Sozialstaat
"Zionismus gleich Rassimus" – Antizionismus ist also gleich Antirassismus?
Tagesseminar zum Sozialstaat
Staatsverschuldung und Fall Griechenland
Antisemitismus in der bürgerlichen Gesellschaft
Klima- und Energiepolitik
Wenn rechts gleich links ist: Extremismus
Konsumkritik in Bremen
Konsumkritik
We don't want a piece of cake – we want the whole fucking bakery!
Antinationales Sommercamp hoch 3
Statt schon wieder dieses fürchterliche 'Sommermärchen": Ferien von Deutschland machen
vom 28. Juli- 4. August 2010 in Niedersachsen
Wir wollten schonmal den Termin bekanntgeben, damit Leute weise&vorausschauend planen können. Anmeldung ist dann ab April möglich.
Und das ist kein Werbetrick: Die letzten zwei Jahre war das Camp sehr schnell voll, deswegen s.o. weise&vorausschauend (die Leute, die letztes Jahr nur noch einen Platz auf der Nachrücker*innenliste bekamen, haben Vorbuch'recht' und kriegen Mitte März ne Mail mit der Info. Falls Du keine Mail bekamst, aber auf erwähnter Liste standst: Bitte melden!). Gruß, jl
Und das wird es geben:
Eine Woche lang Sonne und Politkram, Sommer und Diskussion, Freibad und Argumente. Täglich werden zweimal zu vernünftigen Zeiten drei bis vier parallele Workshops angeboten, die wie im echten Leben in Konkurrenz stehen zu Schwimmen, Schlafen, Spaziergängen, Abhängen, Kickern, SichausdereigenenPhantasieergebendeTätigkeiten. Statt der immer sehr umstrittenen Lagerfeuerromantik, die deswegen auch nie aufkam, wollen wir stattdessen zudem auf den GroßenKaraokeAbend hinweisen.
Es wird Workshops u.a. zu folgenden Themen geben (wird laufend aktualisiert, dh kommen noch 20 weitere Themen hinzu): Drogenpolitik, Biologismus, Anti-Amerikanismus, Freud, Extremismusdebatte, Staatliche Anti-Raucher*innenpolitik, Krankheit&Behinderung als Super-GAU des bürgerlichen Individuums, Konsumkritik, imperialistischer Humanismus, Staatsverschuldung, Sozialstaat, Arbeitsmarktpolitik, politischer Veganismus, Schulkritik, staatliches Strafen, Bioethik und Patientenverfügungen, Einführung in das 'Kapital' von Marx, Imperialismus, Lobbyismus u.v.m.
Hier die Ankündigungen eines Teils der Workshops (wird auch laufend aktualisiert)
Nichtraucher – ein Beispiel für Gesundheit als Stahlbad
Wer dem Staat bei seiner Argumentation gegen die Schlechtigkeit des Tabakrauchs folgt und dessen Beschränkung Sympathie zollt, der hat schon mindestens zwei Fehler gemacht.
„Du musst nicht mehr in die Schule gehen“ – Kritik der Schule im Kapitalismus
Früh morgens aufstehen – Angebrüllt werden oder verständnisvolle Lehrerinnen ertragen – Klausuren und Noten – Sich auf Kommando sportlich betätigen – „Pubertär” oder „engagiert“ genannt werden – Ex-linke LehrerInnen – Bleierne Langeweile – Mitschüler_innen als Konkurrenten – Auf Konstruktivität verpflichtet werden – Staatsbürgerkunde. Darüber wollen wir mit euch diskutieren, nur für Leute bis 20.
I like my blue jeans, why don't you? – Feindbild No. 1: USA
Allgegenwärtig waren im Zuge des Irak-Kriegs ständige Hasstiraden gegen die USA: Blut für Öl, Raubtierkapitalismus und nicht mal das Kyoto-Protokoll unterