf dem Workshop soll es daher zum einen darum gehen, den musikalischen Gehalt des Streichquartetts nachzuvollziehen: den musikalischen Prozess, den das Schönbergsche Werk gegen die zur zweiten Natur geronnene Dur-Moll-Tonalität führt. Zum anderen wird rückblickend zu fragen sein, inwieweit der Neuen Musik tatsächlich gelungen ist, was die Schönbergsche freie Atonalität versprach: musikalisch Geschichte zu schreiben, die nicht bloß Schein bleibt.
Nazi-Deutschland: ein Volk von Materialisten?
Götz Alys Faschismus-Theorie und ihr realpolitischer Gebrauchswert
Vorgestellt und diskutiert werden soll Alys Buch „Hitlers Volksstaat“ und die politische Funktionalität der sog. Vergangenheitsbewältigung. Aly begreift den von den Nazis ausgebauten Sozialstaat als Bestechungsinstrument fürs Volk – und verklärt damit die politischen Zwecksetzungen von damals wie von heute.
Die sexuelle Revolution der 68er, ihre Folgen und ihre Kritiker
Von was wollten die "68er" die Sexualität eigentlich befreien? Was kritisieren eigentlich die '68er-Hasser von links und rechts an den Folgen der sexuellen Revolution? Was hat es mit den Klagen über die Omnipräsenz des Sexuellen seit 1968 auf sich?
If the crips are united. Ein AK für radikale Krüppel, Nichtbehinderte und noch-nicht-Behinderte
Wer schon mal einen Rollstuhl benutzt hat, kennt es: Leute starren, werden nervös. Warum lösen Behinderung und Krankheit soviel Verunsicherung aus? Welchen Wert hat der intakte Körper im Kapitalismus? Warum machen Linke Anti-Sexismus und Anti-Rassismus, finden aber Behinderung unspannend? Warum könnte es sich aber lohnen, über „Nicht-Behinderung“ nachzudenken?
Einführung in die Biologismuskritik
Gesellschaftliche Zusammenhänge mit dem Verweis auf die biologische Natur des Menschen erklären zu wollen, ist in politischen Diskussionen leider immer wieder üblich.
Wir wollen das in diesem AK trotzdem tun und zeigen, warum biologistische Argumentationen die biologischen Erkenntnisse falsch wiedergeben.
Von der Biologie zur Ideologie – oder warum Biologismuskritik doch gar nicht so einfach ist.
Auf den ersten Blick ist es ganz einfach biologistisches Denken auszumachen. Doch auf den zweiten Blick verfranzt man sich selbst leicht in eine Debatte, in der es darum geht, wieweit die biologische Existenz die Menschen bestimmt und wo das Reich der Freiheit gegenüber den Naturzwängen anfängt. Dieses Problem hat aber nicht nur die soziologisch-pädagogische Anlage-Umwelt-Debatte, sondern sogar die Biologie selbst.
Sie wird von Biologisten nicht einfach „missbraucht“, sondern führt aufgrund falscher Begriffe vom Leben und freiem Handeln selbst zu den weitreichendsten Biologismen.
Kritik der Hirnforschung/„Wenn's denkst, ist's eh zu spät ...“/ (Gerd Müller)
Auf dem AK wird der neueste Stand der Hirnforschung diskutiert. Dabei zeigt der AK u.a., was der ideologische Gehalt der modernen Hirnforschung ist und wie mit ihm unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Objektivität reaktionäre Politik legitimiert wird.
Finanzkapital und Finanzkrise (in zwei Teilen)
Die Welt befindet sich in der schwersten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren. Verursacht wurde die Krise - so lernt man aus der Presse - durch Banken, die unverantwortlich spekulierten, anstatt ihrer eigentlichen Aufgabe, der Versorgung der "Realwirtschaft" mit Kredit nachzukommen. Im ersten Workshop wollen wir deswegen das Verhältnis von Banken und Realwirtschaft besprechen und überlegen, ob die Gegenüberstellung von windiger Spekulation an der Börse und solider Kreditvergabe an die Industrie richtig ist. Der zweite Workshop soll dann erklären, was ein Wertpapier eigentlich ist, wie sich das Finanzkapital vermehrt und warum diese Vermehrung jetzt in die Krise geraten ist. Außerdem wollen wir darüber sprechen, wie der Staat versucht, die entstandene Krise zu bewältigen.
Birma, Burma, Myanmar – Oder: Eine interessante Spielart des imperialistischen Denkens
Durch Tourismus-Verweigerung meinen so manche linke Südostasien-Reisende gegen die Militärdiktatur in Myanmar zu handeln, über die sie meist nicht mehr wissen, als dass die Militärs Leute foltern und zu Zwangsarbeit zwingen und natürlich, dass da keine Demokratie herrscht. In diesem AK soll neben der falschen Verbrüderung mit den Mönchen die eigenwillige politische und wirtschaftliche Situation des Landes Thema sein.
Der Realsozialismus als Widerlegung einer falschen Idee
Ja klar: Mit dem real existierenden Sozialismus hat es nicht geklappt. Die Leute, die ihn organisiert haben, hatten ein widerlich positives Verhältnis zu Ordnung, Sauberkeit, Markt und Geld. Wie die Fehler im Programm und das praktische Scheitern zusammenhängen, sollte man sich aber genauer angucken. Und: Wer Kommunismus will, muss wissen, wie es besser geht.
Rechtsradikalismus in Russland
Wie hat sich die extreme Rechte unter Putin entwickelt? Wie läuft die staatliche "Extremismusbekämpfung", was machen die Neofaschisten bei Anti-Putin-Demos und im Umfeld des Kremls? Warum beschuldigen sich Putin-Fans und seine Gegner wechselseitig mit dem
Faschismus-Vorwurf und warum sind manche "Antifaschisten" ideologisch so nah an ihren Gegnern?
Kritik der Menschenrechte
Menschenrechte haben einen guten Ruf, auch bei Linken. Kritisiert wird i.d.R. nur ihre „mangelnde Durchsetzung“. Wir wollen untersuchen, welche Funktion sie für die kapitalistische Einrichtung der Welt erfüllen und was ihre Existenz über die Gewalt der Gesellschaftsordnung verrät.
Alles für die Volksgesundheit – Kritik der Drogenpolitik
Wer Drogen nimmt, müsse dafür problematische Gründe haben – so der Konsens von links bis rechts. Wir setzen der allgegenwärtigen Polemik gegen Drogenhandel und -konsum eine grundsätzliche Kritik der Drogenpolitik entgegen.
Schöner Sterben? – Die Patienten-Verfügung als neue Bürger-Grundausstattung
Die Angst geht um vor einer seelenlosen Apparatemedizin, die Menschen vereinsamt sterben lässt. Was hat der Run auf die Patientenverfügung mit Gesundheitsökonomie und Gesundheitsidealen in der kapitalistischen Gesellschaft zu tun?
Warum bleiben die anderen immer anders?
Rassist will heute kaum eine/r mehr sein, aber dass die Menschheit in ganz viele verschiedene ethnische Gruppen zerfällt, dass die „Ausländer“ eine ganz andere Mentalität/ Kultur als „wir“ haben und sich gefälligst integrieren sollen, denkt die Mehrheit trotzdem. Wo kommt das her, wie geht das und worauf läuft das hinaus?
Jugoslawien: Selbstverwaltung oder „sozialistische Marktwirtschaft“?
Die jugoslawischen Kommunisten gingen seit den 1950er Jahren einen anderen Weg als die Stalinisten: Die Arbeiter sollten die Betriebe verwalten, die Partei nicht mehr herrschen, sondern anleiten und überzeugen. Klingt ja erst mal gut – aber was war dran am titoistischen Arbeiterselbstverwaltungssozialismus? Und warum ging er im Bürgerkriegs-Gemetzel unter?
Sag' einfach ja...
2009 wählen alle, was das Zeug hält; was dabei raus kommt, kann nur Demokratie sein. Und in der herrscht das Volk, das es eine Freude ist. Statt Champagner & Feuerwerk, sind die Bürger aber schwer genervt über das „Parteiengezänk“, die Journaille voll mit Vorwürfen, alle hätten nur noch den Wahlkampf im Kopf und die Politik voller Besorgnis, dass sie diese oder jene „Reform“ nicht mehr rechtzeitig durchziehen kann. Merkwürdig...
Antisemitismus: „Der Juden ist dem Menschen ein Wolf“
Dem Juden wird viel und das ganz konsequent angedichtet: gnadenloser Ausbeuter, übermächtiger Herrscher und feiger Täter zu sein. Im Workshop soll diskutiert werden, warum diese Urteile so viel und was sie zu erklären scheinen, warum genau sie so falsch wie langlebig sind und wie ihre linken Varianten aussehen.
Hamburg, 24.07.09 - Workshop: Zur Auseinandersetzung mit dem linken politischen Veganismus
Workshop von jungelinke auf dem Camp Vision nahe Hamburg
Veganismus ist eine Einstellung und Lebensweise, die jegliche Nutzung von Tieren ablehnt. Der Konsum von Fleisch, Milch, Eiern, Honig und der Gebrauch von Leder, Wolle etc. wird vermieden. U.a. in der linken Szene tritt Veganismus auch als politische Bewegung in Erscheinung. Dem Selbstverständnis nach geht es um eine "Befreiung der Tiere" von der "Herrschaft der Spezies Mensch". Der linke politische Veganismus bzw. die Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung verfolgt das Anliegen, die "speziesistische Herrschaft" über Tiere zu beenden und eine vegane Gesellschaft zu schaffen. Dieses Tierbefreiungsanliegen ("Antispeziesismus") wird als unverzichtbarer Schritt auf dem Weg zu einer gerechten, freien und herrschaftslosen Gesellschaft begriffen - und durch vegane Gruppen in einem Kontext der "Unity of Oppression"-Theorie verortet und vorgetragen: "Tierunterdrückung" soll eine weitere "Herrschaftsform" neben etwa Kapitalismus, Sexismus und Rassismus sein.
Der linke politische Veganismus meldet sich nun nach ein paar Jahren eher interner theoretischer und politischer Auseinandersetzungen wieder verstärkt in der linken Szene zu Wort und agitiert in andere linke Spektren hinein. Die heutzutage meist eher links-poststrukturalistisch verfassten Analysen und Konzepte der Veganen lassen die "old school"-autonome Kritik am Veganismus heutzutage ins Leere gehen (z.B. alle Veganen fänden Peter Singer gut, Singer will behinderte Babys umbringen, also sind Vegane nicht Teil der Linken).
In dieser Veranstaltung soll eine auf die aktuellen Theoriebildungen der Veganismusdebatte adäquat bezogene materialistische Kritik formuliert werden. Einführend werden die gegenwärtigen drei Hauptströmungen (die rechtstheoretisch/ethische, die diskurstheoretisch/dekonstruktive sowie die marxistisch/kritisch-theoretische Strömung) und deren Begründungen des gemeinsamen Ziels, einer veganen Gesellschaft, vorgestellt.
Dabei wird zu zeigen und diskutieren sein, dass die antispeziesistische Vorstellung vom Tier als Individuum mit eigenen Interessen ("Subjekt eines Lebens") die bürgerliche Vorstellung des autonomen Subjekts - das in der kapitalistischen Gesellschaft jeder einzelne Mensch erst qua Disziplinierung aus sich zu machen stets aufs neue genötigt ist - projektiv auch im Reich der Tiere entdeckt. Dieser unbewusste Anthropomorphismus (das Zusprechen menschlicher Eigenschaften auf Tiere, Götter, Naturgewalten, usw.) verknüpft die gesellschaftlich vorherrschende naturwissenschaftliche Vorstellung des Mensch/Tier-Unterschieds mit einer spezifisch veganen Projektion des üblichen bürgerlichen Rechtsfetischismus auf die Tiere.
Es soll auch darum gehen, an welchen Stellen diese Theorien umschlagen in eine Zustimmung zu den Prinzipien der heute herrschenden Verhältnisse, die den Lebensunterhalt und die Befriedigung der Bedürfnisse von Menschen systematisch von ihrem individuellen Erfolg in der ökonomischen Konkurrenz abhängig machen - ohne dabei zu vergessen, dass die rücksichtslose Nutzung und Zurichtung all dessen, was zur "Natur" gezählt wird, eine weitere Konsequenz derselben Verhältnisse ist."
Hannover, 3.-5.07.09 - Seminar: We don't want a piece of cake – we want the whole fucking bakery!
Wochenendseminar zur Einführung in die Kapitalismuskritik vom 3.-5. Juli 2009 bei Hannover

„Jeder ist seines Glückes Schmied“, „Armut wird es immer geben“ oder „Die fetten Jahre sind vorbei“. Solchen und ähnlichen Mist muss man sich anhören, wenn Leute das Hier und Jetzt rechtfertigen. Doch: Wie man sich auch anstrengt, wenn's der Chefin oder dem Lehrer nicht gefällt, gibt's eine Sechs oder man fliegt gleich ganz raus. Und: Armut gibt es auf jeden Fall...solange es Kapitalismus gibt. Und überhaupt: wann die fetten Jahre für die Arbeiter_innen mal da gewesen sein sollen, konnte uns noch niemand schlüssig darlegen.
Wir meinen, es hängt nicht einfach am Einzelnen, ob er gut durchkommt oder nicht. Da sind wir nicht die Einzigen: Wenn sich aber sonst noch wer stört, dann nur an den besonders harten Auswirkungen dieser Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung: Sei es die eigene Not oder die Bestürztheit über elende Verhältnisse in Afrika. Man erfährt jedoch in Schule, Uni und den Medien jede Menge „gute Gründe“, warum es anders nicht gehen kann und dass wir in der Besten aller möglichen Welten leben.
Wir meinen zeigen zu können, dass diese „guten Gründe“ Quatsch sind. Ohne die Berücksichtigung der kapitalistischen Bedingungen, mit denen diese Gesellschaft funktioniert, wird eine Kritik nur an Arbeitslosigkeit, Rassismus oder Gefängnissen mit einiger Sicherheit daneben liegen. Wir wollen auf diesem Seminar einen systematischen Einstieg in die Erklärung der kapitalistischen Wirtschaftsweise selbst bieten und erklären, worin das Elend dieser Welt seinen Grund hat.
Uns stört, dass die Bedürfnisse und die Produktion so wenig miteinander zu tun haben: Ziel ist in dieser Gesellschaft eben nicht, dass es Leuten gut oder besser geht, sondern dass aus Geld mehr Geld wird. Die Nützlichkeit der Ware ist nur ihr Nebenjob. Jeder Liter Sojamilch, jeder Herzschrittmacher, jede CD, die ich kaufen kann, wenn ich das Geld dafür hab, wird nur produziert, weil damit Geld gemacht wird. Kapital, Mehrwert, ideeller Gesamtkapitalist, Lohnarbeit, G-W-G' – wenn Ihr Euch fragt, was die Begriffe genau heißen und ob sie was taugen, dann seid Ihr bei uns richtig. Wenn nicht, dann wird’s nicht weniger interessant für Euch. Auf dem Seminar werden wir diese Begriffe ausführlich erklären und diskutieren.
Also kommt zu unserem Seminar, denn es ist sehr gut.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Das Geld wird auf dem Seminar eingesammelt. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Hannover, 29.06.09 - Vortrag: Vom Antisemitismus und seiner Aktualität in der bürgerlichen Gesellschaft
Diskussionsveranstaltung in Hannover im UJZ Korn (Kornstr. 28-30, Hannover/Nordstadt) am Mo. 29. Juni 2009, 20 Uhr
Offen antisemitische Parolen sind regelmäßig auf jüdischen Friedhöfen, auf Gemeindezentren und zuhauf in diversen Internet-Foren zu finden; zuweilen gibt es auch tätliche Angriffe auf Juden. Die meisten Leute aber, die als Nachbarn lieber alle außer Juden hätten, greifen eher selten zu Sprühdose und Messer – und machen doch dieselben theoretischen Fehler wie ihre tatkräftigen Gesinnungsgenossen: Geld regiere die Welt und wer mit dem Geld gut kann, das dürfe man ja schon gar nicht mehr laut sagen.
Dass diese Ansicht wenig mit der Realität zu tun hat und im Bezug auf „das Jüdische“ gar nichts, ist eine Sache. Sie taucht nichtsdestotrotz im Bewusstsein von massenhaft Menschen als selbstverständliche Tatsache auf. In diesem Vortrag wird Antisemitismus unter kapitalistischen Produktionsbedingungen und in der bürgerlichen Gesellschaft analysiert: Dabei geht es um jene Vorstellung vom Geld, die es als das Übel schlechthin im Kapitalismus charakterisiert. Und darum, wozu der durchschnittliche Nationalist von nebenan genauso wie die aufgeklärte linksliberale Verfassungspatriotin Ja! sagen und was das mit Antisemitismus zu tun hat.
Rechte wie linke Ausprägungen des Antisemitismus sind gemeint, wobei letzterer, meist in Form von Antizionismus, sich besonders hartnäckig hält: In der Überzeugung, mit den Unterdrückten (hier: Palästinensern) automatisch auf der richtigen Seite zu stehen, macht man sich zum Feind kritischen Denkens
Berlin, 19.-21.06.09 - Seminar: Wenn Du denkst Du denkst, dann denkst Du nur du denkst...
Wochenendseminar zur Kritik der Hirnforschung vom 19.-21. Juni 2009 bei Berlin
Auf dem Seminar wird der neueste Stand der Hirnforschung diskutiert. Dabei geht es auch um den ideologischen Gehalt von politisch reaktionären Thesen, wie sie von manchen Hirnforschern immer wieder in der Presse und mittlerweile auch in Lehrbüchern vertreten werden. Neben der eher medizinisch-praktischen Hirnforschung gibt es zurzeit einen äußerst populären Zweig der Hirn-Grundlagenforschung, der erkannt haben will, dass alle unsere Entscheidungen in Wirklichkeit gar nicht unsere eigenen seien, sondern nur auf neurophysionale Prozesse zurückgingen, also anders gesagt: rein chemisch und physikalisch bestimmbare biologische Prozesse in unserem Gehirn sein sollen. Wie bei diesen natürlichen Prozessen haben diese Forscher im gesamten Hirn keine von den Naturgesetzen abweichende Steuerung durch einen wo immer auch herkommenden freien Willen feststellen können. Deshalb gehen die entsprechenden Neurophysiologen davon aus, dass alle physischen Regungen des Menschen, zu denen sie auch ihr Denken rechnen, determiniert, also schon im Vorhinein festgelegt und nicht frei sind. Sie würden den Naturgesetzen folgen. Das gilt „natürlich“ auch für das politische Handeln der Menschen.
Weil die Menschen sich unter Bedingungen der kapitalistischen Produktion als die bloßen Mittel erfahren, die sie objektiv für die Verwertung des Wertes sind, bekommt die These der Hirnforscher vom unfreien Willen, oder von der bloß vorgetäuschten individuellen Freiheit, eine große Plausibilität. Das vage Gefühl, letztendlich von fremden Zwecken in seinem Tun und Lassen bestimmt zu werden, über welches sich die große Popularität der wissenschaftlich legitimierten These von der menschlichen Unfreiheit erklären ließe, enthält bezogen auf unsere gesellschaftlichen Verhältnisse ein wahres Moment. Denn Freiheit ist nicht bloß ein menschliches Vermögen, sondern auch ein gesellschaftliches Verhältnis.
Den Hirnforschern werden da schon einmal die widerlichsten Herrschaftsbedingungen zu den allerbesten, weil sie sie als evolutionär begründet ansehen. Und in der Evolution setze sich eben immer das momentan Beste durch. Dagegen politisch vorgehen zu wollen ist Unsinn oder selbst nur unbewusster Teil der Evolution.
Die Annahme, der Mensch sei unfrei, ist reaktionär weil sie die herrschenden Bedingungen als die natürlichen, einzig möglichen und zudem richtigen erklärt. Darum sind populäre Hirnforscher wie Gerhard Roth und Wolf Singer, die die Feuilletons von FAZ und ZEIT füllen, kein bloßes Kuriosum, sondern politische Gegner, die man ernst nehmen sollte. Wir wollen anhand der Diskussion von verschiedenen Texten diese Form der Politik untersuchen, die gerade durch eine Absage an die Möglichkeit politischen Handelns bestimmte Mechanismen der Herrschaft manifestiert.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Das Geld wird auf dem Seminar eingesammelt. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 12.-14.06.09 - Seminar: Zur Auseinandersetzung mit dem linken politischen Veganismus
Seminar zur Auseinandersetzung mit dem linken politischen Veganismus vom 12.-14. Juni 2009 bei Berlin
Der politische Veganismus meldet sich nach ein paar Jahren eher interner theoretischer und politischer Auseinandersetzungen wieder verstärkt in der linken Szene zu Wort. Äußern andere Linke Kritik daran, geht sie oft an den aktuellen Konzepten vorbei und damit ins Leere.
Der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung geht es um eine „Befreiung der Tiere“ von der „Herrschaft der Menschen“. Dieses Tierbefreiungsanliegen wird als unverzichtbarer Schritt auf dem Weg zu einer gerechten und herrschaftslosen Gesellschaft angesehen. Während die einen dabei für Grundrechte für Tiere werben, versuchen sich die anderen an einer Dekonstruktion der Unterscheidung von Mensch und Tier - und wiederum andere wollen die Tierbefreiung im Zusammenhang mit der Gesellschaftskritik von Marx und Kritischer Theorie verstanden wissen.
Diese drei Hauptströmungen sollen auf dem Seminar vorgestellt und diskutiert werden, ebenso unsere jeweilige Kritik daran.
Weitgehend einig ist sich die Bewegung in der Diagnose, in der Gesellschaft herrsche „Speziesismus“. Mit diesem Begriff soll ausgedrückt werden, dass die „Unterdrückung der nichtmenschlichen Tiere“ ähnlich wie Kapitalismus, Rassismus und Sexismus zu bestimmen sei. Auch an dieser Analyse gesellschaftlicher Herrschaft haben wir Kritik, die wir begründen und (gern auch kontrovers) diskutieren möchten.
Es soll auch darum gehen, an welchen Stellen diese Theorien jeweils umschlagen in eine Zustimmung zu den Prinzipien der herrschenden Verhältnisse, die den Lebensunterhalt und die Befriedigung der Bedürfnisse von Menschen systematisch von ihrem individuellen Erfolg in der ökonomischen Konkurrenz abhängig machen. Dabei soll nicht vergessen werden, dass die rücksichtslose Nutzung und Zurichtung all dessen, was zur Natur gezählt wird, eine weitere Konsequenz derselben Verhältnisse ist.
Eingeladen sind zu dieser Diskussion VeganerInnen, ihre KritikerInnen und alle anderen am Thema Interessierten.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Das Geld wird auf dem Seminar eingesammelt. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Hannover, 8.06.09 - Veranstaltung: Hirnforschung als Herrschaftsmythos
Diskussionsveranstaltung in Hannover zur gesellschaftlichen Funktion der populären Hirnforschung am Montag, 8. Juni 2009, 20 Uhr in der Uni Hannover, Conti-Foyer, Königsworther Platz 1
Thesen und Diskussion
Es gibt zur Zeit einen äußerst populären Zweig der Hirnforschung, der erkannt haben will, dass alle unsere Entscheidungen in Wirklichkeit gar nicht unsere eigenen seien. Stattdessen glauben diese Hirnforscher beweisen zu können, dass das Denken rein chemisch und physikalisch bestimmbare biologische Prozesse seien. Und mit dieser These sowie den aus ihr abgeleiteten pädagogischen, strafrechtlichen und politischen Forderungen begeben sie sich gerne ins Fernsehen, Radio und die Zeitung. Sie sind damit schon seit einigen Jahren Teil der Diskussion in der bürgerlichen Öffentlichkeit.
Das vage Gefühl letztendlich von fremden Zwecken in seinem Tun und Lassen bestimmt zu werden, enthält bezogen auf die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse ein wahres Moment. Die Reduzierung des Menschen durch die populäre Hirnforschung auf seine biologische Existenz ist gerade deshalb interessant, weil die Menschen sich unter Bedingungen der kapitalistischen Produktion als die bloßen Mittel erfahren, die sie objektiv in dieser Gesellschaft sind. Damit bekommt die falsche These der Hirnforscher vom unfreien Willen, oder von der durch das Gehirn bloß vorgetäuschten individuellen Freiheit, eine große Plausibilität.
Die Annahme der populären Hirnforscher, der Mensch sei unfrei, ist reaktionär, weil sie die herrschenden Bedingungen zu den natürlichen, einzig möglichen und daher richtigen erklärt. der Veranstaltung soll es um den ideologischen Gehalt dieser politisch reaktionärer Thesen gehen, wie sie mittlerweile auch in Lehrbüchern verschiedenster Disziplinen vertreten werden.
Köln, 6.06.09 - Tagesseminar: Finanzkrise 2008ff. – noch Fragen?
Ein Tagesseminar in Köln am Samstag, den 6. Juni 2009, 13:00 bis ca. 19 Uhr, Fachhochschule Köln, Mainzer Str. 5, Raum 214
Ein Seminar von jimmy boyle berlin, auf Einladung von Casablanca 2.0 Köln
Anmeldung für das Tagesseminar unter: gruppe_casablanca at yahoo.de.
Die aktuelle Finanzkrise zu behandeln ist einerseits so schwierig, weil kaum jemand sich mit den „Technics“ des Finanzgewerbes auskennt. Hinzu kommt, dass man in den Medien jeden Tag über neue Produkte des Finanzgewerbes zu hören bekommt, die irgendeine Rolle für die Krise spielen sollen (Verbriefungen, Zertifikate, Anleihen, Swaps, etc.). In dem Seminar sollen einige „Technics“ erklärt werden, um anschließend anhand dieser einige Prinzipien des Finanzgewerbes aufzuzeigen und zu diskutieren.
Da uns der Anspruch, den ganzen Krisenprozess seit 2007 zu behandeln, überzogen scheint (allein die Behandlung der Hypothekenkrise erforderte ein eigenes Seminarwochenende), werden wir mitten in die aktuelle Krise „hineinspringen“ und uns von dort aus den Komplex erschliessen. Die Veranstaltung gliedert sich in zwei Teile:
Auf der Abendveranstaltung sollen rein die ökonomischen Prinzipien der Finanzkrise erhellt werden. Das tags darauf folgende Tagesseminar soll dann sowohl der vertieften Diskussion des bisher Erarbeiteten dienen als auch gezielt die Rolle der Nationalstaaten als Akteure in der Krise in den Blick nehmen.
Köln, 5.06.09 - Diskussion: Finanzkrise 2008ff. – noch Fragen?
Eine Abendveranstaltung in Köln am Freitag, 5.Juni 2009, 19 Uhr, Mevissensaal der Fachhochschule Köln, Claudiusstr.1 (Südstadt)
Ein Vortrag von jimmy boyle berlin, auf Einladung von Casablanca 2.0 Köln
Die aktuelle Finanzkrise zu behandeln ist einerseits so schwierig, weil kaum jemand sich mit den „Technics“ des Finanzgewerbes auskennt. Hinzu kommt, dass man in den Medien jeden Tag über neue Produkte des Finanzgewerbes zu hören bekommt, die irgendeine Rolle für die Krise spielen sollen (Verbriefungen, Zertifikate, Anleihen, Swaps, etc.). In dem Seminar sollen einige „Technics“ erklärt werden, um anschließend anhand dieser einige Prinzipien des Finanzgewerbes aufzuzeigen und zu diskutieren.
Da uns der Anspruch, den ganzen Krisenprozess seit 2007 zu behandeln, überzogen scheint (allein die Behandlung der Hypothekenkrise erforderte ein eigenes Seminarwochenende), werden wir mitten in die aktuelle Krise „hineinspringen“ und uns von dort aus den Komplex erschliessen. Die Veranstaltung gliedert sich in zwei Teile:
Auf der Abendveranstaltung sollen rein die ökonomischen Prinzipien der Finanzkrise erhellt werden. Das tags darauf folgende Tagesseminar soll dann sowohl der vertieften Diskussion des bisher Erarbeiteten dienen als auch gezielt die Rolle der Nationalstaaten als Akteure in der Krise in den Blick nehmen.
Am folgenden Tag:
Tagesseminar am Samstag, den 6. Juni 2009, 13:00 bis ca. 19:00 Uhr, Anmeldung unter: gruppe_casablanca at yahoo.de.
Fachhochschule Köln, Mainzer Str. 5, Raum 214
Kostenbeitrag: 4€. Für Snacks und Getränke ist gesorgt.
Köln, 02.06.09 - Abendveranstaltung: We don't want a piece of cake - we want the whole fucking bakery!
Eine Abendveranstaltung in Köln zur Einführung in die Kapitalismuskritik am 2. Juni 2009, 20 Uhr im LC36 (ludolf-camphausen-str 36 - 50672 köln)
Gerade im Zuge der Finanzkrise liest und hört man viel Schlechtes über die "Schattenseiten" und "Auswüchse" der globalen Marktwirtschaft. Schuld an dem
Schlamassel seien vor allem verantwortungslose Unternehmer und deren maßlose Gier nach Profit. Am gesellschaftlichen Verhältnis, an Markt, Geld und Kapital liegt es nach Einschätzung von PolitikerInnen, ProfessorInnen oder KommentatorInnen von F.A.Z. bis RTL II jedenfalls garantiert nicht. Vielmehr erfährt man von eben diesen Leuten lauter "gute Gründe" für den Fortbestand der gegenwärtigen Wirtschaftsweise, die letztlich Wohlstand für alle bringen soll.
Wir meinen, dass dem nicht so ist. Schon lange vor den harten Auswirkungen der Krise steht bei genauerem Hinsehen fest, dass die kapitalistische Produktionsweise nicht dem Großteil der Beteiligten nutzt. Ganz ohne Blick auf die Sphäre von
Kredit und Zins und den sich dort abspielenden Turbulenzen wollen wir in einer Einführung in die Kapitalismuskritik einige ganz grundsätzliche Kritikpunkte an der Marktwirtschaft darlegen. Wir wollen zeigen, dass
- das Bedürfnisbefriedigung nicht Zweck der Gesellschaft ist - und auch das Gemeinwohl die Sache nicht besser macht;
- vielmehr das Geld Zweck der Produktion ist: aus Geld soll mehr Geld werden, nämlich Kapital;
- aus diesem Grund die ArbeiterInnen von ihrer Lohnarbeit am allerwenigsten haben und sie sich nur über Wasser halten können, wenn ihr Unternehmen sie erfolgreich ausbeutet;
- die Arbeiter noch nicht einmal von moderner werdenden Arbeitsplätzen
und technischem Fortschritt profitieren, da dieser nicht eingesetzt wird, um ihre Arbeit zu erleichtern und zu verkürzen.
Wenn die Zeit reicht, würden wir euch gerne noch vorstellen, warum die in der
Linken übliche Unterscheidung in "eigentliche" und "künstliche" Bedürfnisse unserer Ansicht nach verkehrt ist, warum Werbung und Konsumgesellschaft sicherlich nicht die zentralen Probleme sind, was wir an Technikfeindschaft kritisieren und warum KapitalistInnenschelte vieles ist, aber ganz sicher keine grundsätzliche oder vernünftige Kritik dieser Gesellschaft.
Alle, die Lust haben, mit uns zu diskutieren und über eine angemessenen Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse zu streiten, sind herzlich eingeladen.
Bremen, 25.04.09 - Tagesseminar: Hirnforschung als Herrschaftsmythos
(Anmeldung ist nicht nötig, wäre aber nett, damit wir das besser einschätzen können)
Tagesseminar zur Kritik der Hirnforschung am 25. April 2009, 11-16 Uhr, in Bremen im Paradox, Bernhardstraße 12, 28203 Bremen (Saal)
Das Seminar ist kostenlos; es wird keine Verpflegung geben.

Eine der populärsten Thesen der modernen Hirnforschung entlarvt die menschliche Willensfreiheit als bloße Illusion. Dort, wo man zugleich sehr stolz auf freiheitlich demokratische Verfassungen ist, werden hohe Summen für Forschungsvorhaben aufgebracht, welche den Menschen in seine naturkausal determinierten Schranken weisen sollen. Die bürgerliche Freiheit erweist sich so als kompatibel mit dem Glauben an die Unfreiheit des Denkens.
Das ist dann kein Widerspruch, wenn mensch sich vor Augen führt, dass die herrschenden Bedingungen tatsächlich Zweifel daran aufkommen lassen, ob Freiheit in ihnen wirklich sei oder wenn mensch an die stabilisierende Funktion einer Ideologie denkt, die gesellschaftliche Veränderungen nicht als politisch motivierte, sondern nur als genetisch verursachte zu erklären zulässt.
Auf diesem Tagesseminar soll der ideologiekritische Zusammenhang hergestellt werden zwischen dem doppelt freien Lohnarbeiter als Konstitutionsbedingung des Kapitalverhältnisses und dem Limbischen System, in welchem der Willensimpuls mit einer halben Sekunde Verspätung auf die getroffene Entscheidung folgt. Hierbei soll deutlich werden, was Freiheit in der bürgerlichen Gesellschaft bedeutet und wie aus objektiven Forschungsergebnissen Herrschaftsmythen resultieren können.
Berlin, 20.04.09 - Podiumsdiskussion über das "pro reli"-Bürgerbegehren
Diskussion mit jimmy boyle berlin in Berlin am Montag, 20.04. um 19.00 im JUP (Florastr. 84, nahe U- und S-Bahnhof Pankow)
Extra Antifa-Café: „Pro Reli“: Ausweitung der Kreuzzone?
Wenn die Berliner Initiative „Pro Reli“ mit ihrem Volxentscheid am 26. April Erfolg hat, könnten theoretisch über 70 Religionsgemeinschaften Anspruch auf eigene Unterrichtsstunden an öffentlichen Schulen Berlins anmelden - plus dem Angebot „Ethik.“ Multikulti pur? Jeder nach ihrer Fasson? Den Intitiator_innen geht es offensichtlich eher um die Hegemonie religiöser - vor allem christlicher - Anschauungen im Schulalltag. Also, was will „Pro Reli“? Was steckt hinter Ethik? Und, was geht mich das an? Darum gehts an diesem Abend.
Auf dem Podium: Ein Vertreter der Gruppe "jimmy boyle berlin" sowie Klaus Lederer (Die Linke-Landesvorsitzender Berlin)
Eine Veranstaltung der Emanzipativen Antifaschistischen Gruppe
Bremen, 20-22.02.09 - Seminar: Marxismus-Leninismus an der Macht
Seminar zum ehem. real existenten Sozialismus vom 20.-22.2.09 bei Bremen
(Autos aus Berlin werden organisiert, aus anderen Regionen versuchen wir es!)
Sieht mensch von den kümmerlichen Überresten in China (Achtung, dazu gibt es auch ein Seminar vom 30.01. bis 01.02.09), Nordkorea und Kuba ab, so fällt unmittelbar auf: Der real existierende Sozialismus gehört der Vergangenheit an. Und da landläufig vergangene Formen gesellschaftlichen Lebens gleichzeitig ein Beleg ihres notwendigen Endes sind, ist es ein leichtes, den Kapitalismus gegen alle linke Kritik mit einem kurzen Hinweis auf die Geschichte zu immunisieren. Die Unterstellung, aller Kommunismus müsse immer in Überwachungsstaat, Massenvernichtung und materiellem Elend enden, liegt da auch nicht mehr fern.
Damit wird die Geschichte zum politischen Totschlagargument für alle, die es nicht besser wissen (wollen). Wer sich mit diesen Binsenweisheiten nicht zufrieden geben will oder seine eigene politische Position ständig durch diese scheinbar unwiderlegbaren Resultate des Geschichtsverlaufs angefochten sieht, sollte sich ein paar Gedanken mehr zu den historischen Formen des Kommunismus, ihren Inhalten und Bedingungen machen. Dass die Gründe seines Scheiterns bzw. der Verlauf seiner Entwicklung nicht nur in der so genannten Menschennatur zu finden sind, kann mensch - auch ohne Kommunist zu sein - zumindest vermuten.
Was waren also die Ereignisse der Oktoberrevolution in Russland? Warum gelang es Lenin und Konsorten in Russland das gesamte Land tatsächlich umzukrempeln? War dabei der Tod von Millionen bereits in ihrem Programm angelegt oder schon durch das Wesen des Kommunismus vorherbestimmt? Wie sah denn diese besondere Planwirtschaft aus, die nicht nur, aber ganz schön viel Mangel produzierte? Und in welchem Verhältnis stehen Theorie und Praxis des (ehemals) real existierenden Sozialismus zu einer heutigen Kapitalismuskritik? Also, wenn Du Lust hast, mit zu diskutieren: anmelden und vorbeischauen.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Das Geld wird auf dem Seminar eingesammelt. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 30.01-01.02.09 - Seminar: Chinas langer Marsch zur Weltmacht
Seminar zu China vom 30.1.-1.2.09 bei Berlin
China ist heute eine der Weltmächte - nicht nur ökonomisch, auch politisch und militärisch. Das stört den Westen mittlerweile: China ist verstärkt ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Es herrsche Kapitalismus in Reinform, China schotte sich ab und hielte sich nicht an Menschenrechts-, Sozial- und Umweltstandards, die schließlich auch dazugehören und überhaupt ginge es nicht, dass eine Milliarde Chinesen alle ihr eigenes Auto wollten und womöglich bald auch kriegten.
Wir wollen uns auf diesem Seminar mit der Geschichte und der Gegenwart des chinesischen Weltmachtprogramms beschäftigen und fragen, welche Rolle China heute in der Staatenkonkurrenz wirklich spielt und was (nicht) dran ist an der Kritik der hiesigen Kritiker.
Warum ist vom chinesischen Kommunismus heute nur ein ganz normaler Nationalismus übrig geblieben? Warum jubeln heute bürgerliche Demokraten einem tibetischen Gottkönig zu, wenn er eine autoritär-kapitalistische Diktatur kritisiert?
Schon Wilhelm II. warnte vor der "gelben Gefahr"; heute setzt der Spiegel die "gelben Spione" auf sein Titelbild - welche Sichtweise auf China und Chinesen gibt es im freien Westen?

(Mao Zedong erklärt den Bauern einen Witz)
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Das Geld wird auf dem Seminar eingesammelt. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Hannover, 22.01.09 - Veranstaltung: Rechtsextremismus in Russland
Diskussionsveranstaltung in Hannover im UJZ Korn (Kornstr. 28-30, Hannover/Nordstadt) am Do. 22. Januar 2009, 20 Uhr
Auf Einladung der antifaschistischen aktion hannover [aah]
Meldungen über die extreme Rechte in Russland, ihre Organisationen und ihre Gewalttaten finden sich immer wieder in den Medien. Jelzins Nachfolger Putin war im Westen nicht sehr beliebt. Wie hat sich die extremen Rechte seit seinem Amtsantritt entwickelt? Welche ihrer Inhalte findet sich in der offiziellen Politk wieder und warum?
Im Westen wird viel über die Abkehr von liberalen Ideen und Putins wiederkehrenden imperialen Ambitionen geklagt. Ein Erfolg der "nationalpatriotischen" Opposition oder ein Beweis ihrer Überflüssigkeit?
Der "Kampf gegen Extremismus" wird auch in Russland gerne zum Thema von offiziellen Politik. Wie läuft die staatliche "Extremismusbekämpfung", was machen die NeofaschistInnen bei Anti-Putin-Demos und im Umfeld des Kremls? Warum beschuldigen sich Putin-Fans und -GegnerInnen mit dem Faschismus-Vorwurf und warum sind manche "AntifaschistInnen" ideologisch so nah an ihren GegnerInnen?
In den letzten Jahren wenden sich die russischen Rechten zunehmend einem neuen Themengebiet zu: Dem Kampf gegen (Arbeits)migration. Was haben sie dabei von ihren GesinnungsgenossInnen im demokratischen Westen gelernt?
Um diese und andere Fragen soll es bei der Veranstaltung gehen. Der Referent kommt von der Gruppe "Kritik im Handgemenge" (junge linke) aus Bremen.
Hannover, 19.01.09 - Veranstaltung: Hauptsache gesund! Krankheit, Behinderung als Super-GAU des bürgerlichen Individuums
Diskussionsveranstaltung am 19.1.09 in Hannover im UJZ Korn (Kornstr. 28-30, Hannover/Nordstadt)
Das Wichtigste im Leben ist doch die Gesundheit. Klar, Kranksein ist doof, und dass Krücken als unsexy gelten, das weiß jeder, der schon mal einen Sportunfall hatte. Krank oder behindert sein will niemand. Nicht umsonst gibt es die Dauer-Debatte um die Sterbehilfe, denn trotz Lebensschutz-Primats ist Konsens: „An Schläuchen hängen - niemals“. Die damit verbundene Abhängigkeit ist DAS Katastrophenszenario des sich als frei gerierenden bürgerlichen Individuums. Kein Wunder, dass die Repräsentanten dieser Katastrophe Unbehagen erzeugen. Abscheu, Mitleid, Bewunderung – sind vielfältig und oft extrem. Was sind die Stereotypen rund um abweichende Körperlichkeit? Was bedeutet der (intakte) Körper im Kapitalismus? Und was bringen die Behindertenbewegung, Rampen und Integrationsjobs?
Eine Veranstaltung der Assoziation gegen Kapital und Nation Hannover
Wolfsburg, 16.-18.01.09 - Seminar zum politischen Veganismus
Seminar zur Auseinandersetzung mit dem politischen Veganismus vom 16.-18.1.09 in Wolfsburg
(Autoplätze aus Leipzig gibts, aus anderen Regionen versuchen wir es!)
Seit einigen Jahren gibt es in der linken Szene eine Strömung, die mit den Namen Tierrechts-, Tierbefreiungs- bzw. Antispeziesistische Bewegung bezeichnet werden kann. Die Vielfalt der Namen deutet schon an, dass es sich um eine heterogene Bewegung handelt, deren Mitglieder und Gruppen sich mit unterschiedlichen theoretischen Ansätzen dem hiesigen Verhältnis zwischen Mensch und Tier nähern, es kritisieren und verändern wollen. Ihr gemeinsames Ziel ist eine vegane Gesellschaft, über deren sonstige politische und ökonomische Ausgestaltung jedoch Uneinigkeit besteht. Wenn von anderen linken Gruppen daran Kritik geäußert wird, geht sie oft an den aktuellen Theorien dieser Bewegung vorbei oder ist einfach nur platt polemisch.
Wir wollen in diesem Seminar unsere Analyse darüber vorstellen und mit Euch diskutieren, wie Kapitalismus und die politische Einrichtung unserer Gesellschaft sowohl mit der alltäglichen Benutzung von Menschen und von Tieren als auch mit den heutigen Bildern und Vorstellungen über Tiere und Menschen zusammenhängen. Auf dieser Grundlage wollen wir zusammen rechtstheoretische, soziologische, sowie durch die Kritische Theorie inspirierte Begründungen für die Forderung nach einer veganen Gesellschaft zur Kenntnis nehmen und differenziert kritisieren.
Es soll auch darum gehen, ob bzw. an welchen Stellen diese Theorien umschlagen in eine Zustimmung zu den Prinzipien der heute herrschenden Verhältnisse, die den Lebensunterhalt und die Befriedigung der Bedürfnisse von Menschen systematisch von ihrem individuellen Erfolg in der ökonomischen Konkurrenz abhängig machen. (Wobei unserer Meinung nach die rücksichtslose Zurichtung und Nutzung all dessen, was zur "Natur" gezählt wird, eine weitere Konsequenz derselben Verhältnisse ist.)
Außerdem sollen auch der Begriff "Speziesismus" sowie das Konzept "Unity of Oppression" erläutert werden. Schon mal vorweg: Wir meinen begründen zu können, warum sie weder zum Verständnis der Gesellschaft, noch zu deren Kritik oder zur Begründung einer allgemeinverbindlichen Moral sinnvoll sind. Auch das können gern Diskussionspunkte sein. Kurz gesagt: Es geht um die Frage, ob "die Befreiung der nichtmenschlichen Tiere" wirklich ein (notwendiger) Schritt in Richtung einer auch für Menschen besseren Gesellschaft ist.
Einladen wollen wir zu dieser Diskussion VeganerInnen, ihre KritikerInnen und alle anderen am Thema Interessierten. Besondere Vorkenntnisse sind nicht nötig, bringt eure Fragen einfach mit.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 4.12.08 - Veranstaltung: Hauptsache gesund! Krankheit, Behinderung als Super-GAU des bürgerlichen Individuums
Diskussionsveranstaltung am 4.12.08 um 19.00 Uhr in Berlin
Das Wichtigste im Leben ist doch die Gesundheit. Klar, Kranksein ist doof, und dass Krücken als unsexy gelten, das weiß jeder, der schon mal einen Sportunfall hatte. Krank oder behindert sein will niemand. Nicht umsonst gibt es die Dauer-Debatte um die Sterbehilfe, denn trotz Lebensschutz-Primats ist Konsens: „An Schläuchen hängen - niemals“. Die damit verbundene Abhängigkeit ist DAS Katastrophenszenario des sich als frei gerierenden bürgerlichen Individuums. Kein Wunder, dass die Repräsentanten dieser Katastrophe Unbehagen erzeugen. Abscheu, Mitleid, Bewunderung – sind vielfältig und oft extrem. Was sind die Stereotypen rund um abweichende Körperlichkeit? Was bedeutet der (intakte) Körper im Kapitalismus? Und was bringen die Behindertenbewegung, Rampen und Integrationsjobs?
Ort: Alte Feuerwache e.V.
Axel-Springer-Str. 40/41
10969 Berlin-Kreuzberg
Bus 248 & M29 Station Lindenstr./Oranienstr.
Alternativ: U-Bahn Kochstr., Spittelmarkt oder Moritzplatz
Eine Veranstaltung von Jimmy Boyle Berlin und Kritik im Handgemenge Bremen
Berlin, 28.-30.11.08 - Seminar: Autonome Klassenbewegung, Räteherrschaft, Selbstverwaltung – Die heilige Dreifaltigkeit des Rätekommunismus und was an ihr zu kritisieren ist
Seminar zum Rätekommunismus vom 28.-30.11.08 bei Berlin
Die Links- oder Rätekommunisten werden in den letzten Jahren nicht nur in der "Jungle World" wieder entdeckt : In Deutschland (Herman Gorter, die Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands und die Allgemeine Arbeiter Union Deutschlands), den Niederlanden (Anton Pannekoek), in Frankreich, in Italien (Amadeo Bordiga) und den USA (International Workers of the World) - in vielen Ländern gab es Linksradikale, die sich auf Marx beriefen, aber trotzdem zum Großteil Lenins Parteikonzeption, Trotzkis Revolutionstheorie und Stalins System kritisierten. Und das klingt doch spannend.
Was diese Strömungen gemeinsam haben, was an der Kritik des Leninismus dran ist und was sich mit den Theorien der Rätekommunisten über Staat, Kapital, Nation, Ideologie, Faschismus und Revolution anfangen lässt, wollen wir auf dem Seminar anhand von Originaltexten diskutieren.
Schließlich wollen wir die Kritik der Operaisten am Leninismus und deren Bezug auf die Arbeiter diskutieren und was das mit den Rätekommunisten zu tun hat - auf die Post-Operaisten werden wir allerdings nicht mehr eingehen.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Hannover, 17.11.08 - Vortrag: Kredit und Börse
Referat und Diskussion in Hannover am Montag, 17. November 08, 20 Uhr (nach der Vokü) im UJZ Korn (Kornstr. 28-30, Hannover/Nordstadt)
Dem Finanzkapital wird seit jeher weitreichende Macht und großer Einfluss zugesprochen; ebenso wird es verantwortlich gemacht für alles, was den Leuten nicht passt an dem, was sie sich unter Kapitalismus vorstellen. Die wenigsten wissen jedoch genau, was sich hinter Kreditgeschäften und Finanztransaktionen wirklich verbirgt. Wir wollen einen Einstieg in das schwierige Thema Finanzmärkte bieten (Vorkenntnisse sind dafür nicht nötig!) und fragen: Was ist und wie funktioniert der Kredit zwischen den Unternehmen und zwischen Banken und Unternehmen? Was ist spekulativer an Finanzgeschäften als an "normalen" Unternehmungen? Warum landen viele Menschen bei Betriebsinsolvenzen immer wieder zielstrebig beim Finanzkapital als Ursache und nicht etwa bei den unternehmerischen Konkurrenten? Und: Lässt sich in dieser Denkweise die alte Unterscheidung von "schaffendem" und "raffendem" Kapital aus der Nazi-Propaganda gegen das "internationale Finanzjudentum" wieder finden?
Eine Veranstaltung der Assoziation gegen Kapital und Nation Hannover
Hannover, 7.-9.11.08 - Seminar: Von der Biologie zur Ideologie
Wie die objektive Wissenschaft sich in ihren eigenen Vorurteilen verrennt.
Seminar zu Biologie und Biologismus vom 7.-9.11.08 bei Hannover
(Autos aus Berlin werden organisiert, aus anderen Regionen versuchen wir es!)
Dass Frauen im Gegensatz zu Männern Kinder gebären können, ist eine bekannte Tatsache. Dass Frauen nicht zuhören und Männer nicht einparken können, ist offensichtlich ideologischer Blödsinn. Für den liefert die Biologie scheinbar eine Grundlage, mit der dann viele individuelle Charaktereigenschaften oder Handlungen von einzelnen Menschen aufgrund ihrer Natur erklärt werden. Selbst gesellschaftliche Scheiße wird immer wieder biologisiert.
Solche Erklärungen menschlicher Handlungen und gesellschaftlicher Phänomene aufgrund der Forschungsergebnisse von Teilbereichen der Biologie stellen eine besondere Form der bürgerlichen Ideologie dar: den Biologismus. Indem Ergebnisse der Biologie herangezogen werden, um die Gesellschaft als rein der Naturkausalität unterworfen darzustellen, verschwindet die Möglichkeit eines freien Willens. Die bestehenden Verhältnisse werden als natürliche und damit zugleich als richtige dargestellt. Die bewusste Veränderung der unfreien Gesellschaft durch uns Menschen erscheint somit als unmöglich.
Doch die genaue Grenze zwischen Biologie und Biologismus zu bestimmen, erweist sich bei näherer Betrachtung als problematisch. Denn die Kritik der Biologismen verweist auf systematische Schwierigkeiten innerhalb der Biologie. Nicht erst in der biologistischen Ideologie werden Verhaltensforschung, Genetik, Ökologie und Co. bloß zur Erklärung von gesellschaftlichen Verhältnissen instrumentalisiert, sondern umgekehrt liegt in der heutigen biologischen Forschung selbst bereits der Fehler.
In diesem Seminar werden wir sowohl die immanente Problematik der derzeitigen Biologie als auch ihre weit reichende ideologische Funktion und die Folgen der biologistischen Betrachtung des Menschen und seiner Gesellschaft untersuchen und kritisieren.

Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Bremen, 10.10.08 - Veranstaltung: Hauptsache gesund! Krankheit, Behinderung als Super-GAU des bürgerlichen Individuums
Veranstaltung am 10.10.08 in Bremen-Walle, SZ Grenzstraße um 20 Uhr
Das Wichtigste im Leben ist doch die Gesundheit. Klar, Kranksein ist doof, und dass Krücken als unsexy gelten, das weiß jeder, der schon mal einen Sportunfall hatte. Krank oder behindert sein will niemand. Nicht umsonst gibt es die Dauer-Debatte um die Sterbehilfe, denn trotz Lebensschutz-Primats ist Konsens: „An Schläuchen hängen - niemals“. Die damit verbundene Abhängigkeit ist DAS Katastrophenszenario des sich als frei gerierenden bürgerlichen Individuums. Kein Wunder, dass die Repräsentanten dieser Katastrophe Unbehagen erzeugen. Abscheu, Mitleid, Bewunderung – sind vielfältig und oft extrem. Was sind die Stereotypen rund um abweichende Körperlichkeit? Was bedeutet der (intakte) Körper im Kapitalismus? Und was bringen die Behindertenbewegung, Rampen und Integrationsjobs?
(Die Veranstaltung von Kritik im Handgemenge findet im Rahmen des Sozialforums statt)
Berlin, 4.10.08 - Diskussionsveranstaltung: Warum Deutschland so viele Freund/-innen hat
Ein Vortrag von Jimmy Boyle Berlin zu Nationalismus am 04. Oktober ab 12:00h in Berlin, Haus der Demokratie (Greifswalder Str. 4)
Im Rahmen des Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin (Arab)-Theorie-Tages "Deutschland in den Rücken fallen"
Am 3. Oktober wird die Einheit der Deutschen Nation gefeiert. Anlässlich dessen versuchen wir zu klären, was es bedeutet Teil einer Nation zu sein. Außerdem wollen wir diskutieren, warum soviele Leute das für ne feine Sache halten und warum wir daran gar nichts Gutes finden können.
Sulzbach-Rosenberg, 27.09.08 - Tagesseminar: Die sexuelle Revolution der 68er, ihre Folgen und ihre Kritiker
Tagesseminar in Sulzbach-Rosenberg am Samstag, 27.09.08
Danach gefragt, um was es den 1968 den rebellierenden Jugendlichen eigentlich ging, lautet die Antwort von Zeitzeugen und ihre Nachfahren wie aus einem Munde:"Sexuelle Befreiung!"
Doch von was wollten die "68er" die Sexualität eigentlich befreien? Haben sie wirklich das erreicht, was sie wollten und rannten sie eventuell gar offene Türen ein? Wie verhält sich das Protest gegen die überkommenen Normen zum neuen "neoliberalen" Arbeitsethos mit seinen "Ich-AGs" und "Selbstmanagement"? Was kritisieren eigentlich die '68er-Hasser von links und rechts wie Jürgen Elsässer und Michel Houellebecq an den Folgen der sexuellen Revolution - und warum
hört sich die Kritik aus den beiden Lagern so verdammt ähnlich an? Was hat es mit den Klagen über die Omnipräsenz des Sexuellen seit 1968 auf sich?
Um diese Fragen soll es bei dem Tagesseminar gehen.
Hannover, 24.-31.7.08 - Sommercamp 2008 - Ferien von Deutschland machen....
(Hallo! Leider ist das Camp schon voll, wir haben leider nur begrenzte Kapazitäten. Auch die Warteliste ist schon so voll, dass wir auch diese geschlossen haben. Sorry!)

Sommercamp gegen Kapital und Nation vom 24.-31.07.2008 in Niedersachsen
Für die Anreise versuchen wir verschiedene TeilnehmerInnen für eine mögliche gemeinsame Anreise zu vernetzen
Eine Woche lang Sonne und Theorie, Sommer und Diskussion, Freibad und Argumente. Täglich werden zu vernünftigen Zeiten zwei Workshops angeboten, die wie im echten Leben in Konkurrenz stehen zu Sauna, Schwimmen, Schlafen, Spaziergängen, Kickern und Lagerfeuerromantik (letzteres sehr umstritten).
Es wird Workshops u.a. zu folgenden Themen geben: Drogenpolitik, Realsozialismus, Homophobie und Sexualität, Kritik der Schule, Kapitalismuskritik, Mythos Finanzkapital, Kritik der Ehe, Einführung in das ‚Kapital’ von Marx, Evolutionsbiologie und Geschlechterverhältnis, Krankheit&Behinderung als Super-GAU des bürgerlichen Individuums, Rechtsstaat, Eliteuniversität, NPD, PC-Verschlüsselung, Hirnforschung, Klassenkampf, Demokratie, EU … und das war längst nicht alles.
Außerdem haben wir bereits die Zusage von Andrea Trumann, Autorin des Buches "Feministische Theorie. Frauenbewegung und weibliche Subjektivierung im Spätkapitalismus" (Stuttgart 2001), für zwei Workshops. Der eine wird zum Thema "1968ff - Orgasmusschwierigkeiten & die Frauenfrage" gehen, der zweite den Versuch einer materialistischen Kritik des Geschlechterverhältnisses wagen.
Auch zugesagt haben die FreundInnen der Klassenlosen Gesellschaft (Berlin). Sie werden ihre 28 Thesen zur Klassengesellschaft vorstellen.
T.O.P. Berlin wird einen Workshop zu Völkischem Antikapitalismus bestreiten.
Zur inhaltlichen Einstimmung hier schon mal eine ausführlichere Übersicht des Geplanten:
Alles für die Volksgesundheit – Kritik der Drogenpolitik
Einigkeit besteht allerorten, dass Drogengebrauch nicht sein soll und der Verkauf von Drogen unmoralisch und damit zu Recht vom Staat verboten ist. Über die gefährliche Wirkung der Drogen von Abhängigkeit und körperlichem Verfall bis hin zu Beschaffungskriminalität und Tod durch Überdosierung informieren die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Kirchen und Bürgervereine. Wir wollen diskutieren, inwiefern die typischen Probleme verelendeter Drogenbenutzer auf die Substanzeigenschaften zurückzuführen sind und welche Rolle die Drogenpolitik selber dabei spielt; was von dem Anspruch des Staates auf den Stoffwechsel seiner BürgerInnen zu halten ist und wie er in die Welt kommt; warum die Legalisierungsbewegung daran oftmals nur laue Kritik äußert.
Du denkst, Dein Hirn lenkt – Kritik der Hirnforschung
Die naturwissenschaftliche Erforschung des menschlichen Gehirns beschäftigt in den letzten Jahren zunehmend auch die Geisteswissenschaften. Es geht dabei um die Fragen, ob unser freier Wille eine bloß subjektive Einbildung sei; ob das Strafrecht dahingehend reformiert werden müsse, dass es keine Schuld im moralischen Sinne geben kann, da Täter durch die neuronale Struktur ihres Gehirns determiniert seien; ob Kinder durch Erklärungen die Welt begreifen, oder nur durch Reize lernen können. Der Workshop soll zeigen, was der ideologische Gehalt der modernen Hirnforschung ist und wie mit ihm unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Objektivität reaktionäre Politik legitimiert werden kann.
Homophobie und Sexualität
Sexualität spielt in der bürgerlichen Gesellschaft unbestreitbar eine große Rolle. Warum eigentlich? Nur weil sie Spaß macht/machen kann, wohl kaum. Warum ist Sexualität – was ist das eigentlich? - die Projektionsfläche für Glück, erfülltes Leben, Erfolg etc. pp.? Sexualität ist sogar so wichtig, dass die Menschheit nicht nur in zwei biologische Geschlechter zerfallen soll, sondern auch noch in die Untergruppen derjenigen, die mit dem anderen und mit derjenigen, die mit dem eigenen Geschlecht Sex haben wollen. Aber was ist eigentlich drin in den Schubladen "Heterosexuell", "Homosexuell" und "Bisexuell"? Und warum müssen sich Schwule und Lesben auch im aufgeklärten 21. Jahrhundert mit soviel Scheiße rumschlagen?
Marxismus-Leninismus an der Macht - Realsozialismus
Sieht mensch einmal von den kümmerlichen Überresten in China, Kuba und Nordkorea ab, so fällt unmittelbar auf: Der real existierende Sozialismus gehört der Vergangenheit an – und das ist auch ganz gut so.
Die Geschichte des Realsozialismus dient jedoch bis heute für viele als der beste Beweis der unverbesserlichen Menschennatur und ist ein beliebtes Totschlagargument gegen jegliche Kritik am Hier und Jetzt. Der Realsozialismus soll in diesem Workshop keinesfalls verteidigt, sondern erklärt werden und zwar dadurch, dass man sich seine Grundlagen, seine Ziele und seinen Verlauf ansieht.
1968ff - Orgasmusschwierigkeiten & die Frauenfrage
Den Beginn der neuen deutschen Frauenbewegung markiert Helke Sanders Tomatenwurfrede auf der Delegiertenversammlung des SDS, dem avanciertesten Teil der Studentenbewegung von 1968: „Genossen eure Veranstaltungen sind unerträglich. Ihr seid voll von Hemmungen, die ihr als Aggressionen gegen die Genossen auslassen müsst, die etwas Dummes sagen oder etwas dass ihr schon wisst. Warum sagt ihr nicht endlich, dass ihr kaputt seid vom letzen Jahr, euch in politischen Aktionen körperlich und geistig zu verausgaben ohne dabei Lustgewinn zu verbinden. Warum sprecht ihr hier vom Klassenkampf und zu Hause von Orgasmus¬schwierigkeiten. Ist das kein Thema für den SDS?“
Die Hoffnungen der SDS-Frauen von den allgemeinen Emanzipationsbestrebungen der Studentenbewegung profitieren zu können wurden zerstört, indem hier die Trennung zwischen Privat und Öffentlich wieder hergestellt wurde, die für die bürgerliche Gesellschaft konstitutiv ist. Die Frauen leckten die Wunden der Revolutionäre, die ihnen in den politischen Führungsstreitigkeiten und im Kampf gegen die Staatsgewalt zugefügt worden waren und fühlten sich dabei auch nicht anders als die Ehefrau, die ihrem Mann nach getaner Arbeit das Essen vorsetzt.
Ging es den SDS-Frauen politisch um die Aufhebung der Trennung von Produktion und Reproduktion, Öffentlich und Privat, also um die Aufhebung der Geschlechter, so schlug sich die kurz darauf bildende Frauenbewegung stets auf eine Seite der Trennung. Entweder also auf die Annährung an die Männer im Gleichheitsfeminismus oder eine Überhöhung der Weiblichkeit im Differenzfeminismus.
Das dies aber erst geschah als die Möglichkeit der Revolution verspielt worden war, ist kein Zufall. Denn die Trennung zu akzeptieren heißt auch gleichzeitig Staat und Kapital zu akzeptieren.
Versuch einer materialistischen Kritik des Geschlechterverhältnisses
Einem linken Vorurteil nach existieren einmal das Geschlechterverhältnis und dann die Ausbeutung durch das Kapital. Es verwundert kaum, dass sowohl die Kritik an dem einen, wie an dem anderen erkannten Übel nicht gelingen mag, da durch solche vom Verstand vollzogenen Trennungen der Blick auf die sich zu einer Totalität verdichteten Gesellschaft bereits verstellt wird, bevor man überhaupt angefangen hat über einen bestimmten Gegenstand zu reflektieren. Die vorhandene fundamentale Spaltung der Gattung in einen weiblich-sinnlichen und einen männlich-disziplinierten Teil soll aus den Erfordernissen der Kapitalverwertung selbst erklärt werden: Um sich als arbeitsfähiges Subjekt zu setzen, müssen die Vereinzelten jeweils ihr Begehren abspalten und dieses auf die Frau projizieren, welche den Schmuck stellvertretend tragen muss. Unter kritischen Rückgriff auf Butler und Foucault, sowie Marx und Freud soll dieser Verdrängungsmechanismus am Beispiel der verleugneten Homosexualität dargestellt werden.
Kapitalismuskritik
Alte und immer noch aktuelle Fragen: Warum gibt es neben dem Reichtum in den kapitalistischen Gesellschaften soviel Armut? Warum sorgt der technische Fortschritt nicht für mehr Muße, sondern für Arbeitslose auf der einen Seite und Überstunden für die Beschäftigten auf der anderen Seite? Und warum fällt der angeblich rettende Einsatz des Staates für die Bedürftigen in dieser Gesellschaft immer so dürftig aus?
Hauptsache gesund! Krankheit, Behinderung als Super-GAU des bürgerlichen Individuums
Das Wichtigste im Leben ist doch die Gesundheit. Klar, Kranksein ist doof, und dass Krücken als unsexy gelten, das weiß jeder, der schon mal einen Sportunfall hatte. Krank oder behindert sein will niemand. Nicht umsonst gibt es die Dauer-Debatte um die Sterbehilfe, denn trotz Lebensschutz-Primats ist Konsens: „An Schläuchen hängen - niemals“. Die damit verbundene Abhängigkeit ist DAS Katastrophenszenario des sich als frei gerierenden bürgerlichen Individuums. Kein Wunder, dass die Repräsentanten dieser Katastrophe Unbehagen erzeugen. Abscheu, Mitleid, Bewunderung – sind vielfältig und oft extrem. Was sind die Stereotypen rund um abweichende Körperlichkeit? Was bedeutet der (intakte) Körper im Kapitalismus? Und was bringen die Behindertenbewegung, Rampen und Integrationsjobs?
Evolutionsbiologie und Geschlechterverhältnis - „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken können“
Wir wollen mit euch den gleichnamigen erfolgreichen Beziehungs- und Sexratgeber als Hörbuch anhören (~40 Min.); dessen evolutionsbiologische „Erklärung“ der Probleme des modernen Geschlechterverhältnisses skizzieren, und möchten gerne mit euch überlegen, warum so ein Unsinn so verbreitet und funktional ist für das Geschlechterverhältnis im Kapitalismus, für den Gefühlshaushalt der derart als Männer und Frauen Sortierten.
Der Rechtsstaat – die Faust aus dem Westen
In Zeiten des Internationalen Terrorismus wird "unsere Freiheit" durch Rechtsstaatsreformen gesichert. Was ist Freiheit, dass sie permanent gesichert werden muss und stimmt der von Kritikern Schäubles gemachte Vorwurf, dass die Freiheit zugunsten der Sicherheit flöten geht?
Mythos Finanzkapital
Ob Franz Müntefering oder die NPD, BüSo oder attac: Linke wie Rechte sehen das "Finanzkapital" gern als Wurzel allen Übels dieser Welt. Wir wollen einen Einstieg in das schwierige Thema Finanzmärkte bieten und unsere Kritik an der Unterscheidung vom gutem ("schaffendem") und bösem ("raffendem") Kapital mit Euch diskutieren.
Demokratie oder die Freiheit einer Staatsgewalt zuzustimmen
In der Bundesrepublik gilt trotz der verordneten Bescheidenheit weitgehend, dass die Demokratie, eine gute Sache ist. Immerhin gibt es Wahlen, Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. Man kann sich also in die Politik einmischen, Kritik und Unmut (auf der Straße) äußern und ist nicht einfach nur passiver Untertan. Was damit schon einmal unhinterfragbar feststeht: 1. dass es Über- und Unterordnung geben muss und 2. dass es innerhalb dieser Ordnung notwendig zu Interessenskonflikten und Schädigungen bei den Untertanen kommt, die von der Politik - und nur ihr - betreut werden. Wo kommen diese Interessenskonflikte her und wie funktioniert politische Willensbildung in der Demokratie denn in der Praxis? Wozu gibt es Wahlen und wieso soll es einen Unterschied machen, einer gewählten Mann- bzw. Damenschaft Untertan zu sein, als einer nicht gewählten?
Zu den Örtlichkeiten: Das Camp findet in der Nähe von Hannover statt und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Übernachtung in Betten oder selbst mitgebrachten Zelten. Die Anlage ist leider nur bedingt rollstuhlgerecht. Organisierte Selbstverpflegung, manchmal kochen und abwaschen aber täglich essen, stets auch vegetarisch (und auf Ansage vegan). Vorhanden sind Tagungsräume, Kicker, Billardtisch, Tischtennisplatte, WLAN, Grillplatz mit Steinofen für lecker Pizza, Kinoraum, Musik- und Veranstaltungsraum mit Instrumenten und Anlage, große Rasenfreifläche für sonst was, eine kleine finnische Sauna und ein Freibad in Fußnähe. Hunde werden angeleint geduldet.
Organisatorisches: Der Teilnahmebeitrag beträgt je Tag 7 Euro für BettennutzerInnen und 5 Euro für Zeltende. Materialien und Vollverpflegung inklusive. Fürs Freibad wird ein Sonderpreis ausgehandelt. Anmeldung auf dieser Seite. Bitte angeben, von wann bis wann Du kommst, ob Du im Haus oder Zelt schlafen willst (im Zusatzfeld) und ob Du vegetarische bzw. vegane Kost bevorzugst.
Hannover, 4.-6.07.08 - Seminar: Sex (auch wenn das komisch klingt)
Wochenendseminar über Sexualität vom 4.-6. Juli 2008 in Hannover
Autoplätze von Berlin werden auf jeden Fall organisiert, aus anderen Städten versuchen wir es
Dass Sexualität in der Gesellschaft eine große Rolle spielt - wir sehen es auf den Werbeplakaten, hören es in jedem Popsong, spüren es am eigenen Leib. Aber was ist Sexualität eigentlich? Natur pur? Ein Diskurs? Eine bloße Konstruktion? Ein Begehren, ein Trieb, ein Phantasma? Warum ist sie so wichtig für das bürgerliche Subjekt - Einübung bürgerlicher Selbstbeherrschung, frühkindliche Prägung oder ideelle Kompensation für die Konkurrenz? Oder alles drei? Oder gar nichts davon?
Moderne Menschen wissen: Sexualität soll schön sein, Pornographie ist - wenn sie gewaltlos ist - irgendwie okay, Homosexualität total "normal". Wenn alles so easy ist, warum muss sich jeder im Laufe seines Lebens mit Sexualität auseinandersetzen, warum ist Sexismus so normal - und warum gibt es den Hass auf Schwule und Lesben weltweit? Woher kommt die Einteilung in "normal" und "pervers"? Haben die Linken '68 die Sexualität "befreit" und wenn ja, wovon?
Ein moderner Staat mischt sich nicht ein in das Liebesleben seiner BürgerInnen, sondern hält das für Privatsache. Selten so gelacht: Warum privilegiert das Grundgesetz dann Ehe und Familie und liefern sich SPD und CDU eine Konkurrenz in Sachen Familienfreundlichkeit? Ehe ist ein Dreier mit dem Staat - was lässt sich noch darüber sagen?
Diese und andere Fragen zum Thema Sexualität in der kapitalistischen Gesellschaft möchten wir auf dem Seminar diskutieren.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.

Bremen, 2.07.08 - Veranstaltung: Die Gewalt der Ordnung
Diskussionsveranstaltung zu Jugendkriminalität & Verschärfung des Jugendstrafrechts im Infoladen Bremen St. Paulistr. 10-12 (Ostertor) am Mittwoch, 02. Juli 2008, 20 Uhr
Alle Jahre wieder ist "Jugendkriminalität" Gegenstand der öffentlichen Debatte. Anfang dieses Jahres haben Koch (CDU) und Konsorten die altbekannten Forderungen nach härteren Strafen und Erziehungscamps genutzt, um sich als konsequente Verfechter von Recht und Ordnung zu profilieren: Selbstverständlich sei der Staat ihrer Ansicht nach den jugendlichen Tätern gegenüber bisher viel zu nachsichtig gewesen und härtere Strafen dienten besserer Abschreckung und bedeuteten weniger Straftaten. SPD und liberale PolitikerInnen haben dem nichts anderes entgegenzusetzen, als die konsequente Ausschöpfung der bisherigen Gesetze und eine schnellere Aburteilung der Jugendlichen durch die Gerichte. Für noch konsequenter halten sich Grüne und Linkspartei bei ihrer vermeintlichen Ursachenbekämpfung. Für sie ist die beste Kriminalpolitik schon immer eine gute Bildungs- und Sozialpolitik gewesen.

Uns geht es nicht darum, wie Jugendliche dazu gebracht werden können, sich an Recht und Ordnung zu halten. Wir wollen zeigen, dass der Schutz der Rechtsordnung durch den Staat etwas anderes ist als der Schutz der BürgerInnen vor Gewalt und Schädigung, und inwiefern das Strafsystem selbst und die Ordnung, der das Recht dient, die Gründe für das Verbrechen wie auch das Interesse der BürgerInnen an Strafen und ihrer Verschärfung immer wieder hervorbringen. Wir wollen nicht für ein besseres Strafsystem eintreten, sondern die Verhältnisse kritisieren, die ein solches nötig machen.
Eine Veranstaltung von Gruppe "Kritik im Handgemenge" Bremen
In Kooperation mit Rosa Luxemburg Initiative Bremen
Hannover, 7.07.08 - Veranstaltung: Vom Gesundheitsterror und seinen Drogenfeindbildern
Referat und Diskussion in Hannover am Montag, 7. Juli 08, 20 Uhr im UJZ Korn (Kornstr. 28-30, Hannover/Nordstadt)
Drogenpolitik ist heute Ausformung eines "aufgeklärten", umfassenden gesundheitspolitischen Anspruchs. Historiker gestehen heute gern zu, dass es letztlich historische Zufälle waren, die zu der bis heute gültigen Gruppierung psychoaktiver Substanzen in "verboten" und "erlaubt" geführt haben. "Gefährlich" und "ungefährlich" war immer eher ein Urteil über die Drogenbenutzer als über die Drogen selbst; Unterschichten und aus rassistischen Gründen Ausgegrenzte wurden für ihren – als wesensmäßig unterstellten – Drogengebrauch stigmatisiert.

(William S. Burroughs, Junkie)
Im Kapitalismus wird mit Drogenverboten Ernst gemacht – sie sind ein machtvoller Anspruch gegen jeden Einzelnen, der mit Erziehung, Polizei und Psychiatrie durchgesetzt wird. Aber die Drogenverbote sind lange nicht mehr alles: Alles was ein Einzelner mit seinem Stoffwechsel tut, um seine Sinne oder sein Bewusstsein zu stimulieren, gilt potentiell nicht mehr einfach als seine Angelegenheit; vielmehr soll sich jeder individuelle Genuss rechtfertigen. In Frage gestellt, so die durchgesetzte Vorstellung in dieser Gesellschaft, ist jedes Mal die "Volksgesundheit"; unter diesem Titel wird in den Genussmittelkonsum
jedes Einzelnen eingegriffen.
"Gefährliche Drogen", "gewissenlose Dealer" und nicht zuletzt die Junkies sind in diesem Zusammenhang willkommene Feindbilder, die dasjenige verkörpern, was vermeintlich drohe, wenn man nicht maßvoll und kontrolliert genug genießt.
Eine Veranstaltung der Assoziation gegen Kapital und Nation Hannover
Berlin, 21.06.2008 - Tagesseminar: Mythos Finanzkapital
Seminar über den Kredit und die ihn begleitenden Ideologien
Gegen das "Finanzkapital" sind irgendwie alle - und nicht erst seit der Immobilienkrise und dem halben Börsencrash im Januar 2008. Nicht nur Franz Müntefering oder die NPD, BüSo oder attac!: Linke wie Rechte sehen in ihm gern die Wurzel allen Übels dieser Welt.
"Manche Finanzinvestoren verschwenden keinen Gedanken an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie vernichten. - Sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter."
(Franz Müntefering, April 2005)
So ganz verzichten wollen diese Kritiker auf Banken und alles, was dazu gehört dann doch nicht, aber zumindest die "Auswüchse" des Finanzsektors gehören in ihren Augen kräftig reguliert. Der "rücksichtslosen Spekulation", die sich nicht um Nachhaltigkeit schert und nur am schnellen Geld orientiert ist, soll ein Riegel vorgeschoben werden. Kurzfristige Gewinnerwartung wird gegen lang angelehnte Investition ausgespielt. Dabei wird einerseits der Zusammenhang zwischen industriellem Kapital und dem Finanzkapital missverstanden. Andererseits wird unterstellt, Kapitalisten in produktiven Branchen seien von der Sorge um die Menschen umgetrieben und weniger am Profit interessiert als Banker, Börsenmakler und Hedge Fonds-Investoren.
Dem Finanzkapital wird seit jeher weitreichende Macht und großer Einfluss zugesprochen; ebenso wird es verantwortlich gemacht für alles, was den Leuten nicht passt an dem, was sie sich unter Kapitalismus vorstellen. Die wenigsten wissen jedoch genau, was sich hinter Kreditgeschäften und Finanztransaktionen wirklich verbirgt. Wir wollen einen Einstieg in das schwierige Thema Finanzmärkte bieten (Vorkenntnisse sind dafür nicht nötig!) und fragen: Was ist und wie funktioniert der Kredit zwischen den Unternehmen und zwischen Banken und Unternehmen? Was ist spekulativer an Finanzgeschäften als an "normalen" Unternehmungen? Warum landen viele Menschen bei Betriebsinsolvenzen immer wieder zielstrebig beim Finanzkapital als Ursache und nicht etwa bei den unternehmerischen Konkurrenten? Und: Lässt sich in dieser Denkweise die alte Unterscheidung von "schaffendem" und "raffendem" Kapital aus der Nazi-Propaganda gegen das "internationale Finanzjudentum" wieder finden?
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 7,- Euro (10,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Verpflegung und Materialkosten.

Berlin, 18.06.08 - Veranstaltung zur Europameisterschaft des Nationalismus
Wenn mal wieder die Nationalmannschaften in einem Turnier gegeneinander antreten und überall die Nationalfarben flächendeckend ausgebreitet werden, dann steht viel mehr auf dem Spiel als die Kunst den Ball zu treten.
Den brutalen Inhalt, auf dem die Fußball-Fans gerade ihre große Party aufbauen, wollen wir aufzeigen und begründen, warum wir den Spaß nicht verstehen.
Wann? Mittwoch, den 18.06.08 um 18.00 Uhr
Ort: Kneipe Kptn. A. Müller, Simon-Dach-Str. 32, 10245 Berlin. (Nähe S-Bhf Warschauer Straße)
Eine Veranstaltung von jimmy boyle berlin
Wolfsburg, 13.-15.06.08 - Seminar: Fuck you, I won´t do what you tell me
Wochenendseminar zur Kritik des Anarchismus vom 13.- 15. Juni 2008 in Wolfsburg
Autoplätze von Berlin werden auf jeden Fall organisiert, aus anderen Städten versuchen wir es
Anarchisten oder Anarchie haben in der hiesigen Gesellschaft einen ziemlich schlechten Ruf. Da fallen Worte wie Chaos(tage), Terror, Bomben, "Sozialschmarotzer" mit gefärbten Haaren und schlechten Manieren. Und fast jeder weiß, dass in der Anarchie jeder dem anderen den Kopf einschlagen würde, was derzeit durch den Staat und die durch ihn gewährte Ordnung verhindert wird.
Solcherlei Kritik ist unsere Sache nicht. Zunächst können wir nicht erkennen, dass das Aussehen der politischen Akteure eine Auskunft über den vertretenen politischen Inhalt gibt. Desweiteren sind Gewalt oder Bomben als Mittel politischer Akteure keine Erfindung von Anarchisten, sondern schon immer auch Mittel demokratischer Staaten gewesen, um ihre Interessen innen- oder außenpolitisch durchzusetzen. Somit ist das Abstellen auf Gewalt von Fans demokratischer Staaten, wenn sie Anarchisten und deren Utopie kritisieren, kein taugliches Kriterium für eine Kritik bzw. pure Heuchelei.
Wir wollen auf dem Seminar diese Sorte Herrschaftskritik daher inhaltlich, also auf deren Stimmigkeit betrachten. Dabei sollen einerseits einige "Klassiker" des Anarchismus wie etwa Michail Bakunin, Pjotr Kropotkin oder Rudolf Rocker Gegenstand sein, die aber nicht einfach nur historisch eingeordnet oder ausgelegt werden. Vielmehr geht es darum, vor allem die Kritiken der Klassiker, die heute noch für Anarchisten aktuell sind und vertreten werden, zu untersuchen. Dies wird entweder thesenhaft oder anhand der Lektüre selbst geschehen.

Was ist also dran an Freiheit? Ist das Lob auf diese berechtigt? Welche Gedanken machen sich Anarchisten zum Staat und woraus folgt die Ablehnung dieser und jeglicher anderen Herrschaft? Wie soll die Ordnung ohne Herrschaft, die Anarchie ja bedeutet, aussehen? Was war (und ist) die Kritik von Anarchisten an kommunistischer Kritik des Kapitalismus und was stimmte an ihr und was nicht?
Andererseits wollen wir aktuelle Inhalte anarchistischer, aber auch anarcho-syndikalistischer Gruppen wie z.B. der "Freien ArbeiterInnen Union" - kurz FAU - untersuchen. Welche Kritik wird da an den bestehenden Verhältnissen artikuliert? Was wird strategisch vorgeschlagen und was taugt davon und was nicht?
Schließlich wollen wir uns einigen Kritiken des Anarchismus zuwenden und diese selbst kritisieren. Weniger die Kritik von besorgten Spießbürgereltern, sondern vielmehr von Personen, die Herrschaftslosigkeit selbst im Programm hatten, also sich im Resultat eigentlich mit Anarchisten einig waren und letztere trotzdem politisch und militärisch bekämpften, namentlich "Marxisten-Leninisten".
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 31.05.08 - Tagesseminar: Die Gewalt der Ordnung
Das Seminar zur Kritik an den Rechtfertigungen der bürgerlichen Gesellschaft für ihr Strafwesen und ihre Knäste wird aus organisatorischen Gründen nur als Tagesseminar am 31. Mai 2008 in Berlin stattfinden. Es kann sich noch kurzfristig angemeldet werden.
Bei den öffentlichen Debatten um die Bekämpfung von Kriminalität geht es oft um die Frage nach dem Sinn und Unsinn härterer Strafen bzw. der Ausgestaltung des Strafvollzugs. Eine Seite sorgt sich darum, ob der Staat dem Schutzbedürfnis seiner Bürger genügend Rechnung trage und hart genug gegen Verbrecher durchgreife. Eine andere Seite macht hingegen geltend, dass härtere Strafen bzw. das Gefängnis wenig effektiv sind für das Ziel, Verbrecher zu anständigen Bürgern zu machen. Ihr fällt an der Freiheitsstrafe auf, dass ausgerechnet durch das Wegsperren und Isolieren von Menschen deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft erreicht werden soll. Die Politik verschlechtere die Resozialisierungschancen dadurch, dass sie immer miesere Haftbedingungen herstelle (Überbelegung, wenig Geld für Ausbildung und Sozialarbeit).
So gegensätzlich die Positionen auch erscheinen, sie sind sich doch in den Annahmen einig, dass Recht diene dazu, ein friedliches Zusammenleben zu sichern und der Staat mit seinem Strafrecht und seinen Knästen habe damit den Schutz der Bürger im Auge. Beide Seiten setzen voraus, dass die Gründe für die Kriminalität nicht in der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Rechtsordnung zu suchen sind, die alle auf Eigentum/Konkurrenz verpflichtet, sondern bei den Störern dieser Ordnung. Deshalb streiten sie darüber, welche der Strafzwecke - Schutz der Allgemeinheit oder Resozialisierung - wichtiger sei, ob bei der Strafbemessung individuelle Lebensumstände strafmildernd anzuerkennen seien, ob die Freiheitsstrafe effektiver sei oder der offene Vollzug. Bestrafen halten sie aber alle für notwendig.
Uns interessieren auf dem Seminar dagegen andere Fragen: Welche Ordnung schützt der Staat durch sein Recht und wie sorgt er dafür, dass Strafverfolgung und Strafvollzug ihr entsprechen? Was bedeutet das für die Gefängnisinsassen? Wie verhält sich der Schutz der Rechtsordnung durch den Staat zum Schutzbedürfnis seiner Bürger? Dabei wollen wir diskutieren, warum der Schutz seiner Rechtsordnung durch den Staat etwas anderes ist als der Schutz der Bürger vor Gewalt und Schädigung, und, inwiefern das Strafsystem selbst und die Ordnung, der das Recht dient, die Gründe für das Verbrechen wie auch das Interesse der Bürger an Strafen und ihrer Verschärfung immer wieder hervorbringen. Eine praktische Konsequenz vorneweg: Es geht nicht darum, für ein besseres Strafsystem einzutreten, sondern soziale Verhältnisse zu kritisieren, die ein solches nötig machen.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 7,- Euro (10,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.

Bremen, 22.05.08 - Vortrag: Mythos Finanzkapital
Referat mit Diskussion zu „Kredit und Börse“ in Bremen am Donnerstag, 22.05.08 um 19:30 Uhr
Dem Finanzkapital wird seit jeher weitreichende Macht und großer Einfluss zugesprochen; ebenso wird es verantwortlich gemacht für alles, was den Leuten nicht passt an dem, was sie sich unter Kapitalismus vorstellen. Die wenigsten wissen jedoch genau, was sich hinter Kreditgeschäften und Finanztransaktionen wirklich verbirgt. Wir wollen einen Einstieg in das schwierige Thema Finanzmärkte bieten (Vorkenntnisse sind dafür nicht nötig!) und fragen: Was ist und wie funktioniert der Kredit zwischen den Unternehmen und zwischen Banken und Unternehmen? Was ist spekulativer an Finanzgeschäften als an "normalen" Unternehmungen? Warum landen viele Menschen bei Betriebsinsolvenzen immer wieder zielstrebig beim Finanzkapital als Ursache und nicht etwa bei den unternehmerischen Konkurrenten? Und: Lässt sich in dieser Denkweise die alte Unterscheidung von "schaffendem" und "raffendem" Kapital aus der Nazi-Propaganda gegen das "internationale Finanzjudentum" wieder finden?
Ort: Infoladen Bremen St.Paulistr. 10-12 (Ostertor)
Eine Veranstaltung von Kritik im Handgemenge Bremen

Berlin, 16.-18.05.08 - Seminar: Kritik des Kapitalismus
Wochenendseminar zur Kapitalismuskritik vom 16.-18. Mai 2008 bei Berlin
(Drohende) Arbeitslosigkeit, ein Arbeitsplatz, an dem man einiges an körperlichem und psychischem Stress auszuhalten hat, und eine Freizeit, in der man zu fertig ist oder zu wenig Geld hat, um sie für sich zu nutzen; dies alles sind Sachen, mit denen die meisten Menschen irgendwann mal Bekanntschaft machen. Warum gibt es neben dem Reichtum in den kapitalistischen Gesellschaften soviel Armut? Im Gegensatz zu manch anderen „Kapitalismuskritikern“ meinen wir, dass all das nicht von Managementfehlern oder Heuschrecken mit schlechten moralischen Grundsätzen herrührt, sondern dass es die notwendigen Resultate einer Produktion für den Markt sind.
Bei der fortschreitenden Technik springt für die Leute, die mit ihrem Einkommen kalkulieren müssen, wenig heraus. Viele werden entlassen und diejenigen, die noch dabei sein dürfen, werden noch härter ran genommen - die teuere Maschinerie muss sich ja rentieren. Zusehend, wie alles bei gleichem Aufwand in größeren Massen hergestellt werden kann, sollen heute die Lohnabhängigen endlich einsehen, dass ihr Lohn ständig zu hoch ist für das Glück, beschäftigt zu sein. Trotz des rasanten Fortschritts in der Produktion heißt es, dass man sich bestimmte Sachen, z.B. in der Gesundheitsversorgung, einfach nicht mehr leisten könne.
Manche meinen, dass der Staat den freien Markt zügeln müsse, damit alles besser wird. Auf dem Seminar wollen wir deshalb über die ökonomischen Fragen hinaus diskutieren, warum der angeblich rettende Einsatz des Staates für die Bedürftigen in dieser Gesellschaft immer so dürftig ausfällt.
Nicht der Mangel, sondern der Überfluss ist einigen Kapitalismuskritikern in der Linken ein Dorn im Auge. Konsumterror, Werbung, Image, kurz die “Konsumgesellschaft” ist für sie das zentrale Problem. Was die Unterscheidung von „eigentlichen“ und „künstlichen/fremden“ Bedürfnissen bringt, wird ein weiterer Diskussionspunkt auf dem Seminar sein.
Alle, die Lust haben mit uns über diese Sachen zu diskutieren, sind recht herzlich eingeladen.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.

Berlin, 12.04.08 - Tagesseminar: Faschismus Analyse. Bewegung - Ideologie - Gesellschaft
Ganztägiges Seminar am 12. April 2008 ab 11 Uhr in Berlin, Haus der Demokratie (Greifswalder Straße 4)
Mit
- Peter Decker (Redaktion Gegenstandpunkt): "Demokratischer Rechtsstaat
und Faschismus - Gegensatz oder Zwillingspaar?"
- Phase2 - Zeitschrift gegen die Realität: "Rassismus, Antisemitismus
und die gesellschaftliche Basis des Naziproblems"
- Jimmy Boyle Berlin (Junge Linke gegen Kapital und Nation):
"Blut, Boden, (Reichs-)Mark"
Was störte Faschisten am Kapitalismus? Wie wollten und wollen sie Ökonomie einrichten - und was ist "sozialistisch" an ihrem Nationalen Sozialismus? Bonustrack: Was ist dran an der Vorstellung, dass Arbeitslosigkeit Leute zu Faschisten werden lässt?"
- Ex-Proletarisches Komitee Berlin: "Antifaschismus statt Klassenkampf?"
Eintritt frei.
Auf Einladung der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin (Arab)
Hannover, 27.02.08 - Veranstaltung: Die Gewalt der Ordnung
Diskussionsveranstaltung zu Jugendkriminalität & Verschärfung des Jugendstrafrechts am Mittwoch, 27. Februar 08, 20 Uhr nach der Vokü in der Korn.
(Kornstr. 28-30, Hannover/Nordstadt)
Eine Veranstaltung von jungelinke hannover
Wieder einmal ist die Jugendkriminalität Gegenstand der öffentlichen Debatte. Diesmal haben Koch und Konsorten im Zuge des hessischen Landtagswahlkampfes die alt bekannten Forderungen nach härteren Strafen und Erziehungscamps genutzt, um sich als konsequente Verfechter von Recht und Ordnung zu profilieren: Selbstverständlich ist für sie der Staat den jugendlichen Tätern gegenüber bisher viel zu nachsichtig gewesen und härtere Strafen dienen besserer Abschreckung und bedeuten weniger Straftaten. SPD und liberale Politiker haben dem nichts anderes entgegen-zusetzen, als die konsequente Ausschöpfung der bisherigen Gesetze und eine schnellere Aburteilung der Jugendlichen durch die Gerichte. Für noch konsequenter halten sich Grüne und Linkspartei bei ihrer vermeintlichen Ursachenbekämpfung. Für sie ist die beste Kriminalpolitik schon immer eine gute Bildungs- und Sozialpolitik gewesen.
Uns geht es nicht darum, wie Jugendliche dazu gebracht werden können, sich an Recht und Ordnung zu halten. Wir wollen zeigen, dass der Schutz der Rechtsordnung durch den Staat etwas anderes ist als der Schutz der Bürger vor Gewalt und Schädigung, und inwiefern das Strafsystem selbst und die Ordnung, der das Recht dient, die Gründe für das Verbrechen wie auch das Interesse der Bürger an Strafen un ihrer Verschärfung immer wieder hervorbringen. Wir wollen nicht für ein besseres Strafsystem eintreten, sondern die Verhältnisse kritisieren, die ein solches nötig machen.
Berlin, 19.02.08 - Veranstaltung: Warum die Kritiken an Stasi 2.0 ins Leere laufen
Diskussionsveranstaltung zu Rechtsstaat und den neuen Sicherheitsgesetzen am Dienstag, 19. Februar 2008 um 19.30 Uhr in der Galerie Total (Lenaustr. 5, U-Bhf: Hermannplatz)
Mit weiteren neuen Befugnissen für die Exekutive will die Regierung im Kampf gegen den Terror neue Maßstäbe setzen. Dagegen ist Protest laut geworden: Die Sicherheitsmaßnahmen seien unverhältnismäßig, bieten keinen besseren Schutz gegen Kriminalität und kosten viel zu viel. Wir meinen, dass solche Kritiken große inhaltliche Übereinstimmungen mit der Regierung haben und daher als Protest nicht viel taugen.
Grundlage der Veranstaltung ist das Flugblatt Rechtsstaat Reloaded von jimmy boyle
Berlin, 15.-16.02.08 - Seminar zur Kritik der Schule
Warum die Rede von den schönsten Jahren des Lebens eine gewaltige Lüge ist
Seminar zur Kritik der Schule vom 15.-16. Februar 2008 in Berlin
Früh morgens aufstehen - Angebrüllt werden oder verständnisvolle LehrerInnen ertragen - Klausuren und Noten - Auswendiglernen - Sich auf Kommando sportlich betätigen - "Pubertär" oder "engagiert" genannt werden - Aufsätze über blödsinnige Fragestellungen schreiben - Ex-Linke LehrerInnen - Bleierne Langeweile - Auf Konstruktivität verpflichtet werden - Lehrplanwissen. Und dann sind da auch noch die MitschülerInnen, die all ihre Kreativität ausspielen, um dem ganzen Horror des Schulalltags noch die besondere Note zu geben.
Im Rückblick auf die Schulzeit werden diese Erfahrungen oftmals verkitscht. Nicht nur der Film `Feuerzangenbowle´ weiß um die Schönheit des Schülerlebens, noch der autoritärste Lehrer und das harschste Gewalterlebnis wird als Meilenstein des früheren Glücks verklärt. Andere widersprechen bei einigen Punkten jedoch deutlich: Auswendiglernen, Frontalunterricht und autoritäre Lehrende sollten durch Erziehung zur Mündigkeit ersetzt werden. Manch einer fordert den kreativen Unterricht. Erziehung zur Freiheit soll es sein, und dafür braucht es LehrerInnen, die zwar all die Gepflogenheiten wie Noten und Examen nicht kritisieren sondern exekutieren, aber doch gleichzeitig gegen die konservativen LehrerInnen aufbegehren und den Liberalen raushängen lassen. Wir wollen diskutieren, inwiefern sich diese beiden Konzeptionen von Pädagogik – verständnisvoll oder autoritär - möglicherweise doch nicht so sehr unterscheiden. Vielleicht schauen wir dazu auch noch Filme wie "Club der Toten Dichter" oder die 90er-Jahre-Serie "Unser Lehrer Dr. Specht", die das veranschaulichen.
Doch dieses Schulsystem leistet sich auch Kritikerschulen. Neben den in anderer Weise autoritären Waldorf-Schulen haben sich auch grundlegendere KritikerInnen an einer "neuen Schule" versucht, die aber im Gegensatz zur Waldorf-Pädagogik von den staatlichen Bildungswächtern eher mit Misstrauen betrachtet wurden und werden. Schluss mit dem "Notenterror" hatten sich diese KritikerInnen vor allem in den 60er und 70er Jahren auf die Fahnen geschrieben und ließen selbst die Anwesenheitspflicht beim Unterricht ruhen. Doch warum gebärdet sich ihre Verteidigung (von Summerhill bis Glocksee, von A.S. Neill bis Celestin Freinet) immer gleich als großes Dementi einer grundlegenden Schulkritik?
Das scheint kein Zufall zu sein. Wir wollen uns zusammen die Gründe näher anschauen, die diese Schulen scheitern ließen. Das führt zu der Frage, warum all die unschönen Dinge so notwendig auftauchen. Hierfür wollen wir uns gemeinsam in der Diskussion und anhand von Texten und Lehrplänen schlussendlich darüber klar werden, welchen Zweck in der aktuellen Gesellschaft die Schule besitzt und wie das mit der grundlegenden Verfasstheit dieser Gesellschaft und deren Bedarf nach ausgebildeten StaatsbürgerInnen zusammenhängt.
Und nicht erst seit der PISA-Studie verstärkt sich der Druck auf die SchülerInnen und StudentInnen durch Budgetkürzungen, Schulvergleiche und Studiengebühren. Werden nun Räume ökonomisiert, die es vorher nicht waren? Wird Bildung eine Ware? Und hat das alles was mit dem oft gehörten Wort Neoliberalismus zu tun? Über all das wollen wir mit Euch diskutieren.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 5,- Euro - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Hannover, 8.-10.02.08 - Seminar: Mythos Finanzkapital
Wochenendseminar über den Kredit und die ihn begleitenden Ideologien
vom 8. – 10. Februar 2008 in Hannover
Autoplätze von Berlin und aus Richtung Essen werden auf jedenfall organisiert, aus anderen Städten versuchen wir es
Gegen das "Finanzkapital" sind irgendwie alle. Nicht nur Franz Müntefering oder die NPD, BüSo oder attac!: Linke wie Rechte sehen in ihm gern die Wurzel allen Übels dieser Welt.
"Manche Finanzinvestoren verschwenden keinen Gedanken an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie vernichten. - Sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter."
(Franz Müntefering, April 2005)
So ganz verzichten wollen diese Kritiker auf Banken und alles, was dazu gehört dann doch nicht, aber zumindest die "Auswüchse" des Finanzsektors gehören in ihren Augen kräftig reguliert. Der "rücksichtslosen Spekulation", die sich nicht um Nachhaltigkeit schert und nur am schnellen Geld orientiert ist, soll ein Riegel vorgeschoben werden. Kurzfristige Gewinnerwartung wird gegen lang angelehnte Investition ausgespielt. Dabei wird einerseits der Zusammenhang zwischen industriellem Kapital und dem Finanzkapital missverstanden. Andererseits wird unterstellt, Kapitalisten in produktiven Branchen seien von der Sorge um die Menschen umgetrieben und weniger am Profit interessiert als Banker, Börsenmakler und Hedge Fonds-Investoren.
Dem Finanzkapital wird seit jeher weitreichende Macht und großer Einfluss zugesprochen; ebenso wird es verantwortlich gemacht für alles, was den Leuten nicht passt an dem, was sie sich unter Kapitalismus vorstellen. Die wenigsten wissen jedoch genau, was sich hinter Kreditgeschäften und Finanztransaktionen wirklich verbirgt. Wir wollen einen Einstieg in das schwierige Thema Finanzmärkte bieten (Vorkenntnisse sind dafür nicht nötig!) und fragen: Was ist und wie funktioniert der Kredit zwischen den Unternehmen und zwischen Banken und Unternehmen? Was ist spekulativer an Finanzgeschäften als an "normalen" Unternehmungen? Warum landen viele Menschen bei Betriebsinsolvenzen immer wieder zielstrebig beim Finanzkapital als Ursache und nicht etwa bei den unternehmerischen Konkurrenten? Und: Lässt sich in dieser Denkweise die alte Unterscheidung von "schaffendem" und "raffendem" Kapital aus der Nazi-Propaganda gegen das "internationale Finanzjudentum" wieder finden?
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 18.-20.1.08 - Seminar: Der Rechtsstaat - die Faust aus dem Westen
Wochenendseminar zur Inneren Sicherheit vom 18.-20. Januar 2008 in Berlin
Reformen des Rechtsstaates zugunsten der nie enden wollenden Verbesserung der inneren Sicherheit laufen regelmäßig nach Schema F ab: Ein Innenminister macht ein „Problem“ aus und sieht „Handlungsbedarf“. Oftmals bekommt das „Problem“ bzw. deren Verursacher einen Namen, die von „Gefährder“ über „Schläfer“ bis hin zu „Verfassungsfeind“ oder ganz allgemein „Krimineller“ reichen.
Ist das Problem ausgemacht, schlägt der entsprechende Innenpolitiker Maßnahmen zu dessen Bewältigung vor. Da gibt es aktuell: Online-Durchsuchungen, Bundeswehreinsätze im Innern, und Internierung von „Gefährdern“. Älter und schon umgesetzt sind der „Große Lauschangriff“ oder Schilys Sicherheitspakete nach dem 11.September 2001. Dass diese Maßnahmen nicht einfach nur ein Draufhauen der Staatsgewalt auf die ausgemachten Feinde sein soll, wird gleich mitgesagt: „Unsere Freiheit und Werte“ sollen da geschützt werden, die „die“ bekämpfen.
Mit schöner Regelmäßigkeit rufen solche Reformen Kritiker aus der demokratischen Opposition bis hin zu außerparlamentarischen Gruppierungen auf den Plan. „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.“, zitieren sie den ehemaligen amerikanischen Benjamin Franklin. Die jeweiligen Maßnahmen werden als „unverhältnismäßig“ kritisiert und „jetzt endgültige“ der Übergang zum „Totalitarismus“ entdeckt.
Beide Standpunkte, die der Politik und ihrer Kritiker, sind merkwürdig. Einerseits verwundert, dass aus der so gelobten Freiheit permanent Sicherheitsprobleme erwachsen, sei es durch Räuber oder Terroristen, die man dann mit jeder Menge Gewalt versucht, halbwegs in den Griff zu bekommen. Die bürgerrechtlichen Kritiker bleiben in ihrer Kritik doch recht bescheiden: Dass Gewaltausübung zur Bewältigung der „Probleme“ sein muss, haben sie auch verstanden. Sie treibt allein die Frage um, wie viel Schlagstock denn in Stellung gebracht werden soll. Und wer immer wieder „jetzt“ den Übergang zur Diktatur beschwört, bringt zum Ausdruck, dass er den Zustand vor der Reform als recht angenehm empfand.
Anhand der aktuellen und vergangenen Reformen wollen wir mit Euch versuchen, den Zweck von Freiheit und Rechtsstaat bzw. deren Verhältnis zueinander zu klären. Wir wollen fragen, warum ausgewiesene Rechtsstaatsfreunde auch mal foltern ganz okay finden und welcher Zusammenhang zwischen Feindbildern gegen Ausländer in Zeiten deutscher Kriege besteht.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin (F-hain), 15.01.2008 - Veranstaltung: Warum die Kritiken an Stasi 2.0 ins Leere laufen
Diskussionsveranstaltung zu Rechtsstaat und den neuen Sicherheitsgesetzen am Dienstag, 15. Januar 2008 um 19.30 Uhr im Vetomat (Scharnweberstr. 35, U-Bahnhof Samariterstr.)
Mit weiteren neuen Befugnissen für die Exekutive will die Regierung im Kampf gegen den Terror neue Maßstäbe setzen. Dagegen ist Protest laut geworden: Die Sicherheitsmaßnahmen seien unverhältnismäßig, bieten keinen besseren Schutz gegen Kriminalität und kosten viel zu viel. Wir meinen, dass solche Kritiken große inhaltliche Übereinstimmungen mit der Regierung haben und daher als Protest nicht viel taugen.
Grundlage der Veranstaltung ist das Flugblatt Rechtsstaat Reloaded von jimmy boyle
Leipzig, 10.01.2008 – Diskussionsveranstaltung zu den Rechtsstaatsreformen in Deutschland
Vom Pech, Bürger einer erfolgreichen Weltmacht zu sein – 10.01.2008, 19.00 Uhr im Infoladen Libelle
Seit Sommer 2007 erinnerte Innenminister Wolfgang Schäuble oft daran, dass „wir“ eigentlich nicht ruhig schlafen können. Terroristen bedrohen „uns“ in U-Bahnen, in Flugzeugen, ja eigentlich überall. Leicht zu erkennen sind diese Leute, wie etwa Soldaten an den Uniformen des Feindes, auch nicht. Jeder kann dafür in Frage kommen. Seit den Ulmer Konvertiten weiß man: Turbane tragen die schon lange nicht mehr. Es stellt sich jedoch die Frage: Ist es wirklich eine Erklärung über die Ziele der Terroristen, wenn gesagt wird, dass die „uns hassen“, also irgendwie abgrundtief böse sind?
Mehr „Erklärung“ bekommt man von Politik und Öffentlichkeit jedenfalls nicht. Etwas anderes rückt auf den Plan: Was tun? Was tun! Der Innenminister schlägt eine Latte von Sicherheitsreformen vor: Neue Pässe mit mehr persönlichen Daten sollen her, die Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten ist bereits umgesetzt und entführte Flugzeuge sollen nach seiner Meinung und der des Verteidigungsministers abgeschossen werden. In letzterem Fall soll es auch gar keine Rolle spielen, ob in dem Flugzeug neben Terroristen noch weitere Menschen fliegen. Man hört zwar immer, dass der Rechtsstaat den Bürger schützen soll. Aber was ist das für ein Schutz, wenn der nur Kontrolle und Beschränkung der angeblich zu Beschützenden bedeutet?
Da kommen doch ein paar Zweifel darüber auf, ob so ein Rechtsstaat tatsächlich eine Einrichtung ist, die einem nützt. Von dem Alltag in einem Rechtsstaat in Arbeit oder Arbeitslosigkeit ganz zu schweigen. Linke Kritiker sind sich da einig: Der Rechtsstaat im Zustand vor Amtsantritt Wolfgang Schäubles muss gegen ihn hochgehalten werden! Ernsthaft? Der Rechtsstaat unter Otto Schily?
Auf der Abendveranstaltung wollen wir versuchen, einen Überblick über die Rechtsstaatsreformen und den Rechtsstaat selber zu geben.
Wann? Donnerstag, den 10.01.08 um 19.00 Uhr
Ort: Infoladen Libelle – Kollonadenstr. 19, Leipzig.
Eine Veranstaltung von jimmy boyle berlin
Hannover, 14.-16.12.08 - Seminar: Die Gewalt der Ordnung
Wochenendseminar zur Kritik an den Rechtfertigungen der bürgerlichen Gesellschaft für ihr Strafwesen und ihre Knäste vom 14.-16. Dezember 2007 in Hannover
Autoplätze von Berlin werden auf jedenfall organisiert, aus anderen Städten versuchen wir es!
Bei den öffentlichen Debatten um die Bekämpfung von Kriminalität geht es oft um die Frage nach dem Sinn und Unsinn härterer Strafen bzw. der Ausgestaltung des Strafvollzugs. Eine Seite sorgt sich darum, ob der Staat dem Schutzbedürfnis seiner Bürger genügend Rechnung trage und hart genug gegen Verbrecher durchgreife. Eine andere Seite macht hingegen geltend, dass härtere Strafen bzw. das Gefängnis wenig effektiv sind für das Ziel, Verbrecher zu anständigen Bürgern zu machen. Ihr fällt an der Freiheitsstrafe auf, dass ausgerechnet durch das Wegsperren und Isolieren von Menschen deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft erreicht werden soll. Die Politik verschlechtere die Resozialisierungschancen dadurch, dass sie immer miesere Haftbedingungen herstelle (Überbelegung, wenig Geld für Ausbildung und Sozialarbeit).
So gegensätzlich die Positionen auch erscheinen, sie sind sich doch in den Annahmen einig, dass Recht diene dazu, ein friedliches Zusammenleben zu sichern und der Staat mit seinem Strafrecht und seinen Knästen habe damit den Schutz der Bürger im Auge. Beide Seiten setzen voraus, dass die Gründe für die Kriminalität nicht in der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Rechtsordnung zu suchen sind, die alle auf Eigentum/Konkurrenz verpflichtet, sondern bei den Störern dieser Ordnung. Deshalb streiten sie darüber, welche der Strafzwecke - Schutz der Allgemeinheit oder Resozialisierung - wichtiger sei, ob bei der Strafbemessung individuelle Lebensumstände strafmildernd anzuerkennen seien, ob die Freiheitsstrafe effektiver sei oder der offene Vollzug. Bestrafen halten sie aber alle für notwendig.
Uns interessieren auf dem Seminar dagegen andere Fragen: Welche Ordnung schützt der Staat durch sein Recht und wie sorgt er dafür, dass Strafverfolgung und Strafvollzug ihr entsprechen? Was bedeutet das für die Gefängnisinsassen? Wie verhält sich der Schutz der Rechtsordnung durch den Staat zum Schutzbedürfnis seiner Bürger? Dabei wollen wir diskutieren, warum der Schutz seiner Rechtsordnung durch den Staat etwas anderes ist als der Schutz der Bürger vor Gewalt und Schädigung, und, inwiefern das Strafsystem selbst und die Ordnung, der das Recht dient, die Gründe für das Verbrechen wie auch das Interesse der Bürger an Strafen und ihrer Verschärfung immer wieder hervorbringen. Eine praktische Konsequenz vorneweg: Es geht nicht darum, für ein besseres Strafsystem einzutreten, sondern soziale Verhältnisse zu kritisieren, die ein solches nötig machen.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Hannover, 03.12.07 - Veranstaltung: Schwer mit dem schönen Leben
Diskussionsveranstaltung in Hannover zum „bedingungslosen Grundeinkommen“ am 03.12.07 um 20.00 Uhr im "Elchkeller", Schneiderberg 50
Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein alternatives Konzept zum Alg 2 bzw. zur Sozialhilfe mit zwei entscheidenden Unterschieden: Der Bezug des Geldes soll nicht vom Nachweis der Arbeitswilligkeit und auch nicht vom vorhandenen Vermögen oder Einkommen abhängen.
Dieses Programm findet in jeder Partei von CDU, FDP, den Grünen, bis hin zur Linkspartei und in der außerparlamentarischen Linken Unterstützer. Das alleine könnte schon stutzig machen. Noch vielmehr sollte stutzig machen, dass diejenigen Politiker, die sich gerade alle Mühe geben, den Kostenfaktor Arbeit für den deutschen Standort zu senken, keine Angst vor einem zu kleinem Niedriglohnbereich haben. Die Linken dagegen erwarten, dass die Arbeitslosen nicht mehr jeden beschissenen Job annehmen müssten und damit zugleich eine Grundlage der Lohndrückerei bei den noch Beschäftigten entfallen würde.
In welche Richtung wäre das bedingungslose Grundeinkommen also ein erster Schritt? Oder anders gefragt: Wer täuscht sich, links oder rechts?
Wann? Montag, den 03.12.07 um 20.00 Uhr
Ort: "Elchkeller", Schneiderberg 50, Hannover.
Eine Veranstaltung mit junge linke Hannover.
Berlin, 30.11.07-02.12.07 - Seminar: Übers Ja sagen zu diesem Land
Wochenendseminar zur (neuen) deutschen Integrationspolitik vom 30. November-2. Dezember 2007 in Berlin
Mittlerweile ist es parteiübergreifender Konsens, dass »Deutschland ein Einwanderungsland« sei. Die Kanzlerin hat Integration zur ›Chefsache‹ erklärt und lobt den Integrationsgipfel im Sommer letzten Jahres als ein »fast historisches Ereignis«. Parteifreund und Bundesinnenminister Schäuble wiederum lädt Vertreter des muslimischen Glaubens zu einer Konferenz, weil »der Islam ein Teil unseres Landes ist«. Doch nicht jede Äußerung, die ›ausländischen Mitbürger‹ betreffend, fällt so anerkennend aus. Demnach machen sich ›Parallelgesellschaften‹ in Deutschlands Städten breit, das Projekt ›Multikulti‹ wird für gescheitert befunden und scheinbar angepasste Araber deponieren Bomben in deutschen Zügen. Neue Wege in der bundesrepublikanischen Ausländerpolitik stehen also nicht für eine Abkehr vom grundsätzlichen Misstrauen gegenüber all jenen, die keinen stolzen Greif auf ihrem Pass präsentieren können. Von diesem Standpunkt aus wird Integration dann auch betrieben: Integrationskurse, Sprach- und Wissenstests sollen eines
sicherstellen: das ultimative Bekenntnis zum deutschen Arbeitsmarkt, zur deutschen Verfassung und zur deutschen Kultur.
Damit ist die Sache aber noch nicht gegessen. Aus verschiedenen Ecken sind kritische Fragen zu hören: Wer stellt denn sicher, dass das ›Ja‹ zu Deutschland am Ende nicht bloß Heuchelei ist? Was hat das Wissen um deutsche Flüsse und Mittelgebirge mit unserer tollen Verfassung zu tun? Wie viel an Zwang und Strafandrohung darf man den zu Integrierenden zumuten?
Wir wollen mit Euch die Gemeinsamkeiten dieser verschiedenen Standpunkte in der Politik, den Medien, NGOs und dem »kleinen Menschen von der Straße« herausarbeiten, diskutieren und kritisieren.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Hannover, 16.-18.11.07 - Seminar: Über Armut und Reichtum
Wochenendseminar zur Kapitalismuskritik vom 16.-18. November 2007 in Hannover
Autoplätze von Berlin werden auf jedenfall organisiert, aus anderen Städten versuchen wir es!
(Drohende) Arbeitslosigkeit, ein Arbeitsplatz, an dem man einiges an körperlichem und psychischem Stress auszuhalten hat, und eine Freizeit, in der man zu fertig ist oder zu wenig Geld hat, um sie für sich zu nutzen; dies alles sind Sachen, mit denen die meisten Menschen irgendwann mal Bekanntschaft machen. Warum gibt es neben dem Reichtum in den kapitalistischen Gesellschaften soviel Armut? Im Gegensatz zu manch anderen „Kapitalismuskritikern“ meinen wir, dass all das nicht von Managementfehlern oder Heuschrecken mit schlechten moralischen Grundsätzen herrührt, sondern dass es die notwendigen Resultate einer Produktion für den Markt sind.
Bei der fortschreitenden Technik springt für die Leute, die mit ihrem Einkommen kalkulieren müssen, wenig heraus. Viele werden entlassen und diejenigen, die noch dabei sein dürfen, werden noch härter ran genommen - die teuere Maschinerie muss sich ja rentieren. Zusehend, wie alles bei gleichem Aufwand in größeren Massen hergestellt werden kann, sollen heute die Lohnabhängigen endlich einsehen, dass ihr Lohn ständig zu hoch ist für das Glück, beschäftigt zu sein. Trotz des rasanten Fortschritts in der Produktion heißt es, dass man sich bestimmte Sachen, z.B. in der Gesundheitsversorgung, einfach nicht mehr leisten könne.
Manche meinen, dass der Staat den freien Markt zügeln müsse, damit alles besser wird. Auf dem Seminar wollen wir deshalb über die ökonomischen Fragen hinaus diskutieren, warum der angeblich rettende Einsatz des Staates für die Bedürftigen in dieser Gesellschaft immer so dürftig ausfällt.
Nicht der Mangel, sondern der Überfluss ist einigen Kapitalismuskritikern in der Linken ein Dorn im Auge. Konsumterror, Werbung, Image, kurz die “Konsumgesellschaft” ist für sie das zentrale Problem. Was die Unterscheidung von „eigentlichen“ und „künstlichen/fremden“ Bedürfnissen bringt, wird ein weiterer Diskussionspunkt auf dem Seminar sein.
Alle, die Lust haben mit uns über diese Sachen zu diskutieren, sind recht herzlich eingeladen.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Marburg, 14.11.07 - Veranstaltung: Konsumterror
Diskussionsveranstaltung mit der Assoziation gegen Kapital und Nation [Berlin] am Mittwoch, 14. November, 20 Uhr in Marburg, Cafe Trauma (Afföllerwiesen 3a)
Am 24. November wird wieder der internationale Kauf-Nix-Tag begangen. Die dabei vorgebrachten Argumente gegen das Konsumieren reichen von miesen Sozial- und Umweltstandards in den Herstellerländern und unfairen Welthandelsstrukturen über Aufforderungen sich zu fragen, ob man so viele Dinge denn wirklich benötigt bis hin zu Feststellungen, dass Konsum unser Leben bestimmt und verblödet. Konsumkritik will die Möglichkeiten jedes Einzelnen aufzeigen, gesellschaftliche Missstände aus der Welt zu schaffen. Konsumverzicht bzw. bewusster Konsum scheint dann ein geeignetes Mittel dafür.
Wir wollen solche Ansätze darauf prüfen, wo sie richtig und wo sie falsch liegen und uns fragen, was ein bewusster Konsum tatsächlich verändern kann. Dabei vertreten wir den Standpunkt, dass die Kritiker eines "Konsumwahns" über ihrem Appell an das Verhalten des Einzelnen entscheidende gesellschaftliche Mechanismen unberücksichtigt lassen, und wollen zeigen, an welche Grenzen die "Macht des Verbrauchers" notwendig stößt. Darüber möchten wir gern mit Euch diskutieren!
Berlin, 13.11.07 - Veranstaltung: Spenden gegen Armut?
Diskussionsveranstaltung am Dienstag, 13.11.2007 um 19.30 Uhr im Vetomat (Scharnweberstr. 35, U-Bahnhof Samariterstr.)

Seit Ende letzten Jahres wird man als Nutzer der Berliner U-Bahn auf Erstaunliches hingewiesen:
Große Plakate der Kindernothilfe weisen darauf hin, dass einem ein Brunnen am Ohr hinge und man sich mit Schulbüchern eincreme. Jimmy Boyle Berlin möchte mit euch diskutieren, warum diese Kampagne gegen Kinderarmut nicht nur auf den ersten Blick schräg erscheint, sondern es auch ist.
Grundlage der Veranstaltung ist das Flugblatt von jimmy boyle.

Oberhausen, 2.8.07 - Seminar: Kritik von Hirnforschung und Konstruktivismus
Veranstaltung auf dem Antifacamp in Oberhausen am 2. August 2007, 15 Uhr.
Du denkst, Dein Hirn lenkt
Die naturwissenschaftliche Erforschung des menschlichen Gehirns beschäftigt in den letzten Jahren zunehmend auch die Geisteswissenschaften. Es geht dabei um die Fragen, ob unser freier Wille eine bloß subjektive Einbildung sei; ob das Strafrecht dahingehend reformiert werden müsse, dass es keine Schuld im moralischen Sinne geben kann, da Täter durch die neuronale Struktur ihres Gehirns determiniert seien; ob Kinder durch Erklärungen die Welt begreifen, oder nur durch Reize lernen können. Hinter den Vorstellungen vom unfreien Willen und der Unmöglichkeit objektiver Erkenntnisse steht eine konstruktivistische Theorie. Hirnforscher stellen heute erneut die Frage, warum ich die Welt als etwas außer mir Existierendes wahrnehmen kann, obwohl doch alle Wahrnehmung der äußeren Welt nachweislich nichts anderes ist als elektro-chemische Impulse in meinem Gehirn. Der Wissenschaftler Gerhard Roth schließt daraus, dass ich tatsächlich gar nicht die äußere Welt erkenne, sondern mein Gehirn eine Wirklichkeit konstruiert, welche mir subjektiv als äußere Welt erscheint. Die ganze Wirklichkeit ist dann ein bloßes Konstrukt meines Gehirns. Diese Überlegung kann politisch wirksam werden. Denn wenn das so ist, dann gibt es auch keine Herrschaftsverhältnisse, keine gesellschaftlich durchgesetzten Formen der Ausbeutung. Was als solches erscheinen mag, wäre nur im einzelnen Subjekt real, hätte aber keinerlei Objektivität. Objektiv wären nur die neuronalen Strukturen des Gehirns, welche diese Verhältnisse in uns hervorbrächten. Und diese stehen als Organeigenschaften jenseits aller politischen Kritik. Die sich auf neueste Erkenntnisse der Gehirnforschung stützenden Forderungen, das Strafrecht, die Kindererziehung und andere Bereiche der Gesellschaft unserer Hirnstruktur entsprechend umzuformen, treten darum gerne so auf, als stünden sie jenseits politischer Strömungen. Wir wollen diese Form der Politik untersuchen, die gerade durch eine konstruktivistische Absage an die Möglichkeit politischen Handelns bestimmte Mechanismen der Herrschaft manifestiert.
Göttingen, 13.-15.07.07 - Seminar: Bild Dir keine Meinung!
Wochenendseminar zu Journalismus und Presse vom 13.-15. Juli 2007 in Göttingen
Autos von Berlin aus werden organisiert
Seminareinladung als pdf [157 kb]
Abfällig schauen gebildete Mitbürger auf Boulevardzeitungen wie die BILD, die ein unpolitisches, unanständiges Machwerk sei, hinter dem garantiert kein kluger Kopf stecke. Verschiedene Linke dagegen prangern die manipulative und selektive Berichterstattung ...
....dieser Zeitung an und wittern hinter der systematischen „Volksverdummung“ den Grund für das Mitläufertum der Massen. Wir meinen dagegen, neben den Unterschieden zwischen BILD und „seriösen“ Tageszeitungen auch eine ganze Menge Gemeinsamkeiten zu entdecken, die wir mit euch analysieren wollen.
Obwohl in demokratischen Gemeinwesen wie der BRD normalerweise keine Zensur stattfindet, meinen wir wesentliche Standpunkte in verschiedenen Zeitungen immer wieder zu finden. Wir wollen daher mit euch zusammen klären, was für eine pluralistische Meinungsvielfalt auf Grundlage der „Pressefreiheit“ tatsächlich entsteht. Wie kommt es, daß eine freie Presse sich einen „Pressekodex“ für saubere, neutrale journalistische Arbeit auferlegt, und was bedeuten die verschiedenen Richtlinien darin?
Wir wollen mit euch einige Zeitungen lesen und herausfinden, welche Funktionen die verschiedenen Rubriken erfüllen. Wozu gibt es neben der Berichterstattung über das Weltgeschehen auch noch davon getrennte Kommentare sowie Rätselseiten und Glamourbereiche? Was wird aus welchem Grund überhaupt in den Rang einer Nachricht erhoben? Was z.B. soll an sportlichen Ereignissen das Berichtenswerte sein?
Warum bieten verschiedene Blätter verschiedene politische Identifikationsangebote von linksliberal (SZ, FR) bis rechtskonservativ (FAZ, Welt), obwohl es die Selbstverpflichtung der Presse auf Neutralität gibt?
Neben den etablierten gibt es noch eine Reihe alternativer Zeitungen, die in Opposition zum journalistischen Mainstream gegründet wurden. Worin weichen taz, junge Welt und Jungle World davon ab?
Wir freuen uns auf spannende Diskussionen!
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Autoplätze von Berlin werden organisiert - dann Umlage der Spritkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Köln, 13.-15.07.07 - Seminar: Hirnforschung und Konstruktivismus
Wochenendseminar zur Kritik von Hirnforschung und Konstruktivismus
vom 13-15. Juli in Köln, Beginn 19:00
Noch drei Plätze frei, Anmeldung unter: info@junge-linke.de
Du denkst, Dein Hirn lenkt
Die naturwissenschaftliche Erforschung des menschlichen Gehirns beschäftigt in den letzten Jahren zunehmend auch die Geisteswissenschaften. Es geht dabei um die Fragen, ob unser freier Wille eine bloß subjektive Einbildung sei; ob das Strafrecht dahingehend reformiert werden müsse, dass es keine Schuld im moralischen Sinne geben kann, da Täter durch die neuronale Struktur ihres Gehirns determiniert seien; ob Kinder durch Erklärungen die Welt begreifen, oder nur durch Reize lernen können. Hinter den Vorstellungen vom unfreien Willen und der Unmöglichkeit objektiver Erkenntnisse steht eine konstruktivistische Theorie. Hirnforscher stellen heute erneut die Frage, warum ich die Welt als etwas außer mir Existierendes wahrnehmen kann, obwohl doch alle Wahrnehmung der äußeren Welt nachweislich nichts anderes ist als elektro-chemische Impulse in meinem Gehirn. Der Wissenschaftler Gerhard Roth schließt daraus, dass ich tatsächlich gar nicht die äußere Welt erkenne, sondern mein Gehirn eine Wirklichkeit konstruiert, welche mir subjektiv als äußere Welt erscheint. Die ganze Wirklichkeit ist dann ein bloßes Konstrukt meines Gehirns. Diese Überlegung kann politisch wirksam werden. Denn wenn das so ist, dann gibt es auch keine Herrschaftsverhältnisse, keine gesellschaftlich durchgesetzten Formen der Ausbeutung. Was als solches erscheinen mag, wäre nur im einzelnen Subjekt real, hätte aber keinerlei Objektivität. Objektiv wären nur die neuronalen Strukturen des Gehirns, welche diese Verhältnisse in uns hervorbrächten. Und diese stehen als Organeigenschaften jenseits aller politischen Kritik. Die sich auf neueste Erkenntnisse der Gehirnforschung stützenden Forderungen, das Strafrecht, die Kindererziehung und andere Bereiche der Gesellschaft unserer Hirnstruktur entsprechend umzuformen, treten darum gerne so auf, als stünden sie jenseits politischer Strömungen. Wir wollen diese Form der Politik untersuchen, die gerade durch eine konstruktivistische Absage an die Möglichkeit politischen Handelns bestimmte Mechanismen der Herrschaft manifestiert.
Berlin, 29.6.-1.7.07 - Seminar: Disintegration!
Wochenendseminar zu Integration und dem "Scheitern von Multikulti" vom 29. Juni- 1. Juli 2007 in Berlin
Seminareinladung als pdf [150 kb]
Mittlerweile ist es parteiübergreifender Konsens, dass »Deutschland ein Einwanderungsland« sei. Die Kanzlerin hat Integration zur ›Chefsache‹ erklärt und lobt den Integrationsgipfel im Sommer letzten Jahres als...
...ein »fast historisches Ereignis«. Parteifreund und Bundesinnenminister Schäuble wiederum lädt Vertreter des muslimischen Glaubens zu einer Konferenz, weil »der Islam ein Teil unseres Landes ist«. Doch nicht jede Äußerung, die ›ausländischen Mitbürger‹ betreffend, fällt so anerkennend aus. Demnach machen sich ›Parallelgesellschaften‹ in Deutschlands Städten breit, das Projekt ›Multikulti‹ wird für gescheitert befunden und scheinbar angepasste Araber deponieren Bomben in deutschen Zügen. Neue Wege in der bundesrepublikanischen Ausländerpolitik stehen also nicht für eine Abkehr vom grundsätzlichen Misstrauen gegenüber all jenen, die keinen stolzen Greif auf ihrem Pass präsentieren können. Von diesem Standpunkt aus wird Integration dann auch betrieben: Integrationskurse, Sprach- und Wissenstests sollen eines
sicherstellen: das ultimative Bekenntnis zum deutschen Arbeitsmarkt, zur deutschen Verfassung und zur deutschen Kultur.
Damit ist die Sache aber noch nicht gegessen. Aus verschiedenen Ecken sind kritische Fragen zu hören: Wer stellt denn sicher, dass das ›Ja‹ zu Deutschland am Ende nicht bloß Heuchelei ist? Was hat das Wissen um deutsche Flüsse und Mittelgebirge mit unserer tollen Verfassung zu tun? Wie viel an Zwang und Strafandrohung darf man den zu Integrierenden zumuten?
Wir wollen mit Euch die Gemeinsamkeiten dieser verschiedenen Standpunkte in der Politik, den Medien, NGOs und dem »kleinen Menschen von der Straße« herausarbeiten, diskutieren und kritisieren.
Berlin, 15.-17.6.07 - Seminar: Der Reichtum, der die Armut schafft
Wochenendseminar zur Kapitalismuskritik vom 15.-17. Juni 2007 in Berlin
Seminareinladung als pdf [164 kb]
(Drohende) Arbeitslosigkeit, ein Arbeitsplatz, an dem man einiges an körperlichem und psychischem Stress auszuhalten hat, und eine Freizeit, in der...

....man zu fertig ist oder zu wenig Geld hat, um sie für sich zu nutzen; dies alles sind Sachen, mit denen die meisten Menschen irgendwann mal Bekanntschaft machen. Warum gibt es neben dem Reichtum in den kapitalistischen Gesellschaften soviel Armut? Im Gegensatz zu manch anderen „Kapitalismuskritikern“ meinen wir, dass all das nicht von Managementfehlern oder Heuschrecken mit schlechten moralischen Grundsätzen herrührt, sondern dass es die notwendigen Resultate einer Produktion für den Markt sind.
Bei der fortschreitenden Technik springt für die Leute, die mit ihrem Einkommen kalkulieren müssen, wenig heraus. Viele werden entlassen und diejenigen, die noch dabei sein dürfen, werden noch härter ran genommen - die teuere Maschinerie muss sich ja rentieren. Zusehend, wie alles bei gleichem Aufwand in größeren Massen hergestellt werden kann, sollen heute die Lohnabhängigen endlich einsehen, dass ihr Lohn ständig zu hoch ist für das Glück, beschäftigt zu sein. Trotz des rasanten Fortschritts in der Produktion heißt es, dass man sich bestimmte Sachen, z.B. in der Gesundheitsversorgung, einfach nicht mehr leisten könne.
Manche meinen, dass der Staat den freien Markt zügeln müsse, damit alles besser wird. Auf dem Seminar wollen wir deshalb über die ökonomischen Fragen hinaus diskutieren, warum der angeblich rettende Einsatz des Staates für die Bedürftigen in dieser Gesellschaft immer so dürftig ausfällt.
Nicht der Mangel, sondern der Überfluss ist einigen Kapitalismuskritikern in der Linken ein Dorn im Auge. Konsumterror, Werbung, Image, kurz die “Konsumgesellschaft” ist für sie das zentrale Problem. Was die Unterscheidung von „eigentlichen“ und „künstlichen/fremden“ Bedürfnissen bringt, wird ein weiterer Diskussionspunkt auf dem Seminar sein.
Alle, die Lust haben mit uns über diese Sachen zu diskutieren, sind recht herzlich eingeladen.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Hannover, 8.-10.6.07 - Seminar: Open-Source
Wochenendseminar zur Politik von Open-Source vom 8.-10. Juni 2007 in Hannover
Autos von Berlin aus werden organisiert
Seminareinladung als pdf [164 kb]
Open-Source-Produkte feiern weltweit Erfolge: Firefox, OpenOffice und Linux sind die bekanntesten Beispiele. Wir wollen auf dem Seminar der Frage nachgehen, was die Entwicklung dieser Software antreibt. Dabei wollen wir diskutieren, welche Motive...
...die Entwickler und die Firmen, die sie unterstützen, haben. Wir werden uns anschauen, was in den Open-Source-Lizenzen (wie z.B. GPL und BSD) steht und ob darin wirklich das Ende des Eigentums kodifiziert ist, wie viele Fans dieser Bewegung meinen. Auch den Mythos, dass eine kleine Gruppe von Hobby-Enthusiasten globalen Unternehmen wie Microsoft ernsthafte Schwierigkeiten bereiten kann, indem sie sich Abends zum Programmieren trifft, werden wir kritisch untersuchen.
Weiterhin möchten wir betrachten, was Linke an Open-Source entweder gut finden oder kritisieren und diskutieren, was wir davon halten. Ist Open-Source der Sozialismus in Software, eine fortschrittliche soziale Bewegung oder nur eine andere Form Geschäfte zu machen?
Technische Vorkenntnisse sind für die Teilnahme am Seminar nicht nötig. Die technischen Grundlagen werden wir am Anfang kurz einführen, während es im weiteren Verlauf vor allem um die politische Dimension von Open-Source gehen soll.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Autoplätze von Berlin werden organisiert - dann Umlage der Spritkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Wolfsburg, 1.-3.6.07 - Seminar: Hirnforschung und Konstruktivismus
Wochenendseminar zur Kritik der Hirnforschung und des Konstruktivismus` vom 1.-3. Juni 2007 in Wolfsburg
Zweitauflage des Seminars. Die Menschen, die bei dem Februar-Seminar keinen Platz fanden haben nun einen gesicherten. Sonst nur noch wenige Plätze frei, deswegen schnell anmelden!
Autoplätze von Berlin und vermutlich auch aus dem Raum Regensburg vorhanden
Seminareinladung als pdf [169 kb]
Du denkst, Dein Hirn lenkt
Die naturwissenschaftliche Erforschung des menschlichen Gehirns beschäftigt in den letzten Jahren zunehmend auch die Geisteswissenschaften. Es geht dabei...
...um die Fragen, ob unser freier Wille eine bloß subjektive Einbildung sei; ob das Strafrecht dahingehend reformiert werden müsse, dass es keine Schuld im moralischen Sinne geben kann, da Täter durch die neuronale Struktur ihres Gehirns determiniert seien; ob Kinder durch Erklärungen die Welt begreifen, oder nur durch Reize lernen können. Hinter den Vorstellungen vom unfreien Willen und der Unmöglichkeit objektiver Erkenntnisse steht eine konstruktivistische Theorie. Hirnforscher stellen heute erneut die Frage, warum ich die Welt als etwas außer mir Existierendes wahrnehmen kann, obwohl doch alle Wahrnehmung der äußeren Welt nachweislich nichts anderes ist als elektro-chemische Impulse in meinem Gehirn. Der Wissenschaftler Gerhard Roth schließt daraus, dass ich tatsächlich gar nicht die äußere Welt erkenne, sondern mein Gehirn eine Wirklichkeit konstruiert, welche mir subjektiv als äußere Welt erscheint. Die ganze Wirklichkeit ist dann ein bloßes Konstrukt meines Gehirns. Diese Überlegung kann politisch wirksam werden. Denn wenn das so ist, dann gibt es auch keine Herrschaftsverhältnisse, keine gesellschaftlich durchgesetzten Formen der Ausbeutung. Was als solches erscheinen mag, wäre nur im einzelnen Subjekt real, hätte aber keinerlei Objektivität. Objektiv wären nur die neuronalen Strukturen des Gehirns, welche diese Verhältnisse in uns hervorbrächten. Und diese stehen als Organeigenschaften jenseits aller politischen Kritik. Die sich auf neueste Erkenntnisse der Gehirnforschung stützenden Forderungen, das Strafrecht, die Kindererziehung und andere Bereiche der Gesellschaft unserer Hirnstruktur entsprechend umzuformen, treten darum gerne so auf, als stünden sie jenseits politischer Strömungen. Wir wollen anhand von verschiedenen Texten diese Form der Politik untersuchen, die gerade durch eine konstruktivistische Absage an die Möglichkeit politischen Handelns bestimmte Mechanismen der Herrschaft manifestiert.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Autoplätze von Berlin werden organisiert - dann Umlage der Spritkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Leipzig, 04.4.07 - Veranstaltung: Schwer mit dem schönen Leben
Veranstaltung zum „bedingungslosen Grundeinkommen“ am 04.04.07 um 19.00 Uhr im libertären Zentrum "Libelle"
Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein alternatives Konzept zum Alg 2 bzw. zur Sozialhilfe mit zwei entscheidenden Unterschieden: Der Bezug des Geldes soll nicht vom Nachweis der Arbeitswilligkeit und auch nicht vom vorhandenen Vermögen oder Einkommen abhängen.
Dieses Programm findet in jeder Partei von CDU, FDP, den Grünen, bis hin zur Linkspartei und in der außerparlamentarischen Linken Unterstützer. Das alleine könnte schon stutzig machen. Noch vielmehr sollte stutzig machen, dass diejenigen Politiker, die sich gerade alle Mühe geben, den Kostenfaktor Arbeit für den deutschen Standort zu senken, keine Angst vor einem zu kleinem Niedriglohnbereich haben. Die Linken dagegen erwarten, dass die Arbeitslosen nicht mehr jeden beschissenen Job annehmen müssten und damit zugleich eine Grundlage der Lohndrückerei bei den noch Beschäftigten entfallen würde.
In welche Richtung wäre das bedingungslose Grundeinkommen also ein erster Schritt? Oder anders gefragt: Wer täuscht sich, links oder rechts?
Wann? Mittwoch, den 04.04.07 um 19.00 Uhr
Ort: Libertäres Zentrum Libelle – Kollonadenstr. 19, Leipzig.
Eine Veranstaltung mit jimmy boyle/junge linke.
Hannover, 16.-18.2.07 - Seminar: Hirnforschung und Konstruktivismus
Wochenendseminar zur Kritik der Hirnforschung und des Konstruktivismus` vom 16.-18. Februar 2007 in Hannover
SEMINAR SCHON VOLL. ES WIRD ABER EINE WIEDERHOLUNG IM SOMMER GEBEN!
Autoplätze von Berlin werden organisiert
Du denkst[,] Dein Hirn lenkt
Die naturwissenschaftliche Erforschung des menschlichen Gehirns beschäftigt in den letzten Jahren zunehmend auch die Geisteswissenschaften. Es geht dabei...
...um die Fragen, ob unser freier Wille eine bloß subjektive Einbildung sei; ob das Strafrecht dahingehend reformiert werden müsse, dass es keine Schuld im moralischen Sinne geben kann, da Täter durch die neuronale Struktur ihres Gehirns determiniert seien; ob Kinder durch Erklärungen die Welt begreifen, oder nur durch Reize lernen können. Hinter den Vorstellungen vom unfreien Willen und der Unmöglichkeit objektiver Erkenntnisse steht eine konstruktivistische Theorie. Hirnforscher stellen heute erneut die Frage, warum ich die Welt als etwas außer mir Existierendes wahrnehmen kann, obwohl doch alle Wahrnehmung der äußeren Welt nachweislich nichts anderes ist als elektro-chemische Impulse in meinem Gehirn. Der Wissenschaftler Gerhard Roth schließt daraus, dass ich tatsächlich gar nicht die äußere Welt erkenne, sondern mein Gehirn eine Wirklichkeit konstruiert, welche mir subjektiv als äußere Welt erscheint. Die ganze Wirklichkeit ist dann ein bloßes Konstrukt meines Gehirns. Diese Überlegung kann politisch wirksam werden. Denn wenn das so ist, dann gibt es auch keine Herrschaftsverhältnisse, keine gesellschaftlich durchgesetzten Formen der Ausbeutung. Was als solches erscheinen mag, wäre nur im einzelnen Subjekt real, hätte aber keinerlei Objektivität. Objektiv wären nur die neuronalen Strukturen des Gehirns, welche diese Verhältnisse in uns hervorbrächten. Und diese stehen als Organeigenschaften jenseits aller politischen Kritik. Die sich auf neueste Erkenntnisse der Gehirnforschung stützenden Forderungen, das Strafrecht, die Kindererziehung und andere Bereiche der Gesellschaft unserer Hirnstruktur entsprechend umzuformen, treten darum gerne so auf, als stünden sie jenseits politischer Strömungen. Wir wollen anhand von verschiedenen Texten diese Form der Politik untersuchen, die gerade durch eine konstruktivistische Absage an die Möglichkeit politischen Handelns bestimmte Mechanismen der Herrschaft manifestiert.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Autoplätze von Berlin werden organisiert - dann Umlage der Spritkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 13.2.07 - Veranstaltung: Schwer mit dem schönen Leben
Veranstaltung zum „bedingungslosen Grundeinkommen“ am 13.2.07 in Berlin
Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein alternatives Konzept zum Alg 2 bzw. zur Sozialhilfe mit zwei entscheidenden Unterschieden: Der Bezug des Geldes soll nicht vom Nachweis der Arbeitswilligkeit und auch nicht vom vorhandenen Vermögen oder Einkommen abhängen.
Dieses Programm findet in jeder Partei von CDU, FDP, den Grünen, bis hin zur Linkspartei und in der außerparlamentarischen Linken Unterstützer. Das alleine könnte schon stutzig machen. Noch vielmehr sollte stutzig machen, dass diejenigen Politiker, die sich gerade alle Mühe geben, den Kostenfaktor Arbeit für den deutschen Standort zu senken, keine Angst vor einem zu kleinem Niedriglohnbereich haben. Die Linken dagegen erwarten, dass die Arbeitslosen nicht mehr jeden beschissenen Job annehmen müssten und damit zugleich eine Grundlage der Lohndrückerei bei den noch Beschäftigten entfallen würde.
In welche Richtung wäre das bedingungslose Grundeinkommen also ein erster Schritt? Oder anders gefragt: Wer täuscht sich, links oder rechts?
Wann? Dienstag, den 13.02.07 um 19.30 Uhr
Ort: Vetomat – Scharnweberstr. 35 (U- Samariterstr.)
Eine Veranstaltung von jimmy boyle/junge linke.
Bremen, 9.-11.2.07 - Seminar: Kritik des Neoliberalismus
Wochenendseminar zur Kritik des Neoliberalismus vom 9.-11. Februar 2007 in Bremen
Autoplätze von Berlin werden organisiert
Unter dem Namen Neoliberalismus wird heute nicht nur von der Antiglobalisierungs-Bewegung so ziemlich alles zusammengefasst, was...

...wirtschaftlich und wirtschaftspolitisch in der Welt passiert. Ökonomisch wird dabei der immer größere Einfluss von multinationalen Unternehmen und von freiem Währungs- und Kapitalhandel für entscheidend gehalten, politisch ein neues Paradigma der Staatenführung, das ungehinderte Kapitalbewegungen zur Grundlage seines Erfolgs und damit zum obersten Zweck erklärt.
Wir werden darstellen, inwieweit diesem Namen ein Begriff korrespondiert, und was dessen Wesen ausmacht, soweit es ihn gibt. Dazu werden wir darstellen, wie politische Entscheidungen – etwa das System von Bretton Woods und dann insbesondere seine Auflösung – tatsächlich das Kapitalverhältnis entscheidend verändert haben, aber auch, warum es keine Frage bloß willkürlicher Entscheidungen ist, wie mit diesem veränderten System wirtschaftspolitisch umzugehen ist.
Interessant ist dabei, dass die meiste gegenwärtige Politik, die dem zu entsprechen versucht, sich nicht neoliberal nennt, sondern häufig im Fall der Sozialdemokratie des „dritten Wegs“ selbst eine Kritik am Neoliberalismus hat. Positiv beziehen sich auf den Neoliberalismus eher Wirtschaftstheoretiker im Gefolge von u.a. Hayek oder in den USA Friedman und den Chicago Boys. Wir werden herausarbeiten inwiefern deren Wirken nicht allem entspricht, was häufig als Vorurteil über den Neoliberalismus herumgeistert, zum Beispiel der Idee der immer schwächeren Staaten.
Wir werden also den Neoliberalismus und seine Vertreter kritisieren. Genauso aber werden wir uns andere geläufige Kritiken am Neoliberalismus besonders aus der globalisierungskritischen Bewegung ansehen und deren Probleme und Fehler herausarbeiten.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Autoplätze von Berlin werden organisiert - dann Umlage der Spritkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 26.-28.1.07: Karl Marx' Kritik gesellschaftlicher Herrschaft
Grundlagenseminar zu Karl Marx vom 26.-28. Januar 2007 in Berlin
SEMINAR SCHON VOLL, SORRY!
Wer wissen will, wie globaler Kapitalismus, staatliche Politik, ökonomische Ausbeutung, bürgerliche Ideologie, soziale Gewalt und psychisches Leid...

...zusammenhängen, wie der Zwang zu einem Leben in Konkurrenz in Nationalismus übergeht, und warum Menschen diesen unmenschlichen Verhältnissen immer wieder ihre Stimme geben, kommt an Marx nicht vorbei. Die verbreitete Strategie, seine Schriften in einen ‚humanistischen‘ und einen ‚dogmatisch-ökonomistischen‘ Anteil zu zerlegen, ersteren anzuerkennen und letzteren für ‚historisch gescheitert‘ zu erklären, vergibt von vornherein ihren wichtigsten theoretischen Ertrag: einen angemessenen Begriff gesellschaftlicher Herrschaft, der zugleich deren Kritik ist: Gegen die naive, gerade in Deutschland traditionsreiche Auffassung, daß Ausbeutung ein Problem unmäßiger Profitgier verantwortungsloser Unternehmer sei, kann Marx zeigen, wie Ausbeutung jenseits aller guten oder schlechten Absichten in der Struktur gesellschaftlicher Reproduktionsverhältnisse selbst angelegt ist. Es ist also unsinnig, humanistisch‘ von der ‚Entfremdung menschlicher Bedürfnisse‘ zu sprechen, ohne über deren geschichtliche Beziehung zur ökonomischen Reproduktionsordnung nachzudenken. Um ein subjektives Unbehagen in eine richtige Kritik der Gesellschaft zu übersetzen, bedarf es also angemessener Begriffe, die den ökonomischen Reproduktionsprozeß (samt seiner ideologischen Vermittlungsmomente) als ganzen fassen. Für die kapitalistische Gesellschaftsordnung, die uns nach wie vor belästigt, hat Marx die wichtigsten bestimmt.
In unserem Grundlagenseminar wollen wir eine breite Auswahl der Marxschen Schriften diskutieren, von den sog. “ökonomisch-philosophischen Manuskripten” des Frühwerks bis zum Hauptwerk “Das Kapital”. Dabei soll erkennbar werden, wie Marx seinen ursprünglich philosophischen Standpunkt angesichts der Übermacht des ökonomischen Prozesses abstreift und das selbstgestellte Programm einer materialistischen Kritik gesellschaftlicher Herrschaft Schritt für Schritt erfüllt.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Hannover, 15.-17.12.06 - Seminar: Kann denn Liebe Sünde sein?
Wochenendseminar zur Kritik des Nationalismus vom 15.-17. Dezember 2006 in Hannover
Autoplätze von Berlin werden organisiert
Das sonst als „Miesepeter“, „Reformbremse“ und „ewiger Nörgler“ gescholtene deutsche Staatsvolk bekam mit der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft die...

...Gelegenheit, einmal zu zeigen, was in ihm steckt. Manager, einfache Angestellte und Hartz IV-Betroffene bekundeten in feucht-fröhlicher Partystimmung ihre gemeinsame Liebe zum Vaterland; ganz „unverkrampft“, wie Politiker, Presse und die geistig-moralische Elite der Nation erfreut fest- und richtig stellten.
Unabhängig von solchen kollektiven Gefühlsausbrüchen wollen wir uns ein Wochenende lang mit der Frage beschäftigen, was es mit dieser „Liebe“ auf sich hat. Zunächst einmal fällt hierbei auf, dass die Begründungen für dieses Zusammenstehen ziemlich beliebig daher kommen. Eine „gemeinsame Geschichte“, „Kultur“ oder gar „Natur“ stehen je nach Standpunkt des Betrachters Pate für die „kollektive Identität“ eines Volkes. Wem diese Begründungen unbefriedigend oder nicht zeitgemäß erscheinen, der hat immer noch die „Verfassung“, auf die er sich berufen kann.
Auch wenn die kopflastigen Zweifler der letzten Abteilung sich mitunter schweren Anfeindungen ausgesetzt sehen (so jüngst die GEW mit ihrer Kritik am Deutschlandlied), so geht es doch allen um das Eine: die Rechtfertigung eines nationalen Gemeinwesens, welches durch einen Staat gesichert und gestaltet werden soll. Diese These wollen wir gemeinsam mit Euch ergründen und diskutieren.
Wenn nun aber alle dasselbe wollen, muss die Frage beantwortet werden, wie sie denn darauf kommen. Für die Antwort auf diese Frage kommt man um die Beziehungen zwischen Staat, Ökonomie und Bürger nicht herum. Warum der bürgerliche Staat die Zustimmung seiner Untertanen braucht, wie er diese (mit oder ohne WM und „Patriotismus-Debatte“) bekommt, und was von dieser Zustimmung zu halten ist, soll uns auf dem Seminar maßgeblich beschäftigen.
Mittels dieser allgemeinen Bestimmungen wollen wir dann auch die Fragen des ganz alltäglichen Nationalismus erklären: Warum gehen Arbeiter jeden Morgen in brav in die Fabrik und Studenten in die Uni? Warum schwenken die Leute einmütig die Deutschland-Fahne? Woher kommt die Ausländerfeindlichkeit? Und warum ziehen Leute für ihr Land in den Krieg?
Die Frageliste ist nach unten hin offen und kann von Eurer Seite gern ergänzt werden. Überhaupt freuen wir uns über Anregungen, Kritik und Diskussionen vor, während und nach dem Seminar.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Autoplätze von Berlin werden organisiert - Dann Umlage der Spritkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Marburg, 9.-10.12.06 - Seminar: Love Parade in Schwarz-Rot-Geil
Seminar als Rückblick auf das fröhliche und arg unverkrampfte deutsche Sommermärchen am 9. und 10. Dezember 2006 in Marburg
Kann denn Liebe Sünde sein?
Das sonst als „Miesepeter“, „Reformbremse“ und „ewiger Nörgler“ gescholtene deutsche Staatsvolk bekam mit der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft die...

...Gelegenheit, einmal zu zeigen, was in ihm steckt. Manager, einfache Angestellte und Arbeitslose bekundeten in feucht-fröhlicher, karnevalesker Partystimmung ihre gemeinsame Liebe zum Vaterland; ganz „unverkrampft“, wie Politiker, Presse und die geistig-moralische Elite der Nation erfreut feststellten. Der Grund dieser angeblichen Verkrampfung und Zurückhaltung, die es nie wirklich gegeben hat und gegen die seit ihrer gedenkpolitischen Verkündung von gleicher Stelle angeschrieben wurde, sind die „dunklen Jahre der deutschen Geschichte“. Wie verrückt versuchen sich die Auf-Deutschland-Stolzen von Auschwitz zu befreien. Wie die ganze Erinnerungskultur als ein einziges Kompliment für Deutschland präsentiert wird, so soll diese wiederum auch nicht mehr vom Feiern abhalten - „Lebenssatt, gefühlsgetränkt, herzensoffen“ soll es so laut Spiegel auch endlich einmal in deutschen Landen zugegangen sein. Schließlich würde auch das Ausland nicht mehr solche „selbstkritischen Deutschen“ ertragen können.... Es wurde zwar gleichzeitig noch auf darauf hingewiesen, dass es im Inland noch Verderber des schönen Spiels der Liebe zum Vaterland gebe, doch diese werden schon lange intellektuell ins Irrenhaus geschrieben und müssen wie im Falle der LehrerInnengewerkschaft GEW und ihrer lauen Nationalhymnenkritik Abbitte leisten. Gewaltiger als die Liebe zum Vaterland ist Liebe selten.
Und da Liebe bekanntlich blind macht, war im schwarz-rot-goldenen Freudentaumel auch schnell vergessen, dass der deutsche Staat seinen Bürgern, selbst in deren Bewusstsein in Form von Hartz IV, Mehrwertsteuererhöhung usw., genügend Zumutungen bietet, die eigentlich nicht geeignet sind, liebevolle Gefühle zu wecken. Stattdessen präsentierten sich die Deutschland-Fans der Welt als freundliche Gastgeber, und feierten (meist) in Eintracht zusammen mit den angereisten Bürgern anderer Staaten, wobei es ganz selbstverständlich war, dass jeder der jeweiligen Staatsmacht die Daumen drückt, deren Name auf seinem Pass steht. Und längst ist die mediale Aufbereitung nicht mehr zu trennen vom Ereignis selbst, die Erinnerung ans Erlebnis setzt ja scheinbar schon vor diesem an und schon kommt „das Video zum neuen Patriotismus-Gefühl“ (Berliner Zeitung, 2/3.10.06) in die Kinos, Sönke Wortmann hat das deutsche Sommermärchen nicht nur für die Nachwelt festgehalten und alle vergewissern sich ihrer Erinnerung - Weißt Du noch?
Wir wollen auf diesem Seminar mit Euch diskutieren, was Menschen dazu bringt, sich kollektiv in der Fußgängerzone in Ganzkörper-SchwarzRotGold-Kostümen in Fußballform zu zeigen - Menschen, die sonst verbissen um Anerkennung als respektable und anständige Bürger ringen. Und ist das nicht einfach nur schön, wenn sie aus ihrem Ich-Panzer in die `neue Leichtigkeit´ heraustreten? Ist das denn "viel mehr als (halborganisierte, halb spontane) Partylaune", fragte auch die linke Wochenzeitung Jungle World. Und genereller: Woher kommt das Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu einem großen Ganzen, das der Patriotismus dem Einzelnen befriedigt? Johannes Rau meinte: "Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt; ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet". Auf dem Seminar wollen wir der Frage nachgehen, worin diese "Liebe" begründet sein soll, und was überhaupt eine Nation ist: die Schicksalsgemeinschaft eines Volkes, eine Kulturgemeinschaft, ein Kreis freier Menschen mit gemeinsamer Verfassung? Welche Spezifika hat der Nationalismus in Deutschland? Warum zeigt sich dieser so gerne in Fußballstadien? Ist Fußball vielleicht mehr, als einfach 22 Menschen zuzuschauen, wie sie hinter einem Ball her rennen? Und was hat das alles mit dem Kapitalismus zu tun? Das alles und noch viel mehr wollen wir mit Euch diskutieren.
Berlin, 1.-3.12.06 - Seminar: Marxismus-Leninismus an der Macht
Wochenendseminar zum ehem. real existenten Sozialismus vom 1.-3. Dezember 2006 in Berlin
Sieht mensch einmal von den kümmerlichen Überresten in China, Kuba und Nordkorea ab, so fällt unmittelbar auf: Der real existierende Sozialismus gehört...

...der Vergangenheit an. Und da landläufig vergangene Formen gesellschaftlichen Lebens gleichzeitig ein Beleg ihres notwendigen Endes sind, ist es ein leichtes, den Kapitalismus gegen alle linke Kritik mit einem kurzen Hinweis auf dieGeschichte zu immunisieren. Die Unterstellung, aller Kommunismus müsse immer in Überwachungsstaat, Massenvernichtung und materiellem Elend enden, liegt da auch nicht mehr fern.
Damit wird die Geschichte zum politischen Totschlagargument für alle, die es nicht besser wissen (wollen). Wer sich mit diesen Binsenweisheiten nicht zufrieden geben will oder seine eigene politische Position ständig durch diese scheinbar unwiderlegbaren Resultate des Geschichtsverlaufs angefochten sieht, sollte sich ein paar Gedanken mehr zu den historischen Formen des Kommunismus, ihren Inhalten und Bedingungen machen. Dass die Gründe seines Scheiterns bzw. der Verlauf seiner Entwicklung nicht nur in der so genannten Menschennatur zu finden sind, kann mensch - auch ohne Kommunist zu sein - zumindest vermuten.
Was waren also die Ereignisse der Oktoberrevolution in Russland? Warum gelang es Lenin und Konsorten in Russland das gesamte Land tatsächlich umzukrempeln? War dabei der Tod von Millionen bereits in ihrem Programm angelegt oder schon durch das Wesen des Kommunismus vorherbestimmt? Wie sah denn diese besondere Planwirtschaft aus, die nicht nur, aber ganz schön viel Mangel produzierte? Und in welchem Verhältnis stehen Theorie und Praxis des (ehemals) real existierenden Sozialismus zu einer heutigen Kapitalismuskritik? Also, wenn Du Lust hast, mit zu diskutieren: anmelden und vorbeischauen.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 3.-5.11.06 - Seminar: Der Reichtum, der die Armut schafft
Wochenendseminar zur Kritik des Kapitalismus vom 3.-5. November 2006 in Berlin
(Drohende) Arbeitslosigkeit, ein Arbeitsplatz, an dem man einiges an körperlichem und psychischem Stress auszuhalten hat, und eine Freizeit, in der...

....man zu fertig ist oder zu wenig Geld hat, um sie für sich zu nutzen; dies alles sind Sachen, mit denen die meisten Menschen irgendwann mal Bekanntschaft machen. Warum gibt es neben dem Reichtum in den kapitalistischen Gesellschaften soviel Armut? Im Gegensatz zu manch anderen „Kapitalismuskritikern“ meinen wir, dass all das nicht von Managementfehlern oder Heuschrecken mit schlechten moralischen Grundsätzen herrührt, sondern dass es die notwendigen Resultate einer Produktion für den Markt sind.
Bei der fortschreitenden Technik springt für die Leute, die mit ihrem Einkommen kalkulieren müssen, wenig heraus. Viele werden entlassen und diejenigen, die noch dabei sein dürfen, werden noch härter ran genommen - die teuere Maschinerie muss sich ja rentieren. Zusehend, wie alles bei gleichem Aufwand in größeren Massen hergestellt werden kann, sollen heute die Lohnabhängigen endlich einsehen, dass ihr Lohn ständig zu hoch ist für das Glück, beschäftigt zu sein. Trotz des rasanten Fortschritts in der Produktion heißt es, dass man sich bestimmte Sachen, z.B. in der Gesundheitsversorgung, einfach nicht mehr leisten könne.
Manche meinen, dass der Staat den freien Markt zügeln müsse, damit alles besser wird. Auf dem Seminar wollen wir deshalb über die ökonomischen Fragen hinaus diskutieren, warum der angeblich rettende Einsatz des Staates für die Bedürftigen in dieser Gesellschaft immer so dürftig ausfällt.
Nicht der Mangel, sondern der Überfluss ist einigen Kapitalismuskritikern in der Linken ein Dorn im Auge. Konsumterror, Werbung, Image, kurz die “Konsumgesellschaft” ist für sie das zentrale Problem. Was die Unterscheidung von „eigentlichen“ und „künstlichen/fremden“ Bedürfnissen bringt, wird ein weiterer Diskussionspunkt auf dem Seminar sein.
Alle, die Lust haben mit uns über diese Sachen zu diskutieren, sind recht herzlich eingeladen.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 6.-8.10.06 - Seminar: Liebe, Sex und Lohnarbeit
Wochenendseminar zu Liebe, Sex und Lohnarbeit vom 6.-8. Oktober 2006 in Berlin
Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein
Dass das Bedürfnis nach Liebe und gegenseitiger Anerkennung der individuellen Persönlichkeit ein ewig menschliches zu sein scheint, untersucht für uns alle die...

...Frankfurter Allgemeine Zeitung in einer aktuellen Ausgabe in der Serie „Sozialbiologien“. Als biologisch vollständig begründet und unter dem Aspekt der Kosten-Nutzen-Optimierung wird hier jedoch ein Liebes-Modell vorgestellt, dass das oft emphatisch aufgeladene soziale Zweier-Beziehungsgeflecht vergessen macht und nur mehr als Zielpunkt die erfolgreiche Nachkommen-Zeugung und den sozialen Mehrwert gesellschaftlicher Anerkennung und Integration im Blick hat. Klingt diese Analyse zunächst einmal sehr antibürgerlich, bestätigt sie jedoch klassisch-bürgerlich tradierte Geschlechterrollen: Der Mann lohnarbeitet und steht für die Sphäre der Öffentlichkeit, die Mutter steht zuhause am Herd. Das wusste man doch eigentlich schon mal besser: Das „Love is the answer!“ der 68er-Bewegung empfahl, ebenfalls in antibürgerlicher Haltung, das Wegfallen aller Grenzen bürgerlicher Sexualborniertheit und Schamhaftigkeit und setzte auf das utopische Moment einer selbstbestimmten und -verantworteten Sozialbeziehung, die ausnahmsweise nicht den gesellschaftlich auferlegten Zwangs- und Abhängigkeitsverhältnissen konform verlaufen sollte. Dass Liebe überhaupt in Zusammenhang mit großen Begriffen wie Freiheit, Emanzipation, Individualität und Glück gebracht wird, ist ein zeitliches Phänomen, das wiederum mit der Herausbildung und Etablierung des aufgeklärten Bürgertums einhergeht. Das bürgerliche Glücksversprechen von Freiheit und der Unbedingtheit körperlicher Leidenschaften infiltrierte schließlich aber noch das Modell der Freien Liebe der 68er.
Welche gesellschaftlichen Mechanismen durchwirken nun den vermeintlichen Schutzraum „Beziehung“, und inwieweit haben all die widerständig gedachten Vorstellungen der 68er Revolte – von „Das Private ist Politisch“ bis „Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment“ – dieselben gesellschaftlichen Mechanismen affirmiert, die das Bürgertum zu seiner Selbstvergewisserung benötigt? Welchen theoretischen Bezugsrahmen hatte die Kritik der 68er, wie wurde sie in Kommunebewegung, Promiskuitätsverdikt und neuer Sexualmoral praktisch, und welche Formen nahm sie im Laufe der linken und liberalen Bewegungsgeschichte, wie sie z.B. die aktuelle Kritik der romantischen Zweierbeziehung (RZB) vornimmt, an?
Während des Wochenendseminars wollen wir zusammen diesen Fragestellungen nachgehen und sie anhand einzelner Texte diskutieren. Dem utopischen Gehalt der bürgerlichen wie antibürgerlichen Liebesvorstellung soll sowohl in seiner theoretischen Grundlegung in der Romantik, als auch in den praktischen Forderungen und Auseinandersetzung der 68er wie auch heute nachgegangen werden.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Hannover, 14.-16.6.06 - Seminar: Der Geist der Verfassung und das Gespenst des Kommunismus
Wochenendseminar über das KPD-Verbot 1956 und die Geschichte der KPD vom 14.- 16. Juli 2006 in Hannover
Autos von Berlin, dem Ruhrgebiet und vielleicht Bremen werden organisiert!
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Als 1956 das Bundesverfassungsgericht die KPD verbot, war die kommunistische Partei weit davon entfernt, eine wirkliche Bedrohung für den deutschen Staat darzustellen. Warum legte dieser trotzdem so großen Wert darauf diese Partei zu verbieten, was genau ist 1956 in Deutschland verboten worden und was damit geschützt? Was will der deutsche Staat von seinen Parteien und wie steht das Verbot zur Meinungs- und Versammlungsfreiheit? Wie haben liberale und linke
Kritiker heute und damals darauf reagiert?
In der Verbotsbegründung definiert das Bundesverfassungsgericht zudem die "freiheitlich-demokratische Grundordnung". Ist damit die Neutralität des Grundgesetzes bezüglich der ökonomischen Ordnung aufgehoben, oder sind Freiheit, Gleichheit und Privateigentum vielleicht doch nicht so neutral? Und was genau soll die freiheitlich-demokratische Grundordnung eigentlich sein?
Schließlich wollen wir betrachten, was das KPD-Verbot für Auswirkungen auf linke und oppositionelle Bewegungen und Gruppen in der BRD in der Folge gehabt hat und wie andere Nationen 'ihre' kommunistischen Parteien zerschlagen haben.
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Göttingen, 2.-4.6.06 - Seminar: Festival des Nationalismus
Wochenendseminar zur Fußballweltmeisterschaft vom 2.-4. Juni 2006 in Göttingen
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Da ist es geschafft: Dieses Jahr darf Deutschland das neben den Olympischen Spielen wohl wichtigste sportliche Großereignis der Welt austragen, die Fußballweltmeisterschaft. Und der einvernehmlichen Meinung aus Politik und Fußballkreisen nach bietet sich damit für Deutschland eine Chance, wie sie die nächsten 50 Jahre nicht wiederkehren wird. Selbst wer sich für Fußball mal so gar nicht interessiert, wird um die Hysterie dieses Jahr nicht herumkommen.
Dass es bei dem ganzen Spaß nicht einfach darum geht, dass die besten ihrer Zunft auf dem Rasen mal zeigen, was sie drauf haben, merkt man schon daran, dass es Nationen sind, die gegeneinander antreten. So ist es selbstverständlich, dass man via Pass erklärt bekommt, welcher Mannschaft man den Daumen drücken soll.
Doch damit nicht genug, große Unternehmen wollen, dass man Deutschland ein Gesicht verabreicht und Ex-Innenminister Schily bittet Kellner und Taxifahrer um ein vierwöchiges Dauergrinsen, damit sich "die Welt zu Gast bei Freunden" fühlen darf. Solch Botschaft ist eindeutig: trotz aller Unterschiede, die es in der Gesellschaft gibt, sollen sich die Menschen geschlossen hinter der Nation versammeln und als "Team" für eine erfolgreiche WM sorgen. Und wie man seine Pappenheimer kennt, machen sie auch gerne dabei mit.
Doch was verspricht man sich von einem solchen Rummel? Will man der Welt ein paar schöne vier Wochen verschaffen? Oder geht es um das Prestige, das Deutschland in der internationalen Gemeinschaft hat? Oder hat das ganze sehr viel handfestere Gründe? Spielen wirtschaftliche Interessen eine Rolle? Das würde erklären, warum sich die Nationen schon um die Austragung solcher Ereignisse balgen, und nicht erst bei der Meisterschaft selbst. Überhaupt scheinen sportliche Großereignisse auf diplomatischem Parkett irgendeine Wichtigkeit zu haben. Wie ist sonst zu erklären, dass es Politiker sich nicht nehmen lassen, bei Länderspielen dabei zu sein. Und schließlich gab es schon Boykott und Ausschluss von Staaten aus politischen Gründen.
Doch die WM erfreut sich nicht nur Beliebtheit. So befürchten Kritiker, dass das ganze Projekt Milliarden verschlingt, und das auf Kosten des Steuerzahlers. Und auch bei Linken gibt es fundamentale Bedenken. Die reichen von der Sorge, dass der Ausbau der Städte zu Lasten der sozial Schwachen geht bis hin zur Ablehnung des Leistungssports als inneren Ausdruck der kapitalistischen Verwertungslogik. Was von solchen Kritiken zu halten ist und was nicht, soll ebenfalls auf diesem Seminar diskutiert werden.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 26.-28.5.06 - Seminar: Der Sozialstaat und seine linksparteilichen FreundInnen
Wochenendseminar zum Sozialstaat und seinen FreundInnen von der Linkspartei vom 26. - 28. Mai 2006 in Berlin
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Die neue Regierung macht angekündigt da weiter, wo die alte aufgehört hat. Mit der Rente ab 67 und der Kürzung von ALG II für die 18 bis 25-jährigen sollen weitere Kosten im Sozialstaat eingespart werden. Nach wie vor wird für Kürzungen geworben mit dem Argument, dass nur so der Sozialstaat erhalten werden kann. Und komisch, jedes Mal wird behauptet, dass "das Notwendige" weiterhin geleistet wird, egal wie tief die Rente sinkt und wie wenig die Krankenkasse zahlt.
Wir wollen auf diesem Seminar anhand der Sozialversicherungen (ALG, Rente, Krankenkasse) diskutieren, was der Grund des Sozialstaats ist und die anhaltenden Reformen des Sozialstaats behandeln. Dabei sollen auch die ideologischen Rechtfertigungen für die Verschlechterung des Lebensstandards weiter Teile der Bevölkerung nicht zu kurz kommen (z.B. "zu wenig" Kinder und "zu viele" Alte).
Ein zweiter Schwerpunkt des Seminars sind die Freunde des Sozialstaats in Gestalt der Linkspartei. Sind ihre Alternativen wirklich so träumerisch, wie die seriösen Parteien behaupten, wenn ihr Sozialhilfesatz ungefähr dem entspricht, was vor zehn Jahren Standard war? Wenn auch sie wissen, dass ein Mindestlohn natürlich der wirtschaftlichen Kraft der Unternehmen angepasst werden muss? Und ist es wirklich der Weisheit letzter Schluss andauernd für den Erhalt und geringfügigen Ausbau des Sozialstaats zu kämpfen? Denn schließlich steht der Sozialstaat dafür, dass der normale Lohn zum Leben nicht reicht, die Wirtschaft also weiterhin lauter unterversorgte Gestalten hervorbringen wird!
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Recklinghausen, 20.5.06 - Tagesseminar: Don´t wanna be a european idiot
Tagesseminar zu Anti-Amerikanismus & EU-Nationalismus am 20. Mai 2006 im Alternativen Kulturzentrum in Recklingshausen.
Veranstaltet von der antifa [x] recklinghausen und der Offenen Antifa Recklinghausen.
Wegbeschreibung hier
Noch während des Irak-Krieges konnte man keine Straßenbahn betreten, ohne mindestens ein Gespräch über die "Arroganz" des "Weltpolizisten" mitzuerleben, der doch "nur wegen des Öls" nach Irak marschiere. Die USA als waffenstarrende, vorsintflutliche Macht auszumachen, rockte damals die Massen. Im Innern herrsche dort die soziale Kälte einer Hire-und Fire-Kultur, die durch die Wall Street und die multinationalen Konzerne auf die ganze Welt ausstrahle.
Nicht wenige wussten: Hollywood-Filme verseuchen die Köpfe, McDonalds und Co. die Mägen und amerikanischer Shareholder Value- und Krämergeist essen ehrliche Seele auf.
Amerika, oftmals personalisiert in Bush/Ölmagnaten/John Wayne, war somit negative Projektionsfläche für eine Menge verschiedener politischer "Kritik".
Doch was ist 3 Jahre danach mit dieser Kritik geschehen? Verschwunden scheint sie nicht recht zu sein, allenfalls ruhiger ist sie geworden und hat einen Teil ihres Welterklärungsanspruches aufgegeben. Doch man muss nur wahllos jemanden auf Bush oder die USA ansprechen und es wird wie ein Wasserfall aus ihm herauskommen. Nur an militärischen Lösungen sei Bush interessiert, wohl auch wegen der starken Waffenlobby in den USA, Diplomatie ersetze er durch die Macht des Stärkeren. Die EU sei hingegen eher eine Friedensmacht, die sich für die Armen in der Welt, für die, die keine Stimme haben, einsetzt.
Unsozial gehe es in den USA zu, eine soziale Abfederung, wie man sie in Europa kenne, sei dort nicht vorhanden. Viele, nicht nur Linke, nennen das dann Neoliberalismus und sehen die EU als Gegenpol, quasi als soziales Gewissen der Welt.
Und als Retterin der anständigen Esskultur, des hochwertigen Filmes, ja generell als Hort der Kultur wird Europa dann auch noch gegen die oberflächliche, kommerzialisierte Plastikwelt in Anschlag gebracht.
Was ist von diesen Aussagen zu halten? Warum werden sie nicht mehr so hitzig vorgebracht? Warum treffen sich Rechte und Linke so oft in der Kritik an den USA, und worin unterscheidet sich ihre Kritik? Ist Schröder der Friedenskanzler und hängt Merkel am Rockzipfel von Bush? Wie kommt das gute Urteil über die EU zu Stande und wie hängt dieses mit dem Grund, warum es die EU gibt, zusammen? Und was ist eigentlich Anti-Amerikanismus? Das alles und noch viel mehr wollen wir auf dem Seminar diskutieren.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns.
Teilnahmegebühr? Es wird auf dem Seminar ne Spendenbüchse rumgehen
Hannover, 12.-14.5.06 - Seminar: Kapitalismuskritik
Produktiver Arbeiter zu sein ist kein Glück, sondern ein Pech
Wochenendseminar zur Kapitalismuskritik vom 12. - 14. Mai 2006 in Hannover
Diese Einladung als pdf [530kb]
(Drohende) Arbeitslosigkeit, ein Arbeitsplatz, an dem man einiges an körperlichem und psychischem Stress auszuhalten hat und eine Freizeit, in der man zu fertig ist oder zu wenig Geld hat, um sie für sich zu nutzen; dies alles sind Sachen, mit denen die meisten Menschen irgendwann mal Bekanntschaft machen. Und die Volkswirtschaftslehre wie der gesunde Menschenverstand behaupten, dass Handel, Geld und Kapital lauter gute Hilfsmittel für die Bedürfnisbefriedigung sind... Nur ist es eben ein Unterschied, ob für die Bedürfnisse produziert wird oder aber die Geldvermehrung das bestimmende Prinzip aller Anstrengungen in der Marktwirtschaft ist. Hunger alleine ist in dieser Gesellschaft kein Grund zur Produktion, denn nur solche Bedürfnisse werden befriedigt, die zahlungskräftig sind. Dabei kommt es immer wieder vor, dass die hergestellten Sachen mangelhaft sind, weil in der Produktion an Kosten gespart wird. Rücksichtslosigkeit gegenüber der Natur und gesundheitsschädliche Lebensmittel sind Resultate einer Produktion für den Markt und keine Ausrutscher von abweichenden Bösewichtern. Bei der fortschreitenden Technik springt für die Leute, die mit ihrem Einkommen kalkulieren müssen, wenig heraus. Viele werden entlassen und diejenigen, die noch dabei sein dürfen, werden noch härter ran genommen - die teuere Maschinerie soll sich ja rentieren! Zusehend wie alles bei gleichem Aufwand in größeren Massen hergestellt werden kann, sollen heute die Lohnabhängigen endlich einsehen, dass ihr Lohn ständig zu hoch ist für das Glück, beschäftigt zu sein. Trotz des rasanten Fortschritts in der Produktion heißt es, dass man sich bestimmte Sachen, z.B. in der Gesundheitsversorgung, einfach nicht mehr leisten könne. Jeder ist seines (Un-)Glückes Schmied, ist dann die passende Rechtfertigung einer Gesellschaft, die systematisch Armut und Reichtum auf die Menschen verteilt. Manche meinen, dass der Staat den freien Markt zügeln müsse, damit alles besser wird. Anhand von Arbeits-, Umwelt- und Tarifgesetzen wollen wir diskutieren, was der Staat eigentlich schützt. Unsere These: das kapitalistische System und nicht den Lohnabhängigen. Oder warum enthalten Grenzwerte immer noch die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen daran krank werden und warum gibt es für die Unternehmen immer auch Ausnahmen, in denen dann mal die Arbeiter in erhöhter Konzentration das Gift um die Ohren bekommen? Alle, die Lust haben mit uns über diese Sachen zu diskutieren, sind herzlich eingeladen.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Leipzig, 21.-22.4.06 - Veranstaltung & Tagesseminar: Warum keine/r Deutschland ist
Abendveranstaltung und Tageseminar zur Kritik des Nationalismus vom 21.- 22. April 2006 in Leipzig
Abendveranstaltung: Einführung in den bürgerlichen Staat
Freitag, 21. April, 19:00 im B12 in der Braustraße 20
Tagesseminar: Du bist nicht Deutschland!
Samstag, 22. April, ganztägig
Diese Einladung als pdf [64kb]
In unschöner Regelmäßigkeit wird man hierzulande mit Patriotismuskampagnen konfrontiert. 1997 wollte Roman Herzog einen Ruck durch das Land gehen lassen, seit letztem Jahr heißt es: "Du bist Deutschland". All diese Kampagnen haben denselben Inhalt: Die Leute sollen bescheiden werden und nicht ständig nur an sich denken. "Frage nicht, was dein Land für dich tun kann. Frage, was du für dein Land tun kannst."
Eines ist damit klargestellt: Wenn es um Deutschland geht, haben die eigenen Interessen zurückzustehen. Diese Forderung wird nicht nur in Werbekampagnen vorgetragen. Mit Maßnahmen wie z.B. der Agenda 2010 wird den Leuten auch ganz praktisch ein Verarmungsprogramm aufgeherrscht, um Deutschlands Erfolg in der internationalen Konkurrenz zu fördern.
Für die Mehrzahl der Menschen hierzulande kommt bei den Programmen, die unter Berufung auf Deutschland durchgesetzt werden, also nur Schaden heraus. Trotzdem lassen sie sich von ihrer guten Meinung über Deutschland nicht abbringen. Im Gegenteil: je mieser ihre Lage wird, desto fester ihre Zustimmung. Das ist leider nicht nur in Deutschland so.
Von Nationalismus will hierbei aber keiner sprechen. Nach allgemeiner Überzeugung handelt es sich nur um Patriotismus, also die völlig unschuldige Liebe zum eigenen Staat. Daß der angestrebte Erfolg des eigenen Staates nur gegen andere Staaten zu haben ist, die genau diesen Erfolg auch wollen, stört einen guten Patrioten nicht.
Als nationalistisch - und damit unanständig - gilt es erst, wenn Patrioten ihre Liebe zum eigenen Volk so weit treiben, daß sie ganz spontan "Volksfeinde" wie Ausländer oder Obdachlose totschlagen. Im Krieg allerdings - so diffizil ist die Unterscheidung von gutem Patrotismus und bösem Nationalismus - ist das Töten von Ausländern wiederum erlaubt, ja sogar geboten.
Wenn Dir diese Unterscheidung auch merkwürdig vorkommt, und Du wissen möchtest, wieso die Leute stolze Deutsche (oder Engländer, oder ...) sind, obwohl sie nur den Schaden davon haben, komm zu unseren Veranstaltungen:
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden (fürs Seminar, für die Veranstaltung keine Anmeldung nötig) und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 7,- Euro (10,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Verpflegung und Materialkosten. Wer eine Unterkunft braucht, bitte bei der Anmeldung sagen. Wer nicht erscheint , ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Recklinghausen, 15.4.06 - Tagesseminar: Grundlagen der Kapitalismuskritik
Tagesseminar zur Einführung in die Grundlagen der Kapitalismuskritik am 15. April 2006 im Alternativen Kulturzentrum in Recklingshausen.
Veranstaltet von der antifa [x] recklinghausen und der Offenen Antifa Recklinghausen.
Wegbeschreibung hier
Produktiver Arbeiter zu sein ist kein Glück, sondern ein Pech
(Drohende) Arbeitslosigkeit, ein Arbeitsplatz, an dem man einiges an körperlichem und psychischem Stress auszuhalten hat und eine Freizeit, in der man zu fertig ist oder zu wenig Geld hat, um sie für sich zu nutzen; dies alles sind Sachen, mit denen die meisten Menschen irgendwann mal Bekanntschaft machen. Und die Volkswirtschaftslehre wie der gesunde Menschenverstand behaupten, dass Handel, Geld und Kapital lauter gute Hilfsmittel für die Bedürfnisbefriedigung sind... Nur ist es eben ein Unterschied, ob für die Bedürfnisse produziert wird oder aber die Geldvermehrung das bestimmende Prinzip aller Anstrengungen in der Marktwirtschaft ist. Hunger alleine ist in dieser Gesellschaft kein Grund zur Produktion, denn nur solche Bedürfnisse werden befriedigt, die zahlungskräftig sind. Dabei kommt es immer wieder vor, dass die hergestellten Sachen mangelhaft sind, weil in der Produktion an Kosten gespart wird. Rücksichtslosigkeit gegenüber der Natur und gesundheitsschädliche Lebensmittel sind Resultate einer Produktion für den Markt und keine Ausrutscher von abweichenden Bösewichtern. Bei der fortschreitenden Technik springt für die Leute, die mit ihrem Einkommen kalkulieren müssen, wenig heraus. Viele werden entlassen und diejenigen, die noch dabei sein dürfen, werden noch härter ran genommen - die teuere Maschinerie soll sich ja rentieren! Zusehend wie alles bei gleichem Aufwand in größeren Massen hergestellt werden kann, sollen heute die Lohnabhängigen endlich einsehen, dass ihr Lohn ständig zu hoch ist für das Glück, beschäftigt zu sein. Trotz des rasanten Fortschritts in der Produktion heißt es, dass man sich bestimmte Sachen, z.B. in der Gesundheitsversorgung, einfach nicht mehr leisten könne. Jeder ist seines (Un-)Glückes Schmied, ist dann die passende Rechtfertigung einer Gesellschaft, die systematisch Armut und Reichtum auf die Menschen verteilt. Manche meinen, dass der Staat den freien Markt zügeln müsse, damit alles besser wird. Anhand von Arbeits-, Umwelt- und Tarifgesetzen wollen wir diskutieren, was der Staat eigentlich schützt. Unsere These: das kapitalistische System und nicht den Lohnabhängigen. Oder warum enthalten Grenzwerte immer noch die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen daran krank werden und warum gibt es für die Unternehmen immer auch Ausnahmen, in denen dann mal die Arbeiter in erhöhter Konzentration das Gift um die Ohren bekommen? Alle, die Lust haben mit uns über diese Sachen zu diskutieren, sind herzlich eingeladen.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns.
Teilnahmegebühr? Es wird auf dem Seminar ne Spendenbüchse rumgehen
Recklinghausen, 18.3.06 - Tagesseminar gegen Rassismus
Warum bleiben die Anderen immer anders? Tagesseminar gegen Rassismus am 18. März 2006 im Alternativen Kulturzentrum in Recklingshausen.
Veranstaltet von der antifa [x] recklinghausen und der Offenen Antifa Recklinghausen.
Wegbeschreibung hier
Dass die Menschheit angeblich in Schwarze, Weiße, Rote und Gelbe zerfällt: Davon ist ein Großteil der Bewohner dieses Planeten felsenfest überzeugt. Fängt da schon der Rassismus an - oder erst, wenn mit der angeblichen Hautfarbe bestimmte angebliche und unveränderlicher Eigenschaften verbunden werden? Oder erst da, wo es abwertend und unfreundlich wird?
Wie entstehen Feindbilder eigentlich? Aus Mangel an Erfahrung, aus Denkfaulheit, aus Ängsten und Nöten - oder aus Nationalismus?
Gegen Rassismus sind fast alle; darum sagt man heute auch nicht mehr "Rasse", sondern "Kultur" und "Ethnie". Ist das dann kein Rassismus mehr? Oder "Neo-Rassismus"? Oder alter Wein in alten Schläuchen?
Seit dem 11.9. wird "Multikulti" alle Vierteljahre zu Grabe getragen. Ist es schade um diesen alternativen Rassismus, der die "Anderen" als Bereicherung des "Eigenen" zuließ - und woran ist der denn nun "gescheitert"? Europa gehört die Zukunft, sagt die Politik? Führt das zu neuen Zusammengehörigkeitsgefühlen von Moffen, Bergdeppen, Inselaffen, Frosch- und Spaghettifressern? Oder sind Deutsche, Österreicher, Briten, Franzosen und Italiener genau die gleichen blöden Nationalisten wie vorher?
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns.
Teilnahmegebühr? Es wird auf dem Seminar ne Spendenbüchse rumgehen
Ulm, 3.-4.3.06 - Veranstaltung/Seminar: Leben in Herrschaft 2006
Seminar und Abend-Veranstaltung mit Diskussion zum bürgerlichen Staat, seiner demokratischen Form und seinen BürgerInnen am 3. und 4. März 2006 in Ulm
Auf Einladung des Arbeitskreises Kritik Ulm (AKKU).
Freitag, 20 Uhr: Vortrag und Diskussion: Club Orange; Kornhausplatz 5, Ulm
Samstag, 10 Uhr: Tagesseminar: Einsteinhaus; Kornhausplatz 5, Ulm
Das Jahr 2006 beginnt nicht unbedingt aufbauend:
"- Wie soll es weitergehen nach dem Verlust meines Arbeitsplatzes? Wann finde ich endlich einen Ausbildungsplatz? [ ... ] Was wird aus mir und meiner Familie? - Ich verstehe diese Fragen. Ich weiß, dass vielen bereits sehr viel abverlangt wird. Sie haben schon lange eine Idee? Es muss gar nichts Überragendes sein, aber sollte 2006 nicht das Jahr sein, in dem Sie versuchen, diese Idee in die Tat umzusetzen? Fangen wir einfach an! Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Sie werden sehen, wie viel Freude es macht, wenn man Schritt für Schritt voran geht. Das kann jeder von uns zu Hause, in der Familie, mit Kindern, in der Schule, am Arbeitsplatz, mit Kranken, mit Behinderten, mit bei uns lebenden Ausländern, in Vereinen, in Selbsthilfegruppen, in Bürgerinitiativen, in Kirchen und vielem mehr."
Mal ganz abgesehen davon, dass es schwierig ist, an einem Arbeitsplatz Schritte zu gehen, wenn man gar keinen mehr hat, so ist dieses Zitat aus der Neujahrsansprache Angela Merkels durchaus typisch für den Umgang mit Interessen in einer demokratischen Herrschaft. Einerseits werden die Beschwerden ihrer Untertanenschaft zur Kenntnis genommen: kein Arbeits- oder Ausbildungsplatz, Unsicherheit für Einzelne oder Familie. Andererseits werden diese Beschwerden dadurch zurückgewiesen, dass den Ursachen für die Miseren, in denen man steckt, gar nicht auf den Grund gegangen wird, sondern lediglich eine Anleitung zum Klarkommen mit der ganzen Scheiße gegeben wird. Mag man wenig im Magen, eine Bruchbude als Wohnung oder Schulden haben, es ist doch toll, wenn man mal bei einer Selbsthilfegruppe den Kaffee gekocht hat!
Demokratie oder die Freiheit einer Staatsgewalt zuzustimmen
Folgender Inhalt wird Freitag, den 3.3.06, auf der Abendveranstaltung diskutiert: In der Bundesrepublik gilt trotz der verordneten Bescheidenheit weitgehend, dass die Demokratie, in der das stattfindet, eine gute Sache ist. Immerhin gibt es Wahlen, Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. Man kann sich also in die Politik einmischen, Kritik und Unmut (auf der Straße) äußern und ist nicht einfach nur passiver Untertan. Was damit schon einmal unhinterfragbar feststeht: 1. dass es Über- und Unterordnung geben muss und 2. dass es innerhalb dieser Ordnung notwendig zu Interessenskonflikten und Schädigungen bei den Untertanen kommt, die von der Politik - und nur ihr - betreut werden. Wo kommen diese Interessenskonflikte her und wie funktioniert politische Willensbildung in der Demokratie denn in der Praxis? Wozu gibt es Wahlen und wieso soll es einen Unterschied machen, einer gewählten Mann- bzw. Damenschaft Untertan zu sein, als einer nicht gewählten?
Staat und Nationalismus oder von einem Gewaltmonopol und seiner willigen Gefolgschaft
Der folgende Inhalt wird an dem Tagesseminar am 4.3.06 diskutiert:
Nach den Thesen zur Staatsform der Demokratie soll behandelt werden, was so ein modernes Gewaltmonopol inhaltlich verfolgt. Ist so ein Staatswesen zur Beendigung des "Krieges aller gegen alle" da? Oder ist es Diener der natürlichen Menschenrechte? Wir denken vielmehr, dass es genau umgekehrt ist: Der Staat bzw. seine Agenten sind selbst interessiert daran, Menschenrechte einzurichten und zu garantieren und genau daraus folgen erst die unüberwindlichen Interessensgegensätze innerhalb der Gesellschaft. Wie das im Einzelnen funktioniert und was das für miese Konsequenzen für die Untertanen eines solchen Staatswesens hat, soll einerseits erörtert werden.
Andererseits wollen wir besprechen, warum jede Menge Leute trotz allem Mist, den sie hier erleben, an einem solchen Staatswesen festhalten. Da kommt ja zu selten jemand zu dem Schluss, dass so eine Herrschaft einem doch am Ende nichts Gutes beschert bzw. auch gar nicht dafür eingerichtet ist. Dieses Mitmachen für einen Staat, die wir Nationalismus nennen, wird ebenfalls umfangreich in seiner Logik Gegenstand sein.
Hannover, 10.-12.2.06 - Seminar: Zur Philosophie des Rechts
Gründe der Herrschaft - Wochenendseminar zur Philosophie des Rechts (II) vom 10.-12. Februar 2006 in Hannover
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Seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts gibt es in der Philosophie die Tendenz, dass einstige Herrschaftskritiker sich anders besinnen. Heute sind sie der Meinung, dass der Versuch, Herrschaft abzuschaffen, nur zu noch schlimmerer Herrschaft führen könne. Herrschaftsfreiheit anzustreben, also die Möglichkeit der widerspruchsfreien Vermittlung der Zwecke der Einzelnen durch die Zwecke der Gesellschaft, bedeute notwendig eine Unterdrückung der besonderen Zwecke der Einzelnen, weil die Widerspruchsfreiheit nur durch Weglassen von Widerstreitendem, durch Nivellierung von oben entstehen könne. Hegel dagegen hat versucht, eine solche Vermittlung ohne Unterdrückung des Besonderen zu denken. Ob und wie weit das funktioniert, bei Hegel und über ihn hinaus, und warum das sinnvoll sein könnte, soll auf dem Seminar behandelt werden.
Bei unserem letzten Seminar zur Rechtsphilosophie ging es um die Begründung des Eigentums und des Rechts bei Hobbes und Locke. In deren Theorie ließ der Mangel an Gütern und die Notwendigkeit der Sicherung des Eigentums den Staat als beste aller Notlösungen erscheinen. Gegen sowohl die frühbürgerliche Theorie als auch die späte des zwanzigsten Jahrhunderts will Hegel von Notlösungen nichts wissen. Für ihn ist der Staat die verwirklichte Vernunft, die vernünftige Organisation von Gesellschaft schlechthin. Wir wollen prüfen, inwieweit der Staat diesem Anspruch gerecht werden kann und einen Ausblick geben, wie man über Hegel hinausgeht, ohne wie heutige Strömungen den Anspruch auf vernünftige Lösungen aufgeben zu müssen.
Textgrundlage werden Passagen aus Hegels "Grundlinien der Philosophie des Rechts" sein, die zum Teil gemeinsam gelesen und zum Teil referiert, in jedem Fall aber gemeinsam diskutiert und auf ihre Konsistenz geprüft werden.
Teilnehmen darf jeder. Der Besuch des letzten Seminars ist keine Voraussetzung.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Göttingen, 27.-29.1.06 - Seminar: Religion und Religionskritik
Ohgottogott! Wochenendseminar zu Religion und Religionskritik vom 27.-29. Januar 2006 in Göttingen
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Glauben ist schwer angesagt. Kaum hat der alte Bischof von Rom das Zeitliche gesegnet, entdeckte die Öffentlichkeit mal wieder den Wert der Religion. Und stößt damit nicht nur bei denen, die seit dem 11.September wissen, was der Moslem an sich für einer ist, auf Zustimmung. Wie kommen die Leute darauf, nach 200 Jahren Aufklärung an eine höhere Macht zu glauben? Welche Bedürfnisse befriedigt Religion? Ist die (post)moderne Religion von lauter naturwissenschaftlich gebildeten und psychologisch versierten Leuten die gleiche Sache, wie der verzweifelte Versuch, unverstandene Naturzusammenhänge zu beeinflussen, in dem man höheren Mächten Opfer bringt? Was hat Religion eigentlich mit Kapitalismus zu tun? Und wie wichtig sind die Unterschiede zwischen den Religionen?
Kann man aus Bibel, Talmud, Koran, Veda und Buddhas Reden und Predigten die Praxis der jeweiligen Religion ableiten? Und sind New Age und der ganze Eso-Zauber die zeitgemäße Form der Religion? Pendeln wir es aus!
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 16.1.06 - Vortrag: Grundlagen der Kapitalismuskritik
Am 16. Januar 2006, 19 Uhr im Berliner Jugendklub Linse, Parkaue 25, S+ U-Bahnhof Frankfurter Allee. Auf Einladung der Antifa Hohenschönhausen.
Das Ganze findet im Rahmen der Aktionswochen (gegen deutsche Zustände - für eine befreite Gesellschaft) in Berlin statt.
Augsburg, 14.-15.1.06 - Seminar: Antiamerikanismus
Don´t wanna be a european idiot! Seminar zu Anti-Amerikanismus & EU-Nationalismus vom 14.-15. Januar 2006 in Augsburg
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Im selbstverwalteten Zentrum - Die ganze Bäckerei, Reitmayrgaesschen 4, www.selbstverwaltetes-zentrum.tk
Noch während des Irak-Krieges konnte man keine Straßenbahn betreten, ohne mindestens ein Gespräch über die "Arroganz" des "Weltpolizisten" mitzuerleben, der doch "nur wegen des Öls" nach Irak marschiere. Die USA als waffenstarrende, vorsintflutliche Macht auszumachen, rockte damals die Massen. Im Innern herrsche dort die soziale Kälte einer Hire-und Fire-Kultur, die durch die Wall Street und die multinationalen Konzerne auf die ganze Welt ausstrahle.
Nicht wenige wussten: Hollywood-Filme verseuchen die Köpfe, McDonalds und Co. die Mägen und amerikanischer Shareholder Value- und Krämergeist essen ehrliche Seele auf.
Amerika, oftmals personalisiert in Bush/Ölmagnaten/John Wayne, war somit negative Projektionsfläche für eine Menge verschiedener politischer "Kritik".
Doch was ist 3 Jahre danach mit dieser Kritik geschehen? Verschwunden scheint sie nicht recht zu sein, allenfalls ruhiger ist sie geworden und hat einen Teil ihres Welterklärungsanspruches aufgegeben. Doch man muss nur wahllos jemanden auf Bush oder die USA ansprechen und es wird wie ein Wasserfall aus ihm herauskommen. Nur an militärischen Lösungen sei Bush interessiert, wohl auch wegen der starken Waffenlobby in den USA, Diplomatie ersetze er durch die Macht des Stärkeren. Die EU sei hingegen eher eine Friedensmacht, die sich für die Armen in der Welt, für die, die keine Stimme haben, einsetzt.
Unsozial gehe es in den USA zu, eine soziale Abfederung, wie man sie in Europa kenne, sei dort nicht vorhanden. Viele, nicht nur Linke, nennen das dann Neoliberalismus und sehen die EU als Gegenpol, quasi als soziales Gewissen der Welt.
Und als Retterin der anständigen Esskultur, des hochwertigen Filmes, ja generell als Hort der Kultur wird Europa dann auch noch gegen die oberflächliche, kommerzialisierte Plastikwelt in Anschlag gebracht.
Was ist von diesen Aussagen zu halten? Warum werden sie nicht mehr so hitzig vorgebracht? Warum treffen sich Rechte und Linke so oft in der Kritik an den USA, und worin unterscheidet sich ihre Kritik? Ist Schröder der Friedenskanzler und hängt Merkel am Rockzipfel von Bush? Wie kommt das gute Urteil über die EU zu Stande und wie hängt dieses mit dem Grund, warum es die EU gibt, zusammen? Und was ist eigentlich Anti-Amerikanismus? Das alles und noch viel mehr wollen wir auf dem Seminar diskutieren.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns.
Hannover, 16.-18.12.05 - Seminar: Warum bleiben die Anderen immer anders?
Seminar gegen Rassismus vom 16.-18. Dezember 2005 in Hannover
Einladung als PDF [146kb]
Dass die Menschheit angeblich in Schwarze, Weiße, Rote und Gelbe zerfällt: Davon ist ein Großteil der Bewohner dieses Planeten felsenfest überzeugt. Fängt da schon der Rassismus an - oder erst, wenn mit der angeblichen Hautfarbe bestimmte angebliche und unveränderlicher Eigenschaften verbunden werden? Oder erst da, wo es abwertend und unfreundlich wird?
Wie entstehen Feindbilder eigentlich? Aus Mangel an Erfahrung, aus Denkfaulheit, aus Ängsten und Nöten - oder aus Nationalismus?
Gegen Rassismus sind fast alle; darum sagt man heute auch nicht mehr "Rasse", sondern "Kultur" und "Ethnie". Ist das dann kein Rassismus mehr? Oder "Neo-Rassismus"? Oder alter Wein in alten Schläuchen?
Seit dem 11.9. wird "Multikulti" alle Vierteljahre zu Grabe getragen. Ist es schade um diesen alternativen Rassismus, der die "Anderen" als Bereicherung des "Eigenen" zuließ - und woran ist der denn nun "gescheitert"? Europa gehört die Zukunft, sagt die Politik? Führt das zu neuen Zusammengehörigkeitsgefühlen von Moffen, Bergdeppen, Inselaffen, Frosch- und Spaghettifressern? Oder sind Deutsche, Österreicher, Briten, Franzosen und Italiener genau die gleichen blöden Nationalisten wie vorher?
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 2.-4.12.05 - Seminar: Postmoderne und Politik
Aufstand der Zeichen? Seminar zu Postmoderne und Politik vom 2.-4. Dezember 2005 in Berlin
Diese Einladung als pdf [289kb]
In den späten sechziger Jahren entstand in Frankreich eine philosophische
Richtung, die inzwischen unter dem Label Postmoderne oder Poststrukturalismus Furore gemacht hat. Im Namen des Vielfältigen, Unabgeschlossenen trat man gegen das philosophische Erbe der Aufklärung an - egal, ob dieses im staatstragenden oder marxistischen Gewande daherkam. Dieser antitotalitäre radical chic übt bis heute eine erhebliche Anziehungskraft auf Teile der Linken aus, fasziniert hornbrillentragende Kulturwissenschaftsstudenten wie Globalisierungsgegner gleichermaßen und eröffnet scheinbar das Feld für eine Menge neuer, phantasievoller und irgendwie sexy daherkommender
Politikformen.
Um zu klären, wie ein solches Politikverständnis mit dem aufklärungskritischen Programm der radikalen Immanenz zusammenhängt, wollen wir auf diesem
Wochenendseminar versuchen, anhand der gemeinsamen Lektüre von Grundlagentexten (Lyotard, Foucault) zu erarbeiten, welches Verständnis von Geschichte und Gesellschaft der Postmoderne zugrunde liegt. Dabei wollen wir insbesondere der Frage nachgehen, inwieweit durch politische Strategien, die sich nur auf der Ebene symbolischer Formen bewegen, überhaupt eine grundlegende Gesellschaftskritik geübt werden kann. Ein Reader wird vor dem Seminar verschickt.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 29.11.05 - Veranstaltung: Kommentar zu Staat und Nation
Auf Einladung der Initiative antiherrschaftliche Gesellschaftstheorie (IaG) wird die assoziation gegen kapital und nation
am Dienstag, den 29.11.05 um 20 Uhr zu Thesen der IaG zum Thema Staat und Nation Stellung beziehen.
Ort der Veranstaltung ist das Café Größenwahn, Kinzigstr.9 in Berlin-Friedrichshain (U 5, Haltestelle Samariterstraße).
Das ganze findet statt im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zur kritischer Gesellschaftstheorie heute - Antiherrschaft statt Antipolitik!
Wir dokumentieren hier den Einladungstext der Veranstaltungsreihe, verfasst von der Initiative antiherrschaftliche Gesellschaftstheorie (IaG)
Antiherrschaft statt Antipolitik!
Veranstaltungsreihe zu kritischer Gesellschaftstheorie heute
Die gesellschaftlichen Umbrüche und Verwerfungen, die der Kapitalismus mit sich bringt, sind auch in den reichen Ländern des Nordens wieder unübersehbar geworden. Doch die Linke, sofern sie mehr sein will als der Kasper in Talk-Shows und Parlamenten, schwächelt vor sich hin - sowohl in politischer, als auch in theoretischer Hinsicht. Wie in längst überwunden geglaubten Zeiten sucht sie nach ontologisch privilegierten Subjekten ("Proletariat"), predigt die verallgemeinerte Ohnmacht ("totaler Verblendungszusammenhang") oder ist ganz einfach ratlos.
Kann kritische Gesellschaftstheorie mehr sein als die intellektuelle Verdopplung dieser Sackgassen? Kann sie uns helfen, bestimmte Fehler nicht zum x-ten Mal zu wiederholen? Und vor allem: kann sie uns Werkzeuge an die Hand geben, um die Gesellschaft, in der wir leben, angemessen zu kritisieren? - Die Initiative antiherrschaftliche Gesellschaftstheorie (IaG) hat sich mehr als ein Jahr mit diesen Fragen beschäftigt und möchte nun ihre Ergebnisse zur Diskussion stellen. Indem Impulse von Marx, der Neuen-Marx-Lektüre, Althusser, Foucault, der feministischen Theorie und postkolonialer Thematisierungen aufgenommen werden, gilt es zu fragen: Was hat es auf sich mit der Herrschaft, der wir ausgesetzt sind? Wie lassen sich 1) die systemischen Zwänge der kapitalistischen Produktionsweise, 2) der nach Personengruppen höchst ungleiche Zugang zu materiellen und symbolischen Ressourcen und 3) die Herrschaftsmedien von Gewalt, Ideologie und Verwaltung in einer einheitlichen Perspektive zusammendenken? Und: In welchem Verhältnis steht dazu die spezifische Logik von Politik, verstanden als Streit über die Einrichtung von Gesellschaft?
Der Versuch theoretisch-politisch ein paar neue Wege einzuschlagen, soll sich auch im Ablauf der Veranstaltungsreihe niederschlagen. Während die IaG auf der ersten Veranstaltung mit ihrer dreidimensionalen Konzeption von Herrschaft und ihrer Politikauffassung den theoretischen Rahmen abstecken will, sind für die folgenden Veranstaltungen Personen aus politisch und theoretisch engagierten Gruppen geladen, um die von der IaG vorgestellten Positionen zu kommentieren und zu kritisieren. Diskutiert werden soll dabei anhand der Themen Staat und Nation, Biopolitik und Geschlechterverhältnisse, sowie Ideologie und Subjektivierung, während es auf der Abschlussveranstaltung darum geht, mit der Frage "Antipolitik oder Politik?" ein politisches Fazit zu ziehen.
Termine:
· Dreidimensionale Herrschaft und Politik (Die, 15.11.05)
· Staat und Nation (Die, 29.11.05)
· Biopolitik und Geschlechterverhältnisse (Die, 13.12.05)
· Ideologie und Subjektivierung (Die, 24.1.06)
· Antipolitik oder Politik? (Die, 7.2.06)
Hannover, 25.-27.11.05 - Seminar: Demokratie und Demokratieideale
Seminar zur Demokratie vom 25.- 27. November 2005 in Hannover
Einladung als PDF [169kb]
Nein, auch jede Menge Staatsbürger in diesem Land gehen selbstbewusst an die Wahlurne und machen ihre Kreuze bei Personen oder Parteien. Und man sollte sich nicht täuschen: Auch diejenigen, die nicht wählen gehen, sind selten Kritiker der Demokratie. Regelmäßig sind diese Leute nicht von der Demokratie, sondern nur von den bestehenden Parteien enttäuscht. Die Kernaussage darin: Eine andere Partei oder andere Kandidaten würde man unter Umständen schon wählen, so es sie gäbe.
Und so hat man es mit Kritik an der Demokratie auch regelmäßig schwer, da die Parteinahme für diese Form politischer Herrschaft so groß ist. Regelmäßig wird man, wenn man z.B. nur auf die Bescheidenheit im Wahlakt hinweist - Kreuze sind ja nun ein sehr untaugliches Mittel zur Interessenskundgabe und jeder Weihnachtswunschzettel eines Kindes ist da aussagekräftiger und meist auch erfolgreicher - harsch zurechtgewiesen und gefragt, ob man etwa Fan einer Diktatur wäre. Zwar ist der Schluss von der Kritik der Bescheidenheit im Wahlakt auf die Parteilichkeit für eine Diktatur unlogisch wie nichts anderes. Trotzdem taugt dieser Vergleich mit der Diktatur immer wieder, Kritiker der politischen Herrschaft Demokratie zu denunzieren. Wieso das so ist, wie das Lob der Demokratie zustande kommt und was daran geschummelt ist - das wird u.a. ein Gegenstand in dem Seminar sein.
Andererseits sollen die schon angesprochenen Wahlen und die konkurrierenden Parteien anhand von Auszügen aus deren Material analysiert werden. Was steht eigentlich zur Wahl und viel wichtiger: was eigentlich nicht? Was meinen enttäuschte Bürger, wenn sie sagen "Die da oben machen was sie wollen!" - oder anders gefragt: Welche Stellung hat man in den vier Jahren, in denen man nicht wählen geht?
Was passiert beim Wahlkampf, wenn die Straßen mit inhaltlich recht dürftigen Aussagen, dafür um so mehr mit Köpfen von Personen zugepflastert sind, also der Inhalt stark in den Hintergrund gerät?
Auch die neue Linkspartei soll dabei nicht unerwähnt bleiben. Was unterscheidet sie von den anderen Parteien und was hat sie eigentlich mit diesen gemein? Und was meinen die etablierten Parteien, wenn sie der Linkspartei Populismus vorwerfen?
Verschweigen sollte man zuletzt nicht, dass es auch noch andere Kritiker der Demokratie als uns gibt. Damit sind jetzt nicht die Faschisten, sondern diejenigen gemeint, die die hiesige Demokratie im Namen einer Demokratie kritisieren, wie sie eigentlich sein sollte, also einem Demokratieideal, sei es nun als Verein für mehr Volksentscheide oder als Radikaldemokraten. Auch deren Konzepte sollen auf dem Seminar diskutiert werden.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 11.-13.11.05 - Seminar: Zur Einführung in die Kapitalismuskritik
Produktiver Arbeiter zu sein ist kein Glück, sondern ein Pech
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(Drohende) Arbeitslosigkeit, ein Arbeitsplatz, an dem man einiges an körperlichem und psychischem Stress auszuhalten hat und eine Freizeit, in der man zu fertig ist oder zu wenig Geld hat, um sie für sich zu nutzen; dies alles sind Sachen, mit denen die meisten Menschen irgendwann mal Bekanntschaft machen. Und die Volkswirtschaftslehre behauptet, dass Handel, Geld und Kapital lauter gute Hilfsmittel für die Bedürfnisbefriedigung sind...
Nur ist es eben ein Unterschied, ob für die Bedürfnisse produziert wird oder aber die Geldvermehrung das bestimmende Prinzip aller Anstrengungen in der Marktwirtschaft ist. Hunger alleine ist in dieser Gesellschaft kein Grund zur Produktion, denn nur solche Bedürfnisse werden befriedigt, die zahlungskräftig sind. Dabei kommt es immer wieder vor, dass die hergestellten Sachen mangelhaft sind, weil in der Produktion an Kosten gespart wird. Rücksichtslosigkeit gegenüber der Natur und gesundheitsschädliche Lebensmittel sind Resultate einer Produktion für den Markt und keine Ausrutscher von abweichenden Bösewichtern.
Bei der fortschreitenden Technik springt für die Leute, die mit ihrem Einkommen kalkulieren müssen, wenig heraus. Viele werden entlassen und diejenigen, die noch dabei sein dürfen, müssen trotzdem noch ihren ganzen Tag am Arbeitsplatz verbringen. Zusehend wie alles in größeren Massen hergestellt werden kann, sollen heute die Lohnabhängigen endlich einsehen, dass ihr Lohn ständig zu hoch ist für das Glück, beschäftigt zu sein. Trotz des rasanten Fortschritts in der Produktion heißt es, dass man sich bestimmte Sachen, z.B. in der Gesundheitsversorgung, einfach nicht mehr leisten könne. Jeder ist seines (Un-)Glückes Schmied, ist dann die passende Rechtfertigung einer Gesellschaft, die systematisch Armut und Reichtum auf die Menschen verteilt.
Manche meinen, dass der Staat den freien Markt zügeln müsse, damit alles besser wird. Anhand von Arbeits-, Umwelt- und Tarifgesetzen wollen wir diskutieren, was der Staat eigentlich schützt. Unsere These: das kapitalistische System und nicht den Lohnabhängigen. Oder warum enthalten Grenzwerte immer noch die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen daran krank werden und warum gibt es für die Unternehmen immer auch Ausnahmen, in denen dann mal die Arbeiter in erhöhter Konzentration das Gift um die Ohren bekommen?
Alle, die Lust haben mit uns über diese Sachen zu diskutieren, sind recht herzlich eingeladen.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro (20,- Euro Förderbeitrag) - darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Potsdam, 2.10.05 - Veranstaltung: Standort D, Standort D über alles
Ein Workshop der assoziation gegen kapital und nation
17:00 Uhr
In der "Fabrik" im Rahmen eines Antinationalen Spektakels
3-stündiger Workshop, in dem wir vor allem mit Euch anhand von vorbereiteten Thesen diskutieren wollen
Lageplan und ÖPNV-Anbindung siehe hier
Leipzig, 8.9.05 - Veranstaltung: Neuwahlen...
oder eine weitere Aufforderung, dem Regiertwerden zuzustimmen
Am 21.7.2005 hat der Bundespräsident die mit Spannung erwartete Entscheidung zur Auflösung des deutschen Bundestages bekanntgegeben. Wenn nun nicht noch ein anderer Teil der deutschen Staatsgewalt, das Bundesverfassungsgericht, die Auflösung für verfassungswidrig erklärt, wird es Mitte September Neuwahlen zum Parlament geben.
Jenseits der Frage, wie das oberste deutsche Gericht nun entscheidet und ob man dementsprechend dieses oder nächstes Jahr wieder Kreuze machen gehen soll, wollen wir bei der Abendveranstaltung ein paar Anmerkungen zu dem ganzen Wahlzirkus machen, dem man sich ja derzeit nur schwer entziehen kann. Allerdings nicht in die Richtung einer Wahlempfehlung für die eine oder die andere große Volkspartei, geschweige denn die neue Linkspartei. Vielmehr soll geklärt werden, was und vor allem was nicht zur Wahl steht, warum das Wählen gerade deshalb eine sehr bescheidene Angelegenheit ist, sowie was so eine ?Vertrauensfrage? genau ist und was bei der groß angelegten Agitation des Wahlvolkes namens Wahlkampf verhandelt wird. Schließlich werden auch ein paar Anmerkungen zu Nicht- oder Ungültigwählen, also sog. Wahlboykotts gemacht. Dabei soll erklärt werden, warum die Vorstellung, dies wäre ein wirksamer Protest, einer Illusion über das Wählen aufgesessen ist.
Mit jimmy boyle berlin
Termin: 08.09.2005, 19:00 Uhr
Ort: Infoladen Libelle (Kolonnadenstr. 19, Nähe Westplatz) in Leipzig
Berlin, 30.8.05 - Veranstaltung: Was Du auch wählst, es kommt Armut heraus
Um 19.30 Uhr in der Offenen Uni Berlin
Mit aller Wahrscheinlichkeit kommt es zur Wahl. Die Parteien gehen jedenfalls davon aus und kleistern die ganze Stadt mit knackigen Sprüchen und Porträtfotos ihrer Kandidaten zu.
Was steht also zur Wahl und was nicht? Wenn man eine Herrschaft wählt, dann steht das Verhältnis Herrscher-Untertanen erst einmal überhaupt nicht zur Debatte bzw. zur Wahl. Daß es Knechte und Herren, Unterordnung und Herrschaft gibt, daran ändern Kreuze gar nichts. Weitergedacht: Wenn Personen oder Parteien zur Wahl stehen, dann steht das, was die dann in der Periode ihrer Amtszeit vorhaben, der Inhalt ihrer Entscheidungen, auch nicht zur Wahl. Dies ist im Grundgesetz auch so festgelegt, wenn es heißt, daß die Abgeordneten nur ihrem Gewissen unterworfen sind. Entgegen einer landläufigen Meinung, nach der sich die Politik im Wahlakt furchtbar abhängig mache von der Laune im Volk und dem durch lauter Geschenke begegnen würde, halten wir das ungefähre Gegenteil für die angemessene Erklärung: In der Wahl verschafft sich die demokratische Herrschaft die Zustimmung ihrer Untertanen zu einem souveränen Gebrauch der Gewalt gegen diese.
Die neue Linkspartei ist dabei tatsächlich nichts weiter als eine Wahlalternative, aber keine Alternative zur armutsstiftenden Marktwirtschaft. Auch sie verspricht den Leuten nur Arbeit (als wenn es für die Lohnabhängigen aufs Arbeiten ankäme und nicht aufs Gehalt) und betont mit ihren Sozialstaatsvorstellungen eben nur deutlicher als die anderen Parteien, daß Menschen irgendwie überleben können müssen, wenn sie für die Nation und ihrem Kapital arbeiten sollen. In dem Streit der Linkspartei über die Höhe des Mindestlohns zeigt sich, daß sie nicht so recht daran glaubt, daß hohe Löhne sich mit Wirtschaftswachstum vertragen. Kapitalismus "bändigen" beinhaltet eben, daß man Kapitalismus und Herrschaft haben will. Und einmal an der Regierung hat deswegen noch jede als links angetretene Partei die dem Kapitalismus und der demokratischen Herrschaft inne wohnenden Notwendigkeiten respektiert und exekutiert.
Neben einer ausführlicheren Wahlkritik, als die hier im Ankündigungstext angerissene, wollen wir auf dem Workshop anhand von Thesen besprechen, was Demokratie noch beinhaltet, warum sie so gelobt wird und wieso Linkspartei oder ungültig wählen auch keine materielle Versorgung einschließen. Desweiteren wollen wir ein paar kritische Anmerkungen zu Vorstellungen machen, die meinen, die Demokratie wäre noch nicht "richtig verwirklicht".
Zeit: Dienstag, 30.08.05 um 19.30 Uhr
Ort: Offene Uni BerlinS (OUBS)
HU-Campus-Nord, Philippstr. 13
Nähe U-Bhf. Oranienburger Tor
Die Veranstaltung findet im Rahmen der "Anti-Wahl-Woche" vom 28.08 - 03.09.2005 statt. Infos unter http://www.antiwahlwoche.de.vu
Augsburg, 23.-24.7.05 - Seminar: Kritik der Schule
We don´t need no education - Warum die Rede von den schönsten Jahren des Lebens eine gewaltige d.h. wahrgemachte Lüge ist
Seminar zur Kritik der Schule ab 23. Juli, 12 Uhr bis 24. Juli 15 Uhr in Augsburg Im selbstverwalteten Zentrum - Die ganze Bäckerei, Reitmayrgaesschen 4, www.selbstverwaltetes-zentrum.tk
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Früh morgens aufstehen - Angebrüllt werden oder verständnisvolle Lehrerinnen ertragen - Klausuren und Noten - Auswendiglernen - sich auf Kommando sportlich betätigen - "pubertär" oder "engagiert" genannt werden - Aufsätze über blödsinnige Fragestellungen schreiben - ex-Linke LehrerInnen - bleierne Langeweile - auf Konstruktivität verpflichtet werden - Lehrplanwissen. Und dann sind da auch noch die MitschülerInnen, die all ihre Kreativität ausspielen, um dem ganzen Horror des Schulalltags noch die besondere Note zu geben.
Im Rückblick auf die Schulzeit werden diese Erfahrungen oftmals verkitscht. Nicht nur der Film `Feuerzangenbowle´ weiß um die Schönheit des Schülerlebens, noch der autoritärste Lehrer und das harschste Gewalterlebnis wird als Meilenstein des früheren Glücks verklärt. Andere widersprechen bei einigen Punkten jedoch deutlich: Auswendiglernen, Frontalunterricht und autoritäre Lehrende sollten durch Erziehung zur Mündigkeit ersetzt werden. Manch einer fordert den kreativen Unterricht - als Gipfel der Rebellion setzt der Pädagoge, der gerade mit Reformeifer von der Universität kommt, die Hufeisenform der Schulbänke durch. Erziehung zur Freiheit soll es sein, und dafür braucht es Lehrerinnen, die zwar all die Gepflogenheiten wie Noten und Examen nicht kritisieren sondern exekutieren, aber doch gleichzeitig gegen die konservativen LehrerInnen aufbegehren und den Liberalen raushängen lassen. Wir wollen diskutieren, inwiefern sich diese beiden Konzeptionen möglicherweise doch nicht so sehr unterscheiden. Vielleicht schauen wir dazu auch noch Filme wie "Club der Toten Dichter" oder die 90er-Jahre-Serie "Unser Lehrer Dr. Specht", die solche Kritik veranschaulichen.
Doch dieses Schulsystem leistet sich auch Kritikerschulen. Neben den Waldorf-Schulen haben sich auch grundlegendere Kritikerinnen an einer "neuen Schule" versucht, die aber im Gegensatz zur Waldorf-Pädagogik von den staatlichen Bildungswächtern eher mit Misstrauen betrachtet wurden und werden. Schluss mit dem "Notenterror" hatten sich diese Kritikerinnen vor allem in den 60er und 70er Jahren auf die Fahnen geschrieben und ließen selbst die Anwesenheitspflicht beim Unterricht ruhen. Doch warum gebärdet sich ihre Verteidigung (von Summerhill bis Glocksee, von A.S. Neill bis Celestin Freinet) immer gleich als großes Dementi einer grundlegenden Schulkritik?
Das scheint kein Zufall zu sein. Wir wollen uns zusammen die Gründe näher anschauen, die diese Schulen scheitern ließen. Das führt zu der Frage, warum all die unschönen Dinge so notwendig auftauchen. Hierfür wollen wir uns gemeinsam in der Diskussion und anhand von Texten und Lehrplänen schlussendlich klar werden, welchen Zweck in der aktuellen Gesellschaft die Schule besitzt und wie das mit der grundlegenden Verfasstheit dieser Gesellschaft und deren Bedarf nach ausgebildeten StaatsbürgerInnen zusammenhängt.
Und nicht erst seit der PISA-Studie verstärkt sich der Druck auf die SchülerInnen und StudentInnen durch Budgetkürzungen, Schulvergleiche und Studiengebühren. Werden nun Räume ökonomisiert, die es vorher nicht waren? Wird Bildung eine Ware? Und hat das alles was mit dem oft gehörten Wort Neoliberalismus zu tun? Was sich da wieso ändert, soll also ebenfalls diskutiert werden.
Nur für Leute bis 22 Jahre!
Hannover, 15.-17.7.05 - Seminar: Alltag und Freizeit im Kapitalismus
Seminar zu Alltag und Freizeit im Kapitalismus vom 15. bis 17. Juli 2005 in Hannover
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Wie jeder weiß, dient die Freizeit der Muße und Entspannung und kann von jedem selbstständig ausgefüllt werden, das sagt schließlich schon ihr Name. Dass allerdings nur die Hälfte des Tages als “Freizeit” benannt ist, lässt schon darauf schließen, dass es in der anderen Hälfte um einiges weniger frei zugeht: Der Arbeitsplatz bietet in der Regel so viel Zwang und Stress, dass ein paar Stunden Erholung täglich schlichtweg notwendig sind, damit man das Ganze am nächsten Tag wieder aushält. Und dementsprechend sieht die Freizeit dann auch aus: Meistens ist man mit dem ruhigen Abend vor dem Fernseher schon bedient; einmal in der Woche müht man sich im Sportverein ab, um die arbeitsbedingten Rückenschäden auszugleichen; und für den seelischen Ausgleich müssen Beziehung und Familie herhalten.
Die eigenmächtige Gestaltung der Freizeit ist also schon erheblich eingeschränkt durch die Zumutungen, mit denen die Arbeitswelt aufwartet, sowie durch die Notwendigkeit, diese zu kompensieren. Und auch darüber hinaus ist diese Sphäre alles andere als unabhängig von Politik und Ökonomie: Hier findet die staatsbürgerliche Meinungsbildung durch Zeitungslektüre, Fernsehnachrichten und Kneipengespräch statt, und selbst noch bei “Unter Uns” oder “Das Jugendgericht”, in “Bravo” oder “Brigitte” wird jedes Problem der Nation verhandelt, von fehlenden Ausbildungsplätzen über kriminelle Ausländer bis hin zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und der Frage, welcher Partei man am Sonntag seine Stimme geben soll. Auch der Staat trägt dafür Sorge, dass seine Bürger ihre Freizeit auf ganz bestimmte Weise nutzen. Dies tut er nicht nur, indem er ihnen beibringt, dass Sport Deutschland gut tut, dass man Drogen hingegen keine Chance geben soll, und dass es das Selbstwertgefühl enorm hebt, wenn man unbezahlt im Ehrenamt schuftet. Sondern auch, indem er in diversen Gesetzen fest schreibt, wie das Privat-, Vereins- und Familienleben der Menschen auszusehen hat.
Arbeitet man für die Freizeit, oder ist die Freizeit nur Anhängsel der Arbeit? Warum bringt die Freizeitgestaltung oft so viel zusätzlichen Stress, dass viele sich schon wieder auf die Arbeit freuen? Und was hat eigentlich der Staat mit all dem zu tun? Dies und mehr möchten wir mit euch diskutieren.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden, damit Du noch einen Platz bekommst. Du erhältst dann schnell eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro für Nichtverdiener und 20,- Euro für Verdiener (darin enthalten sind Unterkunft und Verpflegung) + 2,- Euro Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 5.7.05 - Veranstaltung: Die Demokratie und ihre Idealisten
Die Demokratie - Eine Form politischer Herrschaft erfreut sich großer Beliebtheit
- Veranstaltung mit Diskussion in Berlin -
Datum: 05.07.2005
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Cafe Lit List, Mainzer Straße 20 (U-Bahnhof Samariterstraße)
In der Bundesrepublik gilt weitestgehend, dass die Demokratie so etwas wie ein Wert an sich ist. Das heißt: Sie zu hinterfragen in dem Sinne, dass man prüft, was sie als Herrschaftsform beinhaltet, worüber beschlossen wird und worüber nicht, ist irgendwie unzulässig. Ebenfalls, dass man sich anschaut, wie die Leute, die innerhalb des Herrschaftsbereiches leben, vorkommen, also welchen Nutzen diese politische Herrschaft hat und wofür sie nicht taugt. Wer sich solche Gedanken macht und diese vorträgt, dem wird hier immer schon ein Misstrauen entgegengebracht. Solche Leute könnten ja "undemokratisch" sein - und das gilt hierzulande in der Regel als ein Unwerturteil über solche Personen. Warum wird die Demokratie eigentlich so gelobt? Weil sie Hunger, Armut und Krieg abgeschafft hat? Wohl kaum, denn diese Phänomene sind auch in Demokratien nicht unbekannt...
Demokraten werben für die Güte dieser Herrschaft auch eher anders: Immerhin gibt es Wahlen, Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. Man kann sich also in die Politik einmischen, Kritik (auf der Straße) äußern und ist nicht einfach nur passiver Untertan. Diese Auskunft gibt allerdings auch schon bekannt, was unhinterfragbar feststeht: 1. dass es Über- und Unterordnung geben muss und 2. dass es innerhalb dieser Ordnung notwendig (!) zu Interessenskonflikten und Schädigungen bei den Untertanen kommt, die von der Politik betreut werden - sonst bräuchte es die eingerichteten Freiheiten ja nicht. Wo kommen diese Interessenskonfikte her und wie funktioniert politische Willensbildung in der Demokratie denn in der Praxis? Wozu gibt es Wahlen und wieso soll es einen Unterschied machen, einem gewählten Herren (oder einer Dame) Untertan zu sein, als einem nichtgewählten? Und diese Frage sei an der Stelle noch gestellt: Wenn in der politischen Öffentlichkeit Meinungsfreiheit extra gestattet ist, dann heißt das andererseits doch auch, dass es in einer anderen Sphäre der Unterordnung, namentlich der Ökonomie, wohl anders zugeht, oder?!
Dass Demokratie viel Lob erntet, wurde schon erwähnt. Das trifft merkwürdigerweise auch auf Leute zu, die sich eigentlich als Kritiker von politischer Herrschaft und/oder Ökonomie verstehen. Auch wenn sie die Beschädigungen, die die Menschen innerhalb demokratischer Verhältnisse erfahren, als solche benennen und kritisieren, so lassen sie dabei auf die Demokratie selbst nichts kommen. Vielmehr heißt es dann, dass hier ja gar keine "richtige" Demokratie besteht und dass eine solche "eigentlich" ganz anders beschaffen ist, als die parlamentarische Variante, die hier existiert. Was an diesem Ideal über die Demokratie dran ist und was nicht, soll neben den bereits aufgeworfenen Fragen ebenfalls Gegenstand im Vortrag sein.
Hannover, 1.-3.7.05 - Seminar: Bestimmen die Gene unser Handeln?
Seminar zu Biologie und Biologismus vom 1. bis 3. Juli 2005 in Hannover
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Wenn Kinder gute Noten haben, reden Eltern von Vererbung. – Und die Genetik liefert dazu eine Grundlage, mit der dann viele individuelle Charaktereigenschaften oder Handlungen von einzelnen Menschen erklärt werden. Selbst gesellschaftliche Zusammenhänge werden immer wieder biologisiert. So liefert zum Beispiel die Verhaltenforschung Material, demzufolge "Bandenkriege" analog zum Aggressions- und Revierverhalten der Tiere erklärbar sein sollen. Und wenn Männer „fremdgehen“ folgen sie angeblich dem Gesetz der Evolution, das ihnen gebietet, ihre Gene möglichst weit zu streuen.
Solche Erklärungen menschlicher Handlungen und gesellschaftlicher Phänomene aufgrund der Forschungsergebnisse von Teilbereichen der Biologie stellen eine besondere Form der bürgerlichen Ideologie dar: den Biologismus. Indem Ergebnisse der Biologie benutzt werden um die Gesellschaft als rein der Naturkausalität unterworfen darzustellen, verschwindet die Möglichkeit eines freien Willens. Die bestehenden Verhältnisse werden als natürliche und damit zugleich als richtige dargestellt. Die bewusste Veränderung der unfreien Gesellschaft erscheint somit als unmöglich.
Nicht erst in der biologistischen Ideologie werden Verhaltensforschung, Genetik, Ökologie und Co. bloß zur Erklärung von gesellschaftlichen Verhältnissen instrumentalisiert, sondern umgekehrt liegt in der heutigen biologischen Forschung selbst bereits der Fehler, dass die falschen Vorstellungen von Gesellschaft zu biologischen Erklärungen herhalten sollen.
In diesem Seminar werden wir folglich sowohl die immanente Problematik der derzeitigen Biologie als auch ihre weitreichende ideologische Funktion und die Folgen der biologistischen Betrachtung des Menschen und seiner Gesellschaft untersuchen und kritisieren.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro für Nichtverdiener und 20,- Euro für Verdiener (darin enthalten sind Unterkunft und Verpflegung) + 2,- Euro Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 24.-26.6.05 - Seminar: Zur Kritik des Anarchismus
Fuck you, I won´t do what you tell me
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Anarchisten oder Anarchie haben in der hiesigen Gesellschaft einen ziemlich schlechten Ruf. Da fallen Worte wie Chaos(tage), Terror, Bomben, "Sozialschmarotzer" mit gefärbten Haaren und schlechten Manieren. Und fast jeder weiß, dass in der Anarchie jeder dem anderen den Kopf einschlagen würde, was derzeit durch den Staat und die durch ihn gewährte Ordnung verhindert wird.
Solcherlei Kritik ist unsere Sache nicht. Zunächst können wir nicht erkennen, dass das Aussehen der politischen Akteure eine Auskunft über den vertretenen politischen Inhalt gibt. Desweiteren sind Gewalt oder Bomben als Mittel politischer Akteure keine Erfindung von Anarchisten, sondern schon immer auch Mittel demokratischer Staaten gewesen, um ihre Interessen innen- oder außenpolitisch durchzusetzen. Somit ist das Abstellen auf Gewalt von Fans demokratischer Staaten, wenn sie Anarchisten und deren Utopie kritisieren, kein taugliches Kriterium für eine Kritik bzw. pure Heuchelei.
Wir wollen auf dem Seminar diese Sorte Herrschaftskritik daher inhaltlich, also auf deren Stimmigkeit betrachten. Dabei sollen einerseits einige "Klassiker" des Anarchismus wie etwa Michail Bakunin, Pjotr Kropotkin oder Rudolf Rocker Gegenstand sein, die aber nicht einfach nur historisch eingeordnet oder ausgelegt werden. Vielmehr geht es darum, vor allem die Kritiken der Klassiker, die heute noch für Anarchisten aktuell sind und vertreten werden, zu untersuchen. Dies wird entweder thesenhaft oder anhand der Lektüre selbst geschehen.
Was ist also dran an Freiheit? Ist das Lob auf diese berechtigt? Welche Gedanken machen sich Anarchisten zum Staat und woraus folgt die Ablehnung dieser und jeglicher anderen Herrschaft? Wie soll die Ordnung ohne Herrschaft, die Anarchie ja bedeutet, aussehen? Was war (und ist) die Kritik von Anarchisten an kommunistischer Kritik des Kapitalismus und was stimmte an ihr und was nicht?
Andererseits wollen wir aktuelle Inhalte anarchistischer, aber auch anarcho-syndikalistischer Gruppen wie z.B. der "Freien ArbeiterInnen Union" - kurz FAU - untersuchen. Welche Kritik wird da an den bestehenden Verhältnissen artikuliert? Was wird strategisch vorgeschlagen und was taugt davon und was nicht?
Schließlich wollen wir uns einigen Kritiken des Anarchismus zuwenden und diese selbst kritisieren. Weniger die Kritik von besorgten Spießbürgereltern, sondern vielmehr von Personen, die Herrschaftslosigkeit selbst im Programm hatten, also sich im Resultat eigentlich mit Anarchisten einig waren und letztere trotzdem politisch und militärisch bekämpften, namentlich "Marxisten-Leninisten".
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro für Nichtverdiener und 20,- Euro für Verdiener (darin enthalten sind Unterkunft und Verpflegung) + 2,- Euro Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Berlin, 9.6.05 - Veranstaltung: Münteferings Kapitalismuskritik
Es ist schon weit über einen Monat her, dass Müntefering die Kapitalismus-Debatte 2005 angestoßen hat. Dass er als Parteichef mit seiner Kritik nicht die Politik seiner eigenen Parteigenossen in der Regierung gemeint hat, die gerade mit Hartz IV und Agenda 2010 die Arbeiter- und Arbeistlosenschaft rund gemacht haben, hat er ausdrücklich gesagt. Er will "wettbewerbsfähige Unternehmen (..), die schwarze Zahlen schreiben".
Dennoch bemühte sich ein Teil der Öffentlichkeit den Nachweis anzutreten, dass Müntefering selber in seiner Vergangenheit Geschäfte mit den von ihm explizit in die Kritik genommenen "private equity"-Firmen befürwortet hat. Seine Partei hat mit Finanzmarktförderungsgesetzen auch den "anonymen" Ein- und Aussteigerkapitalismus über die Börse steuerlich gefördert. Diese Gegenüberstellungen und der daraus folgende Schluß, er sei nicht glaubwürdig, sind keine Kritiken an Müntefering, sie gehen an dem Inhalt seiner Kritik einfach vorbei.
Dass seine Rede und die explizite Übernahme seiner Position durch den Wahlkämpfer und mittlerweile abgewählten Steinbrück auf den Wahlkampf kalkuliert war, stimmt zwar, erklärt aber nicht, mit welchem Inhalt die SPD die Wähler belästigt hat.
Und wenn Müntefering zu guterletzt behauptet, es werde "gezielt abfällig über den Staat als Institution gesprochen", dann kann man spontan fragen, ob der Kerl noch alle hat. Es lohnt sich vielleicht aber dennoch zu überlegen, worum es ihm jetzt eigentlich wirklich mit der ganzen Debatte ging. Immerhin finden 73% der Bevölkerung laut Umfragen seine Richtung richtig. Was ist denn jetzt seine Richtung?
Diese Fragen und mehr zu der Kapitalismuskritik, die Nichts und Niemanden richtig kritisiert, vor allem nicht den Kapitalismus, wollen wir am Donnerstag, d. 09.06.05 um 19.00 Uhr in der Offenen Uni diskutieren.
Zeit: Donnerstag, 09.06.05 um 19.00 Uhr
Ort: Offene Uni BerlinS, Raum Nr. 5
HU-Campus-Nord, Philippstr. 13
Nähe U-Bhf. Oranienburger Tor
Berlin, 3.-5.6.05 - Seminar: Vom Arbeitshaus zum 1-Euro-Job
Über die Geburt der modernen ArbeiterIn und die Entdeckung des arbeitslosen Faulpelzes
Seminar vom 3. bis 5. Juni 2005 in Berlin
Einladung als pdf (171kb)
Kapitalistische Gesellschaften kennen unterschiedliche Formen, mit ihrem überzähligen Menschenmaterial umzugehen. Stets sind die vom Kapital nicht angewendeten Arbeiter aber ein Problem des Staates, das einer besonderen Fürsorge bedarf und nach eigentümlich kreativen Lösungen verlangt. Staatliche Fürsorge, ob nun in Form von sozialstaatlichen Zwangsanstalten oder von staatlich gefördertem Suppenküchenwesen ist somit immer an kapitalistischen Notwendigkeiten ausgerichtet und Wohlfahrt sollte deswegen nicht mit einem kollektiven Trip hin zum größtmöglichen Glück von Menschen verwechselt werden.
Der Staat versucht sich dabei an einer Verwaltung der aktuell im Arbeitsprozess nicht benötigten Menschen und hält sie für den Arbeitsmarkt als Reserve fit. Wenn es dagegen von den Überzähligen zu viele gibt und die Reserve schon voll besetzt ist, besteht die Fürsorge nur noch darin, die Überflüssigen ruhig zu halten.
Wie dies über die Geschichte hinweg ausgesehen hat und welchen Richtlinien die verschiedenen Programme gefolgt sind, soll in diesem Seminar Thema sein. Wir wollen einen weiten historischen Bogen schlagen. Von der Armutsverwaltung in den Anfängen der kapitalistischen Gesellschaft bis zum heute durch Hartz IV reformierten Sozialstaat.
Armenhäuser waren Disziplinierungsanstalten. Was mit ihnen gewollt wurde, sagt viel darüber aus, was es heißt, von Lohnarbeit leben zu müssen und was einem blüht, wenn man niemanden findet, der einen anwendet. Und das selbe gilt für die Hartz IV- Gesetze: Warum werden Menschen, für die es auch in absehbarer Zeit keine kapitalistische Anwendung gibt, vom Staat zur Arbeit in den sogenannten 1€-Jobs gezwungen? Und sind diese „Arbeitsgelegenheiten“ wirklich fast das selbe wie der Reichsarbeitsdienst im Nationalsozialismus? Wie ist das Verhältnis von Zwangsarbeit zur Lohnarbeit?
Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist die Armutsverwaltung ein Thema von besonderer Wichtigkeit geblieben. Zwei Legislaturperioden rot-grüner Regierung haben den alten Sozialstaat reformiert. Wir wollen in diesem Seminar die Auswirkungen der neuesten Reformen besprechen und ergründen, welche Kontinuität der Zwecke (oder welche wichtigen Änderungen) vollzogen und welche Lösungswege dabei eingehalten wurden. Die Frage wird sein, wie die Armuts- und Arbeitslosenverwaltung des 21. Jahrhunderts aussieht und wie sich darin die prekäre Lage der Lohnarbeiter zeigt. Zu guter letzt wird es darum gehen, dass die Disziplinierung der arbeitslosen Menschen immer Thema kapitalistischer Armutsverwaltung war.
Unsere These, die wir in diesem Seminar diskutieren wollen, ist daher: An der kapitalistischen Armutsverwaltung lässt sich aufzeigen, wie zynisch dieses ökonomische System mit den Menschen umgeht, die dazu gezwungen sind, sich zum Mittel des Kapitals zu machen.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro für Nichtverdiener und 20,- Euro für Verdiener (darin enthalten sind Unterkunft und Verpflegung) + 2,- Euro Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Hannover, 20.-22.5.05 - Seminar: Postmoderne und Politik
Aufstand der Zeichen? Seminar zu Postmoderne & Politik vom 20. bis 22. Mai 2005 in Hannover
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In den späten sechziger Jahren entstand in Frankreich eine philosophische
Richtung, die inzwischen unter dem Label Postmoderne oder Poststrukturalismus Furore gemacht hat. Im Namen des Vielfältigen, Unabgeschlossenen trat man gegen das philosophische Erbe der Aufklärung an - egal, ob dieses im staatstragenden oder marxistischen Gewande daherkam. Dieser antitotalitäre radical chic übt bis heute eine erhebliche Anziehungskraft auf Teile der Linken aus, fasziniert hornbrillentragende Kulturwissenschaftsstudenten wie Globalisierungsgegner gleichermaßen und eröffnet scheinbar das Feld für eine Menge neuer, phantasievoller und irgendwie sexy daherkommender
Politikformen.
Um zu klären, wie ein solches Politikverständnis mit dem aufklärungskritischen Programm der radikalen Immanenz zusammenhängt, wollen wir auf diesem
Wochenendseminar versuchen, anhand der gemeinsamen Lektüre von Grundlagentexten (Lyotard, Foucault) zu erarbeiten, welches Verständnis von Geschichte und Gesellschaft der Postmoderne zugrunde liegt. Dabei wollen wir insbesondere der Frage nachgehen, inwieweit durch politische Strategien, die sich nur auf der Ebene symbolischer Formen bewegen, überhaupt eine grundlegende Gesellschaftskritik geübt werden kann. Ein Reader wird vor dem Seminar verschickt.
Generell gilt: So schnell als möglich anmelden und einen Platz sichern. Du erhältst dann innerhalb einer Woche eine Bestätigung von uns. Teilnahmebeitrag: 15,- Euro für Nichtverdiener und 20,- Euro für Verdiener (darin enthalten sind Unterkunft und Verpflegung) + 2,- Euro Materialkosten. Wer nicht erscheint, ohne sich spätestens 14 Tage vor dem Seminar abzumelden, löhnt trotzdem.
Leipzig, 22.4.05 - Veranstaltung: Demokratie & Demokratieidealismus
Die Demokratie - eine Form politischer Herrschaft - erfreut sich großer Beliebtheit
Eine Veranstaltung von jimmy boyle berlin am Freitag, den 22. April 2005, 19:00 in Leipzig (Libelle, Kolonnadenstr. 19)
Das Plakat zur Veranstaltung als pdf [46kb]
In der Bundesrepublik gilt weitestgehend, dass die Demokratie so etwas wie ein Wert an sich ist. Das heißt: Sie zu hinterfragen in dem Sinne, dass man prüft, was sie als Herrschaftsform beinhaltet, worüber beschlossen wird und worüber nicht, ist irgendwie unzulässig. Ebenfalls, dass man sich anschaut, wie die Leute, die innerhalb des Herrschaftsbereiches leben, vorkommen, also welchen Nutzen diese politische Herrschaft hat und wofür sie nicht taugt. Wer sich solche Gedanken macht und diese vorträgt, dem wird hier immer schon ein Misstrauen entgegengebracht. Solche Leute könnten ja "undemokratisch" sein - und das gilt hierzulande in der Regel als ein Unwerturteil über solche Personen. Warum wird die Demokratie eigentlich so gelobt? Weil sie Hunger, Armut und Krieg abgeschafft hat? Wohl kaum, denn diese Phänomene sind auch in Demokratien nicht unbekannt...
Demokraten werben für die Güte dieser Herrschaft auch eher anders: Immerhin gibt es Wahlen, Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. Man kann sich also in die Politik einmischen, Kritik (auf der Straße) äußern und ist nicht einfach nur passiver Untertan. Diese Auskunft gibt allerdings auch schon bekannt, was unhinterfragbar feststeht: 1. dass es Über- und Unterordnung geben muss und 2. dass es innerhalb dieser Ordnung notwendig (!) zu Interessenskonflikten und Schädigungen bei den Untertanen kommt, die von der Politik betreut werden - sonst bräuchte es die eingerichteten Freiheiten ja nicht. Wo kommen diese Interessenskonfikte her und wie funktioniert politische Willensbildung in der Demokratie denn in der Praxis? Wozu gibt es Wahlen und wieso soll es einen Unterschied machen, einem gewählten Herren (oder einer Dame) Untertan zu sein, als einem nichtgewählten? Und diese Frage sei an der Stelle noch gestellt: Wenn in der politischen Öffentlichkeit Meinungsfreiheit extra gestattet ist, dann heißt das andererseits doch auch, dass es in einer anderen Sphäre der Unterordnung, namentlich der Ökonomie, wohl anders zugeht, oder?!
Dass Demokratie viel Lob erntet, wurde schon erwähnt. Das trifft merkwürdigerweise auch auf Leute zu, die sich eigentlich als Kritiker von politischer Herrschaft und/oder Ökonomie verstehen. Auch wenn sie die Beschädigungen, die die Menschen innerhalb demokratischer Verhältnisse erfahren, als solche benennen und kritisieren, so lassen sie dabei auf die Demokratie selbst nichts kommen. Vielmehr heißt es dann, dass hier ja gar keine "richtige" Demokratie besteht und dass eine solche "eigentlich" ganz anders beschaffen ist, als die parlamentarische Variante, die hier existiert. Was an diesem Ideal über die Demokratie dran ist und was nicht, soll neben den bereits aufgeworfenen Fragen ebenfalls Gegenstand im Vortrag sein.
Lippstadt/Westfalen, 12.3.05 - Tagesseminar: Was ist Nationalismus?
Tagesseminar am 12. März 2005 in Lippstadt
Nationalismus wird gemeinhin als Randphänomen verstanden, von Ewiggestrigen, von rechten Rattenfängern und verirrten Jugendlichen, die bei ihnen eine vermeintliche Orientierung gefunden hätten. Nationalismus sei falsch verstandene Vaterlandsliebe und schlecht für den Standort Deutschland. Jeder aufrechte Patriot habe sich diesen Umtrieben entschieden entgegen zu stellen. Uns leuchtet eine Unterscheidung in falsche und richtige Vaterlandsliebe dagegen nicht ein. Wir sehen im Nationalismus, der Zustimmung und der Parteinahme für die eigene Nation, einen Konsens, der sich durch das gesamte politische Spektrum zieht. Diese Gemeinsamkeit heraus zu stellen, inhaltlich zu analysieren und schließlich zu diskutieren, soll das Ziel unseres Seminars sein. Zu diesem Zweck wollen wir neben den materiellen Grundlagen von Nationalismus ebenso die Reproduktion dieser Ideologie unter die Lupe nehmen. Es werden Fragen behandelt werden wie: Womit hat man es zu tun, wenn man vom "Staat" spricht? Welchen Blick hat ein Staat auf seine Bürger? Und was leistet er für sie? Was fordern Leute ein, wenn sie wollen, dass es Deutschland gut geht? Wovon abstrahieren sie? Und warum liegt ihnen das Wohl ihrer Nation überhaupt am Herzen? Was ist überhaupt zu halten von dem Gedanken, dass "wir alle ein Volk" sind? Diese und andere Fragen sollen auf dem Tagesseminar behandelt werden.
Auf Einladung von Junge Linke Lippstadt (www.junge-linke.tk)
Hannover, 25.-27.02.05 - Seminar: Mit Allah gegen Weltmacht und Weltmarkt?
Seminar zum islamischen Fundamentalismus vom 25. bis 27. Februar 2005 in Hannover
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Dass der Glauben an höhere Mächte ein Politikum ersten Ranges ist, ist klar - denn der ist von seinem Anspruch her immer "fundamentalistisch" und stellt die Sorte sinngebender Knechtsgesinnung dar, die schon immer recht funktional für herrschende Gewalt war. Was aber nicht ihr Grund ist und auch nicht erklärt, was die Gläubigen denn damit wollen. Und es wollen viele was damit: Denn in fast allen Religionen sind zur Zeit die Leute auf dem Vormarsch, die aus ihrem Götterglauben politische, wirtschaftliche und soziale Konsequenzen in Form moralischer Erneuerung und/oder Bewahrung der Tradition einfordern. Wenn im 21. Jahrhundert massenhaft Leute verlangen, dass Staat und Wirtschaft gemäß ihrer - zumeist recht interessierten - Lesart heiliger Bücher eingerichtet werden, sind die Gründe nicht in Bibel, Talmud, Veda oder Koran zu finden. Sondern in den Köpfen der Leute und in Staat und Wirtschaft. Handelt es sich um einem weltweiten Trend zur Regression auf angebliche kulturelle Eigenheit angesichts der Verheerungen des globalen Kapitalismus?
Was aber macht nun gerade den islamischen Fundamentalismus so attraktiv - sein ödes Gerechtigkeitsideal, sein Antisemitismus oder sein Ideal der Einheit von Staat und Volk? Wenn Religion das Opium des Volkes ist, ist dann der islamische Fundamentalismus das Crack der Massen in der Peripherie? Oder ist es der arabische Sozialismus der verzweifelten, dummen Kerls?
Mittlerweile reicht ein Kopftuch damit im Kopf des Betrachters die Twin-Towers zusammenstürzen. Was hat die Ausländerpolitik des weißen, christlichen Europas mit dem wachsenden Schwachsinn in den migrantischen Communities zu tun? Wie ernst ist die europäische Einladung an einen 'geläuterten' Islam, das gelungene Zusammenspiel von Staat, Kirche und Volk multikulturell zu ergänzen? Und ist ihr Antizionismus gelungene Integration in den anti-israelischen Konsens in Europa, re-importierter Antisemitismus oder was?
Luckenwalde, 15.2.05: Vortrag über Nationalismus in der Protestbewegung gegen Hartz IV
Am 15. Februar 2005: Vortrag von jimmy boyle berlin - Junge Linke in Luckenwalde/Brandenburg, im:
KLAB
Beelitzer Tor 10
Luckenwalde
15.02.2005
18:00
Unsere Gastgeber von den JungdemokratInnen in Brandenburg haben der Veranstaltung folgenden Titel gegeben:
Chillen in Florida, statt Urlaub im Hartz
Weitere Informationen, wie die Gastgeber sich die Veranstaltung vorstellen, gibt es hier.
Berlin, 14.-16.1.05 - Seminar: "Aufstand der Zeichen?" - Postmoderne und Politik
Seminar zu Postmoderne und Politik. Vom 14. bis 16. Januar 2005 in Berlin
Einladung als pdf [290kb]
In den späten sechziger Jahren entstand in Frankreich eine philosophische
Richtung, die inzwischen unter dem Label Postmoderne oder Poststrukturalismus Furore gemacht hat. Im Namen des Vielfältigen, Unabgeschlossenen trat man gegen das philosophische Erbe der Aufklärung an - egal, ob dieses im staatstragenden oder marxistischen Gewande daherkam. Dieser antitotalitäre radical chic übt bis heute eine erhebliche Anziehungskraft auf Teile der Linken aus, fasziniert hornbrillentragende Kulturwissenschaftsstudenten wie Globalisierungsgegner gleichermaßen und eröffnet scheinbar das Feld für eine Menge neuer, phantasievoller und irgendwie sexy daherkommender
Politikformen.
Um zu klären, wie ein solches Politikverständnis mit dem aufklärungskritischen Programm der radikalen Immanenz zusammenhängt, wollen wir auf diesem
Wochenendseminar versuchen, anhand der gemeinsamen Lektüre von Grundlagentexten (Lyotard, Foucault) zu erarbeiten, welches Verständnis von Geschichte und Gesellschaft der Postmoderne zugrunde liegt. Dabei wollen wir insbesondere der Frage nachgehen, inwieweit durch politische Strategien, die sich nur auf der Ebene symbolischer Formen bewegen, überhaupt eine grundlegende Gesellschaftskritik geübt werden kann. Ein Reader wird vor dem Seminar verschickt.
Berlin, 13.1.05 - Vortrag : Deutschland macht mobil im Kampf gegen den Terror
Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Rassistische Migrationspolitik legitimiert staatliche Überwachung" des Seminars für angewandte Unsicherheit [SaU]
Der Einladungstext:
Wie auch in anderen westlichen Staaten wird in Deutschland im Rahmen der Terrorbekämpfung "eine Ertüchtigung der Sicherheitsstrukturen" durchgeführt. Dabei ist die Regierung sich sicher, dass "die Grenzen von Strafrecht, Polizeirecht und Kriegsrecht" verschwimmen werden und man "mitunter handeln muss, bevor die richtigen (Rechtsstaats-)Kategorien gefunden sind" (Zitate von Otto Schily).
Um diese Rechtsstaatsreform soll es auf der Veranstaltung gehen. Schwerpunkte werden der in der Rechtsstaatsreform enthaltene Rassismus und das Verhältnis von Demokratie und einfachem "Draufhauen" seitens der Staatsgewalt sein. Im Unterschied zu manch anderen linken Kritiken halten wir die aktuellen Reformen nicht für einen Gegensatz zur Demokratie, sondern meinen, dass sie ihre konsequente Fortsetzung sind.
Eisenach, 10.-12.12.04 - Seminar: Test for the West
Seminar zum "War on Terror" vom 10. bis 12. Dezember 2004 in West-Thüringen
Der "War on Terror" - ein neues Stadium der globalen Konkurrenz in der Peripherie
Einladung als pdf [780kb]
Seit dem Ende des West-Ost-Konflikts hatten die USA die unbeschränkte Definitionsmacht, wie die globale Ordnung auszusehen hat. Doch spätestens seit dem Krieg der NATO gegen Jugoslawien haben sich die europäischen Nationen als alternative Ordnungshüter ins Spiel gebracht. Mit ihrer Selbst-Einladung nach Afghanistan hat Europa seinen weltweiten Anspruch deutlich gemacht; mit der Selbst-Ausladung aus dem Irak-Krieg hat Kerneuropa unterstrichen, dass sie ein wörtchen mitzureden haben wollen, wie Krieg und Frieden zu organisieren sind. Diese Konkurrenz zwischen EU und USA ist das eine Thema dieses Seminars.
Mit den Kriegen gegen Afghanistan und den Irak wurde aber mehr bezweckt als die Ersetzung der alten Regime oder die Ausschaltung von al-Queida. Die Kriege waren auch eine Ansage an die restliche Staatenwelt: Mit Kriegen machen die führenden Nationen anderen Staaten deutlich unter welcher Bedingung sie nur bereit sind, sie als Souveräne anzuerkennen. Heute geht es nicht mehr um Systemalternativen, wie 1945 - 1989. Die einheimischen Elendsverwalter in der sog. "dritten Welt" sollen heute mehr leisten, als ihr Volk ruhig zu halten und Land und Leute dem westlichen Reichtum nützlich zu machen. Mittlerweile reicht der Verdacht nationaler Vorbehalte, um im Namen von Demokratie und Menschenrechten ein Land mit Krieg zu überziehen. Heute wollen die USA gesamte Staatenwelt durch den "war on terror" darauf verpflichten, antiamerikanische Umtriebe im eigenen Land zu verfolgen. Und die EU versucht das nach Kräften zu sabotieren. Über den Zweck der neuen Kriege, dem Inhalt der Stabilität im Nahen Osten und der modernen Variante des "nation buildings" geht's auf diesem Seminar.
In der Regel ist ein Krieg in der Öffentlichkeit nur so lange Thema bis das Kräfteverhältnis eindeutig entschieden ist. Der Irakkrieg dagegen erhält in den Debatten über die Glaubwürdigkeitsfrage bezüglich der Massenvernichtungswaffen und der Folterdebatte eine längerfristige Weltöffentlichkeit. Was ist der Grund und die Leistung der Moral in der Kriegspolitik? Was treibt Leute und Politiker dazu gerade anhand eines leichenträchtigen Waffenganges die Frage zu wälzen, ob da auch alles moralisch lupenrein vor sich geht? Ist das die globale Zivilgesellschaft, von der sie alle reden?
Berlin, 26.-28.11.04 - Seminar: "Jede Menge Macht" - Hardt/Negri: Empire
Seminar über Negri/ Hardt: Empire vom 26. bis 28. November 2004 in Berlin
Einladung als pdf [275kb]
Empire, das war doch so um die Jahrtausendwende. Da haben Hardt und Negri mal ziemlich für Furore gesorgt. Bei z.B. attac! schienen die beiden zu Cheftheoretikern zu avancieren; Zizek hat das Buch als „Kommunistisches Manifest unserer Zeit“ bezeichnet; und ob im Politikwissenschaftsstudium oder in der linken Szene: Empire musste man gelesen haben. Inzwischen ist es wieder ziemlich still geworden. Ob der Grund dafür ist, dass man schon alles gesagt hat oder dass das Buch schlicht in Vergessenheit geraten ist, man scheint nicht mehr über Empire reden zu müssen.
Wir sind immer noch der Meinung, dass ein Seminar, dass sich mit Thesen aus Empire beschäftigt, ziemlich aktuell ist. Wenn es auch keiner mehr benennt, so ist all das, was in dem Buch verbraten wird, doch schon fast selbstverständlich in die linke Theorie und Praxis aufgenommen worden. Man redet auf einmal wieder über revolutionäre Subjekte und die „Macht der Menge“; vorbei sind die pessimistischen Zeiten als man glaubte, alles sei total vergesellschaftet. Heute entdeckt man im Kapitalismus ganz Vieles, was – richtig genutzt – über ihn hinaustreibt. Und das hat seinen Grund in einem Verständnis der modernen Weltordnung, das ganz wesentlich von dem geprägt ist, was Negri und Hardt in Empire zusammentragen: Neue Formen und neue Verteilungen der Souveränität durch NGOs und überstaatliche Macht-Netzwerke, ein postmarxistischer Wertbegriff bestimmt durch affektive und immaterielle Arbeit, und nicht zuletzt eine völlig neue Durchstrukturierung der Lebenswelt durch Biomacht.
Das alles ist nicht neu und auch nicht unbedingt von Negri und Hardt, aber unserer Meinung nach in Empire so gut zusammengestellt, dass die Beziehungen klarwerden, die diese Theoreme zueinander haben, inwiefern sie sich durcheinander stützen - und zum Teil auch miteinander der Kritik verfallen. Deshalb wollen wir anhand von Empire – und auch dagegen – untersuchen, wie sehr post-irgendwas die Gesellschaft wirklich ist. Und zwar mit euch.
Hannover, 19.-21.11.04 - Seminar: Arbeit im 21. Jahrhundert - Lohnarbeit
Seminar zur Lohnarbeit vom 19. bis 21. November 2004 in Hannover
Einladung als pdf [330kb]
Arbeit ist im Kapitalismus Lohnarbeit. Und dies bedeutet ständige Unsicherheit und Stress für all jene, die mit der Lohnarbeit ihr Aus- und Fortkommen erwirtschaften müssen. Umgesetzt wird weder eine Verkürzung und Vereinfachungen der Arbeit, die durch den erreichten technischen Stand der Produktivität möglich wäre, noch eine umfassende Versorgung mit Lebensmitteln. Stattdessen erzeugt die Abhängigkeit vom Kapital für die Lohnabhängigen stets neue alte Hindernisse mit denen die Leute umgehen müssen.
Zuerst einmal die richtige Ausbildung finden. Aber erhält mensch auch einen Ausbildungs- oder Studienplatz? Und garantiert der Abschluss danach auch einen Arbeitsplatz? Wenn es klappt - heißt das, dass das Geld bis zum Monatsende reicht? Und wie viel Zeit bleibt einem nach einer 40- bis 60-Stundenwoche? Was bedeutet es, wenn mensch krank wird oder einfach nur Urlaub braucht?
Und was, wenn einen das Kapital nicht mehr braucht? Wie ist es arbeitslos, ohne Geld dazustehen? Kriegt mensch staatliche Unterstützung? Was bedeutet das an Stress und Entbehrungen? Und bei dem Versuch wieder einen Job zu finden. Was ist, wenn es zu viele Bewerber gibt? Und was, wenn mensch 40 Jahre alt ist? Zuletzt und mit Glück kommt mensch ins Rentenalter - und es hört immer noch nicht auf: Wird die Rente reichen? Oder das Angesparte?
All dies ist der normale Alltag in dieser Gesellschaft und jeder kennt es. Zynischerweise bietet diese Wirtschaft den Arbeitern als einzige Chance sich diesen Unsicherheiten zu entziehen nur an, sich in den Konkurrenzkampf mit ihresgleichen zu stürzen und damit sich und den anderen die Hölle heiß zu machen. Das spricht aber gegen die Lohnabhängigkeit und nicht für die Hoffnung, daß es beim nächsten Konjunkturaufschwung wieder besser wird.
Dieser ganze Dreck fällt nicht vom Himmel: Es handelt sich vielmehr um politische und ökonomische Zwänge einer kapitalistischen Gesellschaft. Wie auch die Maßnahmen der Agenda 2010 und Hartz IV, die eine neue Qualität des Umgangs mit den Lohnabhängigen bedeuten. Denn bspw. mit der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe sind alle die endgültig abgeschrieben, die lange keinen Job hatten.
Das bedeutet aber nicht das Ende des Sozialstaats und auch nicht, dass dem Kapitalismus die Arbeit ausginge. Denn um das Wohl und die Bedürfnisse aller Einzelnen hat sich der Sozialstaat noch nie geschert und der Kapitalismus bleibt trotz Krisen und Arbeitslosigkeit bestehen. Wie und warum also die ganze Leier im Jahre 2004 und folgende so aussehen wird, das wollen wir diskutieren und die Konsequenzen vorstellen, die wir daraus ziehen.
Hannover, 5.-7.11.04 - Seminar: Die Radikale Linke in den Neunzigern
Seminar zur radikalen Linken in den Neunzigern vom 5. bis 7. November 2004 in Hannover
Einladung als pdf [350kb]
Beleidigte Leberwürste unterwegs ins Herz der Nation
Sich die ökologische Frage zu stellen und im besetzten Haus das Private politisch zu machen; die NATO militaristisch und Befreiungsbewegungen in der 3. Welt hoffnungsvoll zu finden: Das war die Tagesordnung der westdeutschen Linken in den Achtzigern. In den Neunzigern schien das alles aus, vorbei und nie gewesen. Die meisten Linken interpretierten den Zusammenbruch der DDR als ihre neue Herausforderung: Nun habe man Deutschland gründlich zu zivilisieren (Grüne) bzw. sozial gerecht zu machen (PDS) - oder linke Aktivität einfach ganz bleiben zu lassen.
Knick in der linken Optik: Als aus Opfern Täter wurden
Für den radikalen Rest machte der linke Ruck in die nationale Verantwortung etwas klar, womit man sich in der Vergangenheit ungern beschäftigt hatte: Daß die deutsche Bevölkerung um einen herum keineswegs immer nur darauf gewartet hatte, sich von irgendeinem hippen neuen Bewegungsziel begeistern zu lassen. Sondern daß in den Köpfen der meisten ein Nationalismus steckt, der empfänglich war für die erweiterten Ansprüche eines wiedervereinigten Deutschlands,
einschließlich jeder Menge Opfer, die man als Einzelner dafür zu erbringen habe.
Eine neue Frage: Wie kritisiert man Deutsche?
Viele Linke kamen von ihrer alten Vorliebe für die deutschen "Massen" als Opfer und "Beinahe-schon-Bewegungssubjekt" zu der Erkenntnis, daß genau diese Deutschen moralisch und als denkende Subjekte in den nationalen Schuldzusammenhang verstrickt seien - und zwar viel zu sehr, als daß Agitation gegen Kapital und Nation überhaupt noch in Frage käme. "Links oder deutsch?" lautete die Frage dann in ihrer endgültigen Fassung.
Schily und Bush - die neue antinationale Avantgarde?
Die alte linke Parole "dem Volke dienen", einschließlich all ihrer ekligen Ausformungen wie dem Antisemitismus, war nun also endlich einer Kritik unterworfen worden - aber diese war von vornherein problematisch. Was dann zehn Jahre nach der Wiedervereinigung an linksradikaler Praxis unterwegs oder auch nicht unterwegs war hatte auch mit den Mängeln der antinationalen Analyse zu tun: Von der Kapitulation der Antifabewegung im Sommer 2000 bis zur anti-antisemitischen Kriegsbegeisterung der Bahamas nach dem 11. September 2001.
Deutschland abschaffen - aber richtig!
Dieses Seminar soll nicht (jedenfalls nicht nur...) dazu dienen, in alten innerlinken Schlachten zu schwelgen oder sich der Richtigkeit der eigenen Position an der Abwegigkeit der anderen zu vergewissern. Im Gegenteil: Wir wollen das Gute und Wahre am Antinationalismus nach 1990 festhalten und unter anderem auch gegen falsche linke Kritik verteidigen, an der es seitdem ebenfalls nicht gemangelt hat.
Berlin, 25.9.04 - Vortrag: Konsumkritik - Anti-Amerikanismus - Europäische Kulturnation
Der Einladungsflyer als pdf [288kb]
European Culture - Use A Club* ("we really want to hurt eU")
Vortrag am 25. September 2004 von jimmy boyle - junge linke
zu Konsumkritik - Anti-Amerikanismus - Europäische Kulturnation
Einladungstext:
Auch in der Linken ist das Entdecken von falschen Bedürfnissen an der Tagesordnung. Die sprichwörtliche Hütte, der der Frieden erklärt wird, auf dass aller Hass auf die Paläste sich fokussieren kann, gibt hiervon ein beredtes Beispiel. Dem oberflächlichen Immer-Mehr-Haben-Wollen, der Konsumideologie wird der Kampf angesagt. Einfaches Leben mit den wahren, wirklichen Gebrauchsgegenständen wird der entfremdeten Warenwelt entgegengesetzt; das Produkt des ehrlichen, mit seiner Scholle verwurzelten Bauern mit dem wettergegerbten Gesicht dem geschniegelten Geschäftsgebaren. Und wenn Xavier Naidoo im Musikvideo einen Luxuswagen mit dem Vorschlagshammer bearbeitet, freuen sich wohl auch nicht nur seine durchgedrehten Christenfreunde.
Diese Kulturkritik wütet manchmal, nicht immer, nicht nur innerhalb der Landesgrenzen, sondern entdeckt eine Invasion dieser verderblichen Entwicklungen, die ganz speziell aus einem Land der Welt kommt: aus den USA. Die ganz große Oberflächlichkeit von amerikanischer Mentalität, die sich in Hollywood und US-Wahlkampf zeige und die geklont-klebrige Künstlichkeit von McDonalds und Coca Cola seien mit dem Turbokapitalismus in die deutschen resp. europäischen Lande eingefallen und hätten die ehrwürdige Authentizität verletzt. Die Ablehnung der angeblichen amerikanischen Plastik-Welt vereint konservative Kulturkritik und sich links gebende Konsumkritik. Eng verwoben mit der Wut gegen das ewige Profitstreben die Entfremdung des gesamten Lebens und der Verdinglichung der menschlichen Beziehungen, entdeckt man von Konzernen oktroyierte Oberflächlichkeit.
Und dagegen wird wieder manchmal, nicht immer, die europäische Kulturnation hochgelobt, die Kunst und Kultur noch Freiräume von dem Terror der Ökonomie einräume und diese in die Lage versetzte, noch Originalität auszudrücken.
Gegen all das glauben wir eine Menge Argumente zu haben, die wir Euch darstellen wollen. Und gleichzeitig wollen wir zeigen, welchen richtigen Nebenkern diese Konsumkritik hat. Diskutiert mit uns darüber!
Hannover, 25.-27.6.04 - Seminar: "Daran sind die Gene schuld" - Biologismus
Seminar zu Biologismus vom 25. bis 27. Juni 2004 in Hannover
Seminareinladung als pdf [237 kb]
Wenn Kinder gute Noten haben, reden Eltern von Vererbung. - Und die Genetik liefert dazu eine Grundlage, mit der dann viele individuelle Charaktereigenschaften oder Handlungen von einzelnen Menschen erklärt werden. Selbst gesellschaftliche Missstände werden immer wieder biologisiert. So liefert zum Beispiel die Verhaltenforschung Material, demzufolge "Bandenkriege" analog zum Aggressions- und Revierverhalten der Tiere erklärbar sein sollen. Und wenn Männer "fremdgehen" folgen sie angeblich dem Gesetz der Evolution, das ihnen gebietet, ihre Gene möglichst weit zu streuen.
Solche Erklärungen menschlicher Handlungen und gesellschaftlicher Phänomene aufgrund der Forschungsergebnisse von Teilbereichen der Biologie stellen eine besondere Form der bürgerlichen Ideologie dar: den Biologismus. Indem Ergebnisse der Biologie benutzt werden um die Gesellschaft als rein der Naturkausalität unterworfen darzustellen, verschwindet die Möglichkeit eines freien Willens. Die bestehenden Verhältnisse werden als natürliche und damit zugleich als richtige dargestellt. Die bewusste Veränderung der unfreien Gesellschaft durch uns Menschen erscheint somit als unmöglich.
In der biologistischen Ideologie werden Verhaltensforschung, Genetik, Ökologie und Co. nicht bloß zur Erklärung von gesellschaftlichen Verhältnissen instrumentalisiert, sondern in der heutigen biologischen Forschung selbst liegt bereits umgekehrt der Fehler, dass die Strukturen der Gesellschaft zu biologischen Erklärungen herhalten sollen.
In diesem Seminar werden wir folglich sowohl die immanente Problematik der derzeitigen Biologie als auch die weitreichende ideologische Funktion und die Folgen der biologistischen Betrachtung des Menschen und seiner Gesellschaft untersuchen und kritisieren.
Bad Sulza, 18.-20.6.04 - Seminar: Deutschland stirbt aus
Seminar zur Bevölkerungspolitik vom 18. bis 20. Juni 2004 in Bad Sulza/Thüringen
Seminareinladung als pdf [284 kb]
Glaubt man den Medienmachern in diesem Land, hat Deutschland ein Problem: "Wir" sterben aus! Statt den erforderlichen 2,1 schaffen es deutsche Frauen nur auf schlappe 1,35 Kinder!
Alte und auch kranke Menschen müssen in jeder Gesellschaft von dem leben, was die aktiven Arbeiter herstellen. Glaubt man dem öffentlichen Tenor weiter, dann geht das in Deutschland immer weniger, weil auf immer mehr Rentner immer weniger junge Menschen kommen. Wie passen aber die 5 Millionen Arbeitslose zu der Gleichsetzung von Kindern und zukünftigen Arbeitern? Und ist es nicht so, daß ein heutiger Arbeiter dank der Technik für viel mehr Menschen sorgen könnte, als es in den schlimmsten Szenarien ausgemalt wird?
Auf dem Seminar wollen wir der Frage nachgehen, wofür die Bevölkerung überhaupt eingeplant wird. Liegen dem nicht vielleicht andere Zwecke zu Grunde als eine vernünftige Versorgung der Menschen mit allem was man braucht?
Auf der anderen Seite ist man sich auch darüber einig, dass "die Bewältigung des rapiden Weltbevölkerungswachstums eine der größten Herausforderungen für die Zukunft der Menschheit ist." Die kritische sechs Mrd.-Marke ist erreicht, die Prognose sehen katastrophal aus. Ständig wird die Frage aufgeworfen: Wie tragfähig ist unsere Erde? Ist die Tragfähigkeit nicht schon überschritten?
Dass in anderen Teilen der Welt viel zu viele Menschen herumspringen, soll die Ursache sein, dass Armut, Hunger und Mangel auf der Welt herrschen. Auf dem Seminar wollen wir uns die Frage stellen, was Überbevölkerung überhaupt sein soll, wer als zuviel gilt und warum? Oder vielleicht besser: wer zu viel gemacht worden und wofür überflüssig ist? Warum denkt man eigentlich bei "zuviel" an die hungernden Menschen aus der Dritten Welt und nicht an vollgestopfte deutsche Fußgängerzonen ?
Soviel vorweg, den Konsens: "Wir sind zuwenig und die anderen sind zuviel" teilen wir nicht.
Was haben Staaten für ein Interesse an ihrer Bevölkerung und wie betreiben sie Bevölkerungspolitik? Wie sieht eigentlich das deutsche Staatsbürgerschafts- und Einwanderungsgesetz aus? Wie unterscheidet es sich von dem anderer Länder? Und warum ist das gerade auf dem Prüfstand und soll geändert werden? Wer darf heute dazu gehören und wer nicht? Und wie sieht das historisch aus? Was war das Interesse der Nazis an Mutterkreuzen und warum sind solche Ideen heut nicht mehr gefragt?
Berlin, 28.-30.5.04 - Seminar: Einführung in die Kapitalismuskritik
"Produktiver Arbeiter zu sein ist kein Glück, sondern ein Pech" (Karl Marx)
Wochenendseminar vom 28. bis 30. Mai 2004 in Berlin
Seminareinladung als pdf [265 kb]
(Drohende) Arbeitslosigkeit, ein Arbeitsplatz, an dem man einiges an körperlichen und psychischen Streß auszuhalten hat und eine Freizeit, in der man zu müde ist oder zu wenig Geld hat, um sie für sich zu nutzen; dies alles sind Sachen, mit denen die meisten Menschen irgendwann mal Bekanntschaft machen. Und die Volkswirtschaftslehre behauptet, daß Handel, Geld und Kapital lauter gute Hilfsmittel für die Bedürfnisbefriedigung sind...
Nur ist es eben ein Unterschied, ob für die Bedürfnisse produziert wird oder aber die Geldvermehrung das bestimmende Prinzip aller Anstrengungen in der Marktwirtschaft ist. Hunger alleine ist in dieser Gesellschaft kein Grund zur Produktion, denn nur solche Bedürfnisse werden befriedigt, die zahlungskräftig sind. Dabei kommt es immer wieder vor, daß die hergestellten Sachen mangelhaft sind, weil in der Produktion an Kosten gespart wird. Rücksichtslosigkeit gegenüber der Natur und gesundheitsschädliche Lebensmittel sind Resultate einer Produktion für den Markt und keine Ausrutscher von abweichenden Bösewichtern.
Bei der fortschreitenden Technik springt für die Leute, die mit ihrem Einkommen kalkulieren müssen, wenig heraus. Viele werden entlassen und diejenigen, die noch dabei sein dürfen, müssen trotzdem noch ihren ganzen Tag am Arbeitsplatz verbringen. Zusehend wie alles in größeren Massen hergestellt werden kann, sollen heute die Lohnabhängigen endlich einsehen, daß ihr Lohn ständig zu hoch ist, für das Glück beschäftigt zu sein. Trotz des rasanten Fortschritts in der Produktion heißt es, daß man sich bestimmte Sachen, z.B. in der Gesundheitsversorgung einfach nicht mehr leisten könne. Jeder ist seines (Un-)Glückes Schmied, ist dann die passende Rechtfertigung einer Gesellschaft, die systematisch Armut und Reichtum auf die Menschen verteilt.
Manche meinen, daß der Staat den freien Markt zügeln müsse, damit alles besser wird. Anhand von Arbeits-, Umwelt- und Tarifgesetzen wollen wird diskutieren, was der Staat eigentlich schützt. Unsere These: Das kapitalistische System und nicht den Lohnabhängigen. Oder warum enthalten Grenzwerte immer noch die Wahrscheinlichkeit, daß Menschen daran krank werden und warum gibt es für die Unternehmen immer auch Ausnahmen, in denen dann mal die Arbeiter in erhöhter Konzentration das Gift um die Ohren bekommen?
Alle, die Lust haben mit uns über diese Sachen zu diskutieren und schon immer mal genauer wissen wollten, warum junge linke prinzipiell gegen Kapitalismus ist, sind recht herzlich eingeladen.
Bad Sulza, 14.-16.5.04 - Seminar: Rohstoff Geist - Ressource Wissen
Zur politischen Ökonomie des Bildungssektors
Seminar zur Bildungspolitik vom 14. bis 16. Mai 2004 in Bad Sulza/Thüringen
Seminareinladung als pdf [268 kb]
Seit einigen Monaten machen die Studenten in vielen Bundesländern gegen die von Landes- und der Bundespolitik diskutierten Änderungen in der Hochschulgesetzgebung mobil. Es wurde demonstriert, kreativ protestiert und mit den verantwortlichen Stellen diskutiert. Der Grundtenor der Proteste lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Unverantwortliche Politiker machen die falsche Politik, gehen fahrlässig mit Deutschlands Ressourcen um und gefährden unsere, ihre, also Deutschlands Zukunft!
Neben vielen konstruktiven Verbesserungsvorschlägen und dem Vortragen eigener Wunschvorstellungen, wie Universität und Bildung doch aussehen könnten,haben wir eins schmerzlich vermisst: Ein gescheite Analyse, was es mit dem Bildungswesen in unserem Lande so auf sich hat. Mit dem Vorwurf, irgendjemand würde sich gegen hohe moralische Werte versündigen (Chancengleichheit, Recht auf Bildungs usw.) ist nämlich gar nichts erklärt, sondern schlicht der Befund festgehalten, dass die eigenen Vorstellungen über die Gesellschaft und ihre Institutionen in der Realität nicht aufgehen. Das ist mithin kein Zufall - und vielleicht sind dem einem oder anderen schon mal ein paar Fragen gekommen.
Wieso ist zum Beispiel das Bildungswesen in unserer "Wissengesellschaft" als Ausschluss von Bildung organisiert?
Mit schöner Regelmässigkeit landen knappe 70% der lieben Kleinen auf der Real- und Hauptschule und dürfen - so sie eine Lehrstelle finden - in die Lehre gehen und sich nützlich machen. Die studentische Forderung, doch bitteschön 40% auf die Hochschule zu schleusen offenbart zumindest irgendein Wissen darüber, dass diese Zahlen staatlich ins Werk gesetzt werden. Daneben wird Wissen am laufenden Meter entwertet - die arbeitslosen Akademiker können euch ein Lied davon singen, dass Wissen keinen Pfifferling wert ist, wenn man nicht eine entsprechende Anstellung finden.
Was ist eigentlich ausgedrückt, wenn Politiker von Studenten als Ressource Deutschlands sprechen?
Für zahlreiche Bildungspolitiker sind die Studenten die Ressource des ressourcenarmen Landes namens Deutschland. Die protestierenden Studenten finden das auch und gehen mit diesem Slogan auf die Strasse. Nur: Heisst als Ressource durch die Gegen zu laufen nicht, das über einen verfügt wird? Für einen Zweck, der ausserhalb der heiligen Hallen des Wissens liegt?
Was hat es mit der Freiheit der Wissenschaft auf sich?
Die Forschung und Lehre in der Bundesrepublik ist frei. Der Staat bestimmt weder, was geforscht wird, noch mischt er sich in wissenschaftliche Debatten ein. Andererseits hat Forschung auch wertfrei zu sein, d.h. sich von wissenschaftlich begründeten Einwänden gegen Politik und Geschäft herauszuhalten. Studenten aller Orten entdecken nun in der Verpflichtung zur Drittmitteleinwerbung und in Unternehmenslehrstühlen einen Widerspruch zu dieser Freiheit. Nur: Was, wenn die Freisetzung der Wissenschaft nie etwas anderes im Sinn hatte, als den grösstmöglichen Nutzen für Staat und Unternehmerschaft dieser Gesellschaft?
Diese und andere Fragen wollen wir auf dem Seminar behandeln. Uns geht es um eine theoretische Klärung der Beschaffenheit des bundesdeutschen Bildungssystems und moderner Bildungssysteme überhaupt. Wer dieses Anliegen teilt, ist herzlich eingeladen, mit uns über unsere Analysen zu diskutieren.
Hannover, 19.-21.12.03 - Seminar: Kritik der "Friedensmacht" EU und der konformistischen Revolte gegen Amerika
Seminar vom 19. bis 21. Dezember 2003 in Hannover
Seminareinladung als pdf (große Datei!)
In den USA den "unmenschlichen Vasallenmacher Deutschlands" (Rudolf Augstein), die "Internationale Völkermordzentrale" (Linksruck bis NPD) oder "die totalitäre Macht" (Alain de Benoist in: Junge Freiheit) auszumachen, rockt dieser Tage die Massen. Dabei wird wahlweise Herr Bush als "rauher, knüppelharter Provinzler" (Neues Deutschland) oder als Oberhaupt eines globalen, demokratiefressenden "Machtkartells, das die Interessen der transnationalen Konzerne und Finanzanleger verfolgt" (Attac) oder gleich als "schlimmer als Hitler" (Kulturkämpfer Peter Zadek) dargestellt. Und jeder dritte Mensch unter 30 in der BRD weiß nach Umfrage der "Zeit", dass der Anschlag des 11.9. 2001 auf das Konto der USA geht (Wieviele nur deshalb nicht darunter fallen, weil sie die Juden dahinter vermuten, wurde nicht ermittelt). Hollywood-Filme verseuchen die Köpfe, McDonalds und Co. die Mägen und amerikanischer Shareholder Value- und Krämergeist essen ehrliche Seele auf.
Amerika, oftmals personalisiert in Bush/Ölmagnaten/John Wayne, ist somit negative Projektionsfläche für eine Menge verschiedener politischer "Kritik". Wir wollen auf diesem Seminar die Frage stellen, was an den USA kritisiert wird und was davon zu halten ist. So wendet sich z.B. die Kritik, dass Amerika sich als alleiniger Weltpolizist aufspiele, gegen das "alleine" und fordert eine ordentliche Weltordnung - was wäre daran besser? Dass die USA ihren Irakkrieg ohne UNO-Beschluß durchgeführt haben, finden wir auch einen komischen Vorwurf - als wenn der Krieg besser geworden wäre, wenn alle Großmächte zugestimmt hätten. Auch warum man die Leute nicht essen lässt, was sie wollen, sondern an Mc-Donalds die Kulturlosigkeit entdeckt und damit eine ordentliche Kultur einfordert, ist uns eine Diskussion wert. Eine Geschichte der anti-amerikanischen Bilder in Deutschland soll nicht fehlen. Welche Erklärung gibt es dafür, daß sich die Urteile und Assoziationen über Amerika über die Jahrhunderte hinweg so stark ähneln? Welche Bilder kommen nicht mehr aus der Mottenkiste hervor und warum?
Gemein ist vielen US-Kritikern die Vorstellung von Europa als Gegenpol zu den als schädlich betrachteten Entwicklungen - zwar infiziert vom fiesen Virus, aber noch nicht verloren. Gerade das "mutig-stolze" Aufstehen Kerneuropas und europäischer Massen gegen das anglo-amerikanische Vorgehen im Irak zeigt für die führenden linksliberalen Ideologen von Habermas bis Derrida, dass mit der EU noch viel anzufangen ist. Nur, was steht da auf dem Wunschzettel der Großdenker? Was soll der sog. Rheinische Kapitalismus sein und warum ist der besser? Wieso kommt man auf die Idee, eine Friedensmacht EU zu entdecken, deren Vorgehen weiche Machtpolitik und kritischer Dialog genannt wird, und die sich den inter - nationalen Betreuungsfällen als ehrlicher Makler andient? Wie verhält sich das z.B. zum von 3.Welt-Initiativen heißgeliebten Vorgehen der EU in Südamerika? Ist das Umspringen der EU mit ihren Nachbarn in Sachen "Festung Europa" das glatte Gegenteil von amerikanischer Arroganz? Wie ging die EU im Kosovokrieg vor, und warum erinnert sich keiner daran, wie damals Rußland und China abserviert wurden?
Für die Beantwortung dieser Fragen, wollen wir klären, was das Projekt EU ausmacht. Welchen Zweck erfüllt es, wenn zentrale Elemente staatlicher Souveränität an überstaatliche Zusammenschlüsse abgeben werden? Welche Motive trieben die EU in letzter Zeit an? Warum führte der Irakkrieg zu einer Spaltung zwischen New und Old Europe und warum wollte trotzdem schon während des Streits jede Konfliktpartei den Gräben mit einer Menge Brücken begegnen?
Bad Sulza, 12.-14.12.03 - Seminar: Hartz aber herzlich
Des Kanzlers Agenda 2010, das Hartzkonzept und das Ende der sozialen Marktwirtschaft
Wochenendseminar vom 12. bis 14. Dezember 2003 in Bad Sulza/Thüringen (!)
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Mit der Beauftragung der nach ihrem Leiter benannten Hartzkommission nach Möglichkeiten zu forschen, wie es mit der deutschen Wirtschaft wieder bergauf gehen kann, hat die rotgrünsoziale Bundesregierung vor einem guten Jahr die Reform des Arbeitsmarktes eingeläutet. Die "Agenda 2010" ist die konsequente Fortführung und Ergänzung der Ergebnisse der Hartzkommission - und liest sich wie eines: Ein Abgesang auf all die Erungenschaften, auf die der deutsche Staatsbürger in Sachen Sozialgesetzgebung bis vor einigen Jahren noch mächtig stolz sein durfte.
Das Problem "der Wirtschaft" geht uns alle an - sagen Kanzler und Opposition, die öffentliche Meinung stimmt dem bedingungslos zu. Nur: Was für ein Problem hat "die Wirtschaft" eigentlich ganz genau? Der schlichte Verweis darauf, dass sie nicht genügend wächst ist uns da ein bißchen zu wenig. Was wächst den da nicht mehr und wer hat damit welche Probleme? Es muß schon eine eigenartige Gesellschaft sein, in der ein Heer von Arbeitslosen beredtes Zeugnis davon ablegt, dass eine riesige Menge an nützlichen Gegenständen ohne Inanspruchnahme menschlicher Arbeitskraft produziert werden kann - und dies bei den so Freigesetzten alles andere als ein Grund zur Freude ist. Ganz im Gegenteil: Wer arbeitslos ist kommt an die schönen Sachen nicht ran, weil ihm das Geld fehlt. Verrückte Welt oder ganz normaler marktwirtschaftlicher Alltag?
"Für Wachstum und Beschäftigung" lautet die ausgegebene Parole. Aus den Zumutungen, die mit dem politischen Programm für die Betroffenen - Arbeitslose wie Arbeitnehmer, Auszubildende wie Rentner - wird kein Hehl gemacht. Ein Lohn, von dem es sich kaum leben läßt, Arbeitszwang in staatlichen "Personal Service Agenturen", Erhöhung der Wochenarbeitszeit, Lockerung des Kündigungsschutzes: Wir wollen uns anhand der konkreten Hartzgesetze anschauen, wie Arbeit in der bundesrepublikanischen Gesellschaft auszusehen hat, damit sie verrichtet wird.
Letztlich soll es auch um den Sozialstaat gehen, der aus Sicht von Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbänden gerade mächtig im Abbau begriffen ist. Was sagt es denn über das bestehende Sozialsystem aus, wenn es sich in Zeiten der Wirtschaftskrise so problemlos als Hebel für staatliche Zwangsmaßnahmen gebrauchen läßt? Wozu ist es denn überhaupt eingerichtet worden? Wie geht das zusammen, daß einerseits die Gründe für den Sozialstaat in verschärfter Form vorliegen (Arbeitslosigkeit, Altersarmut) und gerade deshalb die sozialen Leistungen zusammengestrichen gehören? Das es bei der Umsetzung der Agenda 2010 und der Hartzgesetze auch Kritik gibt, ist uns bekannt. Was meint der Deutsche Gewerkschaftsbund, wenn er "Reformen: Ja - Sozialabbau: Nein danke!" ruft? Wie verändert sich die Rolle der Gewerkschaften als "Arbeitnehmerkartell", das bis vor kurzem noch im Bündnis für Arbeit mitreden durften? Denn soviel ist klar: Mit dem erfolglosen Streik der Ostmetaller im Juni diesen Jahres wurde einiges bezüglich ihrer Rolle klargestellt - nicht nur von Regierung und Opposition, sondern auch und gerade von nicht wenigen Gewerkschafts- und Betriebsratsfunktionären. Wie sieht das die Gewerkschaft selber und wieso endet ihr entschiedener Widerstand immer nur in der prinzipiellen Zustimmung zu den gesetzlichen Vorhaben?
Bad Sulza, 28.-30.11.03 - Seminar: "Produktiver Arbeiter zu sein ist kein Glück, sondern ein Pech"
Einführung in die Kapitalismuskritik
Wochenendseminar vom 28. bis 30. November 2003 in Bad Sulza/Thüringen (!)
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Die kapitalistische Produktionsweise ist der Bedürfnisbefriedigung gegenüber feindlich eingestellt. Angesichts des vorhandenen Reichtums scheint das zumindest, für die Industrieländer, ein unhaltbare These zu sein. Nur ist es eben ein Unterschied, ob für die Bedürfnisse produziert wird oder aber die Geldvermehrung das bestimmende Prinzip aller Anstrengungen in der Marktwirtschaft ist. Hunger alleine ist in dieser Gesellschaft kein Grund zur Produktion, denn nur solche Bedürfnisse werden befriedigt, die zahlungskräftig sind. Und noch nicht mal letzteres stimmt. Immer wieder kommt es vor, daß die hergestellten Sachen mangelhaft sind, weil in der Produktion an Kosten gespart wird. Rücksichtslosigkeit gegenüber der Natur und gesundheitsschädliche Lebensmittel sind Resultate einer Produktion für den Markt und keine Ausrutscher von abweichenden Bösewichtern.
Immer mehr Sachen können in weniger Zeit hergestellt werden, weil die Wissenschaft und Technologie ständig an der Möglichkeit zur Produktivkraftsteigerung arbeiten. Aber weil nur das zahlungsfähige Bedürfnis zählt, bleiben viele auf der Strecke. Trotz des rasanten Fortschritts in der Produktion heißt es, daß man sich bestimmte Sachen, z.B. in der Gesundheitsversorgung einfach nicht mehr leisten könne. Und für die Lohnabhängigen springt bei der fortschreitenden Technik wenig heraus. Viele werden entlassen und diejenigen, die noch dabei sein dürfen, müssen trotzdem noch ihren ganzen Tag am Arbeitstag verbringen. Das ist der Lohn dafür, daß man seine Lebensquelle in dem Verkauf von Dienstbarkeit hat. Zusehend wie alles in größeren Massen hergestellt werden kann, sollen heute die Lohnabhängigen endlich einsehen, daß ihr Lohn ständig zu hoch ist, für das Glück beschäftigt zu sein. Weil der Stundenlohn so gering ist, machen die Arbeiter manchmal sogar aus der eigenen Not heraus die Überstunden, mit denen man dann zwar nichts mehr an Freizeit hat, dafür aber garantiert mit einem vorzeitig ruinierten Körper in die Rente fällt. Jeder ist seines (Un-)Glückes Schmied, ist dann die passende Rechtfertigung einer Gesellschaft, die systematisch Armut und Reichtum auf die Menschen verteilt.
Manche meinen, daß der Staat den freien Markt zügeln müsse, damit alles besser wird. Aber was ist eigentlich ein "freier Markt", der in dieser Vorstellung ein Eigenleben führt? Ist nicht vielmehr die Garantie des Eigentums, das auf die Bürger verteilt ist, nicht schon selbst ein Eingriff in den Markt? Und was heißt da Eingriff, ist nicht der Markt vielmehr eine politische Institution und daher die obige Vorstellung Ideologie? Anhand von Arbeits-, Umwelt- und Tarifgesetzen wollen wird diskutieren, was der Staat eigentlich schützt. Unsere These: Das kapitalistische System. Oder warum enthalten Grenzwerte immer noch die Wahrscheinlichkeit, daß Menschen daran krank werden und warum gibt es für die Unternehmen immer auch Ausnahmen, in denen dann mal die Arbeiter in erhöhter Konzentration das Gift um die Ohren bekommen?
Alle, die Lust haben mit uns über diese Sachen zu diskutieren und schon immer mal genauer wissen wollten, warum junge linke prinzipiell gegen Kapitalismus ist, sind recht herzlich eingeladen.
Hannover, 14.-16.11.03 - Seminar: Mach dein Kreuz!
Zur politischen Beteiligung des Staatsbürgers
Seminar zur Demokratie und die Vorstellung von ihr vom 14. bis 16. November 2003 in Hannover
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Sieht man sich um, stellt man fest, dass sich in allen erfolgreichen kapitalistischen Ökonomien die Demokratie als Staatsform durchgesetzt hat. In periodischen Abständen wird gewählt. Die Bevölkerung beteiligt sich an der Entscheidung, welche Staatsmannschaft sich für die nächsten Jahre um die Belange der Nation kümmern soll. Zugleich ist die Bevölkerung dazu angehalten, rege in der Diskussion über die Probleme der Nation mitzumischen und Lösungsvorschläge zu beurteilen. Es scheint so, als ob die Demokratie die angemessene Beteiligung der Bevölkerung an den Regierungsentscheidungen garantiert. Der Staatsbürger dankt es dem Staat mit der Einsicht, er habe mit der Wahl ein Mittel, die Maßnahmen zu seinen Gunsten mit zu beeinflussen.
Wie kommt es dann aber, dass der Großteil der Bevölkerung unter den durchgesetzten Maßnahmen des Staates zu leiden hat und an ihnen ständig etwas auszusetzen? Mit den neuen Reformvorhaben beispielsweise sieht sich die Bevölkerung massiven Einschnitten in ihren Mitteln ausgesetzt und trotzdem sieht sie ein, dass sie mit ihren Bedürfnissen zurückstecken muss. In der Demokratie kann jeder sein Leid klagen und seine Unzufriedenheit öffentlich machen und gegebenenfalls versuchen, sich eine Lobby für sein Interesse zu schaffen. Dabei muss man aber oft einsehen, dass das eigene Interesse keine Mehrheiten zustande bekommt, noch von den Staatsmaßnahmen berücksichtigt wird.
Augenscheinlich wird mit der Unzufriedenheit der Leute auf eine bestimmte Weise umgegangen, die von der murrenden Bevölkerung eingesehen wird. Sie akzeptiert ihr Zurückstecken und lässt sich die guten Gründe dafür einleuchten. Was sind das nun für gute Gründe, die einen von seinen eigenen Interessen absehen lassen? Oder anders gefragt: Wie sehen ihre Interessen aus, damit sie den Maßnahmen wie dem demokratischen Verfahren zustimmen können?
Bei allen möglichen Vorstellungen, die ein Staatsbürger von der Demokratie hat: auch ein Demokrat muss essen. Und Essen und alle anderen schönen Dinge gibt's für die meisten Menschen nur via Lohnarbeit. Mit der Herausbildung der kapitalistischen Gesellschaft hat sich die Demokratie entwickelt, die sich als optimaler Rahmen präsentiert, eben diese Gesellschaft am Laufen zu halten. Wir halten das für keinen Zufall und wollen uns daher neben den tollen Meinungen der Freien & Gleichen über Demokratie auch das Verhältnis zwischen Demokratie und Ökonomie genauer anschauen und diskutieren.
Berlin, 4.-6.7.03 - Seminar: Gründe der Herrschaft
Seminar über Versuche der frühbürgerlichen Rechtsphilosophie, eine vernünftige Gesellschaft zu begründen
13. - 15.06.03 in Hannover
04. - 06.07.03 in Berlin
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"Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf." "Ohne jemanden, der für Recht und Ordnung sorgt, würden sich doch alle gegenseitig an die Gurgel gehen." "Die Polizei ist dein Freund und Helfer." Wer kennt sie nicht, all diese Sprüche, die einem so begegnen, wenn man darüber reden will, dass Herrschaft immer eine kritikable Sache ist. Menschen, die in einer bürgerlichen Gesellschaft leben, finden die Beschneidung des Egoismus durch den Staat und seine Polizei richtig und wichtig, und meinen, sogar gute Argumente dafür zu haben. Die bürgerliche Herrschaft soll vernünftig sein, und wenn nicht vollständig gut, so doch zumindest "die beste aller möglichen Welten". Das, was heute ein Volksvorurteil ist, hat eine Jahrhunderte lange Tradition in der frühbürgerlichen Rechtsphilosophie, zum Beispiel bei Hobbes, Rousseau, Kant und Hegel. Was heute unvermittelt daher kommt, wird dort versucht zu begründen.
Wir wollen folgende Schwerpunkte setzen:
Eigentum: Um zu überleben, brauchen Menschen Güter, um sich zu ernähren. Der Anspruch der Theorien, die wir verhandeln, ist es, sich Herrschaft so zu denken, dass einem jeden ermöglicht wird, sich am Leben zu halten. Gesichert soll das nur dann sein, wenn die Güter, die man braucht, einem nicht weggenommen werden können. Deshalb müssen alle daran gehindert werden, das Eigentum der anderen anzutasten. Woher kommt das Recht auf Eigentum, wie wird Besitz gesichert und was bedeutet das für die einzelnen Menschen? Ist das Eigentum wirklich die Garantie, dass es allen besser geht und ist die bürgerliche Herrschaft die beste Möglichkeit, das zu gewährleisten?
Naturzustand: Der Versuch, eine vernünftige Herrschaft zu begründen, geht spätestens seit Hobbes von einem Zustand der Menschen aus, in dem sie ohne Herrschaft leben: dem Naturzustand. Aus diesem Zustand heraus will die politische Theorie zeigen, was Herrschaftslosigkeit bedeutet, und dann - meistens -, warum sie nicht funktioniert und die Herrschaft der einzige Weg für Menschen ist, ein sicheres und angenehmes Leben zu führen. Ist der Mensch von Natur aus tatsächlich allen anderen ein Wolf oder vielleicht - wie Rousseau und heute noch viele Anarchisten finden - eher unverdorben und gut? Oder weder noch?
Außerdem wird es auf dem Seminar um Freiheit und Gleichheit gehen, die sich aus den Versuchen zur Begründung des Eigentums kaum wegdenken lassen, sowie um die Vorstellung eines Naturrechts, das Menschen unabhängig von jedem Gesetzgeber zukommen soll. Da ein wesentlicher Punkt aller behandelten Theorien die Organisation des menschlichen Überlebens ist, werden wir uns auch mit dem Begriff der Arbeit, der materiellen Grundlage der Bedürfnisbefriedigung, und der Form, in der sie in diesen Theorien auftritt, beschäftigen.
Eins können wir schon verraten: wir finden Herrschaft immer noch kritikabel und wissen mit der Kritik der Rechtsphilosophie noch genauer, warum wir das finden. Zudem glauben wir, anhand dieser Kritik Bedingungen gefunden zu haben, die für eine tatsächlich vernünftige Gesellschaft zu erfüllen wären. Diese Überlegungen wollen wir darstellen und diskutieren.
Übrigens: Vorkenntnisse sind nicht notwendig, aber auch nicht verboten.
Hannover, 16.-18.5.03 - Seminar: Staat schlägt sich ... Staat verträgt sich
Seminar über Krieg und Frieden
vom 16. - 18.05.03 in Hannover
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Die "Lehren aus den Weltkriegen" haben nicht verhindert, dass in den letzten Jahrzehnten zig Kriege vorbereitet und durchgeführt wurden. Im Gegenteil werden die Lehren aus den Weltkriegen und der allseitig beteuerte Wille zum Frieden als Gründe angeführt, warum man Krieg führen müsse. Man erinnere sich daran, wie die rot-grüne Regierung ihren Kosovo-Krieg mit der Verantwortung vor der Geschichte begründete. Heute werden dieselben oder ähnliche "Argumente" gegen einen Krieg in Anschlag gebracht.
In den Verteidigungspolitischen Richtlinien hat sich der deutsche Staat aufgeschrieben, wozu er ein Militär unterhält. Anhand dieser Richtlinien wollen wir zwei Thesen aufstellen und diskutieren: Erstens sind die Begründungen für und gegen den Krieg Rechtfertigungen und nicht die wirklichen Gründe von Krieg. Und zweitens zeigen die wirklichen Gründe von Krieg, dass es sich dabei nicht um einen Betriebsunfall handelt, sondern um ein wohlkalkuliertes Mittel der Politik, das zum Zweck der Nationalstaaten notwendig dazugehört.
Die UNO ist bekanntlich dafür da, für Frieden zu sorgen - und dafür auch mal einen Krieg mit ihrem Mandat auszurüsten. Grundlage der Diskussion in dieser Runde ist das Völkerrecht. Auf das aber auch locker verzichtet werden kann, wenn die NATO auf Jugoslawien Bomben wirft, und das mit dem Menschenrecht begründet. Völkerrecht und Menschenrecht: Was sind das für Rechte, auf die sich Staaten mit ihren Aktionen beziehen, und wer garantiert diese Rechte?
Die WTO und der IWF sind ebenfalls Institutionen, in denen sich die Staaten rumtreiben. Verhandelt werden dort wirtschaftliche Fragen der Völkerfamilie. Irgendwie ist allen klar, daß die Wirtschaft mit den Kriegen was zu tun hat. Aber was?
Der Friedensbewegung gelten das Völkerrecht und die UNO als Berufungsinstanzen gegen Kriege. Schwächere USA und ein starkes Europa seien Grundpfeiler für ein friedliches Miteinander. Politischer bzw. wirtschaftlicher Druck wird dem Krieg als Mittel für eine gerechte Welt entgegengestellt. Diskutieren wollen wir, inwiefern diese Gründe gegen den Krieg nicht lauter Gründe für Kriege enthalten. Weiter interessiert uns, warum heute so viele Menschen aufgebracht sind, während vor vier Jahren bei Deutschlands erstem Krieg gegen Jugoslawien kaum ein Schwein auf der Straße war. Welches Bedürfnis liegt dem Schulterschluss der deutschen Friedensbewegung mit der Regierung zu Grunde?
Jagd auf Roter Oktober
Realsozialismus-Seminar vom 31. Januar 2003 bis 02. Februar 2003
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Sieht mensch einmal von den kümmerlichen Überresten in China, Kuba
und Nordkorea ab, so fällt unmittelbar auf: der real existierende
Sozialismus gehört der Vergangenheit an. Und da landläufig
vergangene Formen gesellschaftlichen Lebens gleichzeitig ein Beleg
ihres notwendigen Endes sind, ist es ein leichtes, den
Kapitalismus gegen alle linken Kritik mit einem kurzen Hinweis auf
die Geschichte zu immunisieren. Die Unterstellung, aller
Kommunismus müsse immer in Überwachungsstaat, Massenvernichtung
und materiellem Elend enden, liegt da auch nicht mehr fern.
Damit wird die Geschichte wird zum politischen Totschlagargument
für alle, die es nicht besser wissen (wollen). Wer sich mit diesen
Binsenweisheiten nicht zufrieden geben will oder seine eigene
politische Position ständig durch diese scheinbar unwiderlegbaren
Resultate des Geschichtsverlaufs angefochten sieht, sollte sich
ein paar Gedanken mehr zu den historischen Formen des Kommunismus,
ihren Inhalten und Bedingungen machen. Daß die Gründe ihres
Scheiterns bzw. der Verlauf ihrer Entwicklung nicht nur in
sogenannten Menschennatur zu finden sind, kann mensch auch ohne
Kommunist zu sein, zumindest vermuten.
Was waren also die Ereignisse der Oktoberrevolution in Rußland?
Warum gelang es Lenin und Konsorten in Rußland das gesamte Land
tatsächlich umzukrempeln? War dabei der Tod von Millionen bereits
in ihrem Programm angelegt oder schon durch das Wesen des
Kommunismus vorherbestimmt? Wie sah denn diese besondere
Planwirtschaft aus, die nicht nur, aber ganz schön viel Mangel
produzierte? Und in welchem Verhältnis stehen Theorie und Praxis
des (ehemals) real existierenden Sozialismus zu einer heutigen
Kapitalismuskritik? Also, wenn Du Lust hast mit zu diskutieren:
anmelden und vorbeischauen!
Antisemitismus - der Sinn des Wahnsinns
Seminar vom 13. bis 15. Dezember 2002
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Im Juni zog die „Titanic“ im gelb-blauen Gewande aus, um mit
Plakaten, wie "Gib endlich Friedman! Judenfrei und Spass dabei -
FDP" der Thüringer FDP unter die Arme zu greifen. Die Aktion wurde
ein voller Erfolg. Es gab breite öffentliche Zustimmung; größerer
Protest regte sich nicht. Der Kreisvorsitzende der FDP Eisenach
ließ sich vor den Plakaten ablichten und bekannte: „Viele sind
hier doch zurückhaltend, weil man Angst hat, die Dinge beim Namen
zu nennen. Wissen Sie, das ist ein ziemlich heikles Thema, und man
braucht Mut, um das auszusprechen!“ Auf die Frage „Soll man
Friedman in sein Heimatland zurückschicken?“ war die einzige
Gegenrede , er beherrsche ja nun schon mal die deutsche Sprache
und dürfe deshalb ruhig bleiben.
Wir wollen auf dem Seminar versuchen, uns diese ganz alltägliche
antisemitische Denke zu erklären. Wie kommt der Schluß von der
Tätigkeit Michel Friedmans als Vizepräsident des Zentralrats der
Juden auf dessen vermeintliche ausländische Herkunft zustande?
Weshalb wird Deutschen mit jüdischen Glauben immer wieder
nahegelegt, über die Politik Israels Rechenschaft abzulegen? Warum
fühlen sich viele von einer jüdischen Übermacht bedroht? Warum
können die Deutschen kurz gesagt den Juden Auschwitz nicht
verzeihen? Die Titanic-Aktion war eine Reaktion auf den Ausspruch
Möllemanns, Friedman fördere „mit seiner intoleranten und
gehässigen Art“ den Antisemitismus genauso wie der israelische
Ministerpräsident Ariel Sharon. So erklärt sich der Antisemit den
Antisemitismus: Er resultiere aus dem Verhalten der Juden. Auch
der Alltagsverstand geht davon aus, daß irgendwas schon dran sein
müsse an dem antisemitischen Stereotyp, sonst wären die Juden ja
nicht über all’ die Jahrhunderte verfolgt worden.
In Wirklichkeit haben sich die Gründe und Kriterien, wie und warum
immer wieder Menschen zu „Juden“ gemacht werden, ziemlich
verändert. Die Erklärung des Antisemitismus ist nicht in „den
Juden“ zu finden, sondern in dem, was die Antisemiten umtreibt.
Ein erster Teil des Seminars beschreibt den Wechsel vom Judenhaß
zum Antisemitismus, und die ersten Konjunkturen des Antisemitismus
im deutschen Kaiserreich und in der Weimarer Republik. In einem
zweiten Teil werden wir den Aufstieg des Nationalsozialismus, die
Shoah und die Folgen für den Antisemitismus diskutieren
Ausschwitz-Leugnung, Antizionismus und sekundärer Antisemitismus.
Das soll natürlich alles nicht einfach so dahererzählt werden. Wir
haben vor, theoretisch zu durchdringen, was die treibenden Motive
und Strukturen in der Geschichte des Antisemitismus sind. In einem
dritten Teil werden wir dementsprechend versuchen zu klären, ob in
den Juden die „Zirkulationsspäre“ getroffen werden soll
(Horkheimer/Adorno), es sich um einen Aufstand gegen das Abstrakte
handelt (Postone) oder um eine Folge der spezifisch deutschen
Kultur (Goldhagen u.a.). Wir meinen, daß alle diese Theorien nicht
ganz treffen und wollen versuchen, in der Diskussion mit euch
herauszubekommen, was Antisemitismus wirklich ist.
Schule bleibt gemein!
Seminar zu Schule und Bildungspolitik vom 13. bis 15. Dezember 2002 in Thüringen
Menschen ab einem bestimmten Alter müssen in Deutschland neun, zehn oder gar zwölf Jahre ihres Lebens in der Bildungseinrichtung Schule verbringen. Der Staat sieht das als selbstverständlich an und droht Eltern, die nicht ausreichend dafür sorgen, dass ihre Zöglinge zum Unterricht erscheinen hohe Geldstrafen an. Ein Wahl hat man als Kind also nicht. Das war nicht immer so, eingeführt wurde die Schulpflicht erst relativ spät. Wie wurde die Einführung damals begründet? Gab es einen Zusammenhang mit gesellschaftlichen Umbrüchen? Wie wird die Notwendigkeit von Schule heute begründet?
Nicht für die Schule...
Eins ist gewiss: Der erreichte Schulabschluss bestimmt im wesentlichen darüber, ob man später schlauer Uniprofessor, Bauarbeiter oder nur Hilfsarbeiter wird. Entscheident sind jede Menge Noten, die es sich in der Schullaufbahn zu holen gilt. Sind die denn wirklich so objektiv, wie behauptet? Was messen die eigentlich ganz genau? Und warum gibt es dann Vorgaben, wieviel Schüler z.B. auf das Gymnasium wechseln sollen?
Der schiefe Turm von PISA
Seit Veröffentlichung der PISA- Studie ist das deutsche Schulsystem in aller Munde und wird quer durch die Republik diskutiert. Wir wollen uns gemeinsam anschauen, was diese Studie überhaupt gemessen hat und wer daraus welche Konsequenzen zieht. Auch der Amoklauf von Erfurt rief allerlei Leute auf den Plan, die allerhand zum Schulsystem zu sagen w ussten. Ist der Amoklauf wirklich so unerklärlich, wie er dargestellt wird? Und was für Konsequenzen werden aus Erfurt gezogen?
Letztlich wollen wir auch ein paar Schulfächer unter die Lupe nehmen und schauen, was das so alles an Behauptungen aufgestellt wird. Nationalismus, so lesen wir im Biobuch, ist nur eine Spielart des Revierverhaltens - Stolz auf Deutschland also genetisch bedingt?
Marx ist tot - Na und?
Seminar vom 15. bis 17. November 2002
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Schule, Arbeit, Rente, Tod, und das war's? Alle Menschen sind
rechtlich gleich und doch ist nicht jeder seines Glückes Schmied -
oder warum haben viele Menschen noch nicht einmal was zum
schmieden? Was ist das für eine Gesellschaft, in der es einmal
massenhaft Arbeitslosigkeit und Armut gibt und auf der anderen
Seite unvorstellbaren gesellschaftlichen Reichtum? Auf diesem
Seminar werden wir versuchen, an Marx' "Kapital" zu zeigen, daß
hinter all dem ein Prinzip steckt. Marx erklärt im "Kapital" die
kapitalistische Produktionsweise und trifft damit nach wie vor die
herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse. Arbeitslosigkeit,
Armut und der ganze Scheiß sind eben keine Randerscheinungen, die
mit gezielten Reformen beseitigt werden können, indem die
Unternehmer ihren Angestellten mehr zahlen, die PDS die
Bundeskanzlerin stellt, oder sich alle bei Attac organisieren, um
ihre nationale Volkswirtschaft zu beschützen. Will mensch
Arbeitslosigkeit und Armut aus der Welt schaffen, erfordert das
eine radikale Umwälzung der bestehenden gesellschaftlichen
Verhältnisse.
Was steht im "Kapital" von Marx? Was sind Ware, Geld und
gesellschaftlicher Reichtum? Warum ist Marx` Theorie nicht
veraltet? Er hat auch nicht die Globalisierung vorausgesagt, wie
einige behaupten. Er ist auch nicht schuld an Mauer, Stacheldraht
und Gulag. Und das freie Marktwirtschaft und Nationalstaaten für
die Menschen da sind, halten wir für komplett falsch, wenn
Milliarden Menschen tagtäglich ihre Arbeitskraft verkaufen müssen,
um ihre Bedürfnisse befriedigen zu können, beim Sozi ihre magere
Stütze abholen, oder als Überflüssige verhungern müssen, weil
niemand ihre Arbeitskraft haben will, und sie sich ohne Geld
nichts kaufen können. Darüber wollen wir mit Euch
diskutieren. Vorkenntnisse schaden zwar nicht, werden aber nicht
erwartet.
Regiertwerden 2002
Oder: Warum ist Schroiber Kanzler?
Seminar vom 8. bis 10. November 2002
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Schröder oder Stoiber? - Blöde Frage!
Vor den Bundestagswahlen drehte sich alles um die Frage, wer "es
packt", im doppelten Sinne. Zum Beispiel Arbeitslosigkeit: Wer von
den beiden bekämpft sie besser? Und wer soll sie ab dem 22.9. im
Interesse des Volkes bekämpfen? - Wir wissen jetzt schon: Egal,
wer am 22.9. gewonnen hat, es wird weiter ein Heer von
Arbeitslosen geben. Und das ist weder damit zu erklären, daß
einige "global players" die Politiker entmachtet haben, noch
damit, daß die Politiker ihre Macht für persönliche Interessen
mißbrauchen (Flugaffären etc.). Auf dem Seminar soll eine
abweichende These begründet und diskutiert werden: Nicht die
Reduzierung, sondern die Instandhaltung der Arbeitslosen
(inklusive ihrer weiteren Verarmung) gehört zum Programm moderner
kapitalistischer Staaten. Und genau das geht am Besten
demokratisch, nämlich mit aktiver Zustimmung der Bevölkerung.
"Wahlen ändern nichts - sonst wären sie verboten"?
Ja, Wahlen ändern etwas - allerdings selten im Sinne der
Wählenden. Nach der Wahl wird die Staatsgewalt nur noch von den
Gewählten ausgeübt - und dagegen sind dann nur solche Einwände
erlaubt, die als konstruktive Vorschläge, als wählbare zukünftige
Regierungsprogramme daherkommen. Was zur Regierungsgewalt
demokratischer Staaten immer schon dazu gehört, egal, ob gerade
rot oder schwarz regiert, soll auf dem Seminar diskutiert werden.
Wenn jeder eine Meinung hat, aber keiner was zu sagen:
Staatsbürger in Aktion
Im Gemeinschaftskundeunterricht wird verkündet, daß Menschen von
Natur aus regiert werden wollen und müssen. Das kennt jeder schon
von der Wahl zum Klassensprecher: Der erprobt letztlich seine
Machtlosigkeit gegenüber den Gesetzen und kann gleichzeitig
verantwortliche Führungskraft spielen. Als ordentlicher Bürger
soll man sich dafür engagieren, daß alle Interessen zur Sprache
kommen, und zwar bitteschön auch die der Ausländer, Kinder,
Moslems, Arbeitslosen, Behinderten, Schwulen. Wir planen, auf dem
Seminar genauer unter die Lupe zu nehmen, für wen was erreicht
ist, wenn - zum Beispiel - Schwule zwar verlangen dürfen, eigene
Kinder zu erziehen, aber als Staatsbürger akzeptieren sollen, daß
man ihnen dies im Staatsinteresse verbietet.
Berlin, 7.12.02 - Konferenz: Liegeplätze statt Standorte
Am 7. Dezember 2002 veranstalten wir - das sind jimmy boyle berlin und junge linke - eine "Verschärfte Konferenz um den Reichtum der Welt" in Berlin, .
Allerdings NICHT am ursprünglich angekündigten Veranstaltungsort (HU) und auch NICHT wie später angekündigt an der FU sondern im RAW-Tempel, Revaler Str. 99, Ecke Warschauer Str. (Friedrichshain)
Bitte beachtet die Konferenzseite oder informiert Euch,
# bei jimmyboyle@junge-linke.de,
# telefonisch unter 0511/8386226,
Der Inhalt der Aufrufzeitung ist ebenfalls auf der Konferenzseite zu lesen.
Die Aufrufzeitung kann über das Kontaktformular bestellt werden.
Hannover, 4.5.01 - Seminar: Wie rassistisch darf Deutschland sein?
Heidelberg, 25.1.01 - Vortrag: Kriege, Krisen und Kredite - IWF, WTO und Weltbank
Der Einladungsflyer als pdf [339kb]
Vortrag 25. Januar 2001, 19.00 Uhr, Neue Universität Heidelberg, Hörsaal 4a
DIE NÄCHSTE KRISE IST IMMER DIE SCHÖNSTE!
Seit 1944 kümmern sich die Weltbank und der Internationale Währungsfonds gemeinsam um die Weltwirtschaft.
Ihr Ziel: Welthandel, Welthandel, Welthandel. Der geht munter vorwärts, begleitet von Kriegen, Krisen und Hungersnöten. Daran ändern weder die großzügigen Kredite des IWF mit ihren marktwirtschaftlichen Auflagen etwas, noch die Großprojekte der Weltbank zur Verbesserung der Infrastruktur.
Oder sollen sie das gar nicht ändern?
Oder können sie das auch gar nicht?
Lauter gute Gründe sich einmal ein paar weitere Fragen zu stellen:
· Was ist eigentlich Welthandel?
· Was vergleicht der Währungsvergleich?
· Wofür gibt es den IWF - und wer hat etwas davon?
Und versprochen: Weder über den neuen Lieblingsfeind der Linken: "Neoliberalismus", noch über böse dicke Männer in schwarzen Anzügen mit dicken Zigarren und/oder krummen Nasen wird an diesem Abend etwas zu hören sein - aber einiges zur Kritik dieser blöden bis gefährlichen Sichtweisen auf die Weltfinanz- und Handelsorganisationen. Das mag nützlich sein, wenn mal wieder eine Stadt in Seattle verwandelt werden soll.
Junge Linke Baden-Württemberg
Bremen, 6.12.00 - Vortrag: Israel und Palästina
Israel und Palästina
- Konflikt der Nationalismen
- Was ist los im Nahen Osten?
- Nationalisten unter sich: Was für Interessen sind am Werk?
- Rechte Leute von links: Antiimperialismus, Antizionismus, Antisemitismus
Vortrag und Diskussion mit Jungle World-Autor André Anchuelo
6. Dezember 2000, 19.30 Uhr, im 'Paradox', Bernhardstr. 12, Bremen
Veranstaltet von Jungle World und Junge Linke Bremen
Stuttgart, 19-21.06.98 - Seminar: Einführung in die Kritische Theorie
"Die kritische Theorie ist als ganze ein einziges entfaltetes Existenzialurteil. Es besagt, grob formuliert, daß die Grundform der historisch gegebenen Warenwirtschaft, auf der die neuere Geschichte beruht, die inneren und äußeren Gegensätze der Epoche in sich schließt, in verschärfter Form stets auf neue zeitigt und nach einer Periode des Aufstiegs, der Entfaltung menschlicher Kräfte, der Emanzipation des Individuums, nach einer ungeheuerlichen Ausbreitung der menschlichen Macht über die Natur schließlich die weitere Entwicklung hemmt und die Menschheit einer neuen Barbarei zutreibt." (Horkheimer)
"Die Feindschaft gegen das Theoretische überhaupt, die heute im öffentlichen Leben grassiert, richtet sich in Wahrheit gegen die verändernde Aktivität, die mit dem kritischen Denken verbunden ist." (Horkheimer)
Die soll ein Seminar zu Kritischer Theorie werden. Damit kann viel gemeint sein. Es gehört zum guten Ton vor so manch ehrwürdigen Namen zu erzittern. Alle Male wieder, wenn jemand dort, wo zwei oder drei Linke versammelt sind, sicher seiner "Großen" versichert, bleibt dem Rest des Raumes oft nur das Staunen. "Schon Marx hat gesagt...." oder "Wie bei Adorno steht..." hilft meist zuverlässig, um sich Respekt zu verschaffen. Daß solches Wissen nicht Monopol von irgendjemand ist, darum soll es in diesem Seminar gehen. Alle Theorie, sofern sie überhaupt eine ist, muß beanspruchen, prinzipiell für jede und jeden verständlich zu sein. Mensch muß nur anfangen, sich mit ihr zu beschäftigen, was zugegebenermaßen manchmal ein recht hartes Geschäft ist. Das gilt in ganz besonderem Maße für die Kritische Theorie. Ihre Lektüre ist unter anderem deswegen so schwierig, weil sie die Menschen nicht für dumm verkaufen wollte und weil sie keinerlei Wissen über die Welt der Welt vorenthalten wollte. Einen Einstieg auch in diese schwierige Materie zu ermöglichen, gibt sich dieses Seminar alle Mühe.
Die beiden einleitenden Zitate stammen aus Horkheimers Programmentwurf "Traditionelle und kritische Theorie". Horkheimer gehört neben Marcuse, Adorno und Löwenthal zum inneren Kreis der Kritischen Theorie classic, um die es in diesem Seminar gehen soll. Geschrieben wurde der Text 1937, kurz nachdem der größte Teil der Kritischen Theorie vor den Nationalsozialisten nach Amerika geflüchtet war. Die beiden Zitate begründen, warum es nicht nur schön und gut ist, sich mit Kritischer Theorie zu beschäftigen, sondern in gewissem Sinne sogar notwendig, will mensch die herrschende Tendenz zur Barbarei aufhalten. Die sahen die Kritischen Theoretiker vor allem in Auschwitz verwirklicht, weswegen das Seminar sich auch noch mit Antisemitismustheorie auseinandersetzen will. Weil die Welt so schlecht ist, wie sie ist und in jedem ihrer Momente ihrer radikalen Veränderung bedürfte, haftet der Theorie stets der Schandfleck mangelnder praktischer Veränderung an. Doch ohne Theorie führt alle Praxis ins Ungewisse. Auch darum will sich das Seminar kümmern. Einen letzten Schwerpunkt wird der bestimmende Grund der heutigen Gesellschaft bilden: die Arbeit. Muss der Mensch wirklich den Rest seiner Tage im Schweiße seines Angesichts verbringen?
Seminartexte (im Reader):
Max Horkheimer: "Traditionelle und kritische Theorie"
Christoph Türcke: "Gottesgeschenk Arbeit"
Moishe Postone: "Antisemitismus und Nationalsozialismus" und
einiges von Adorno u.a. "Resignation" und "Asyl für Obdachlose"
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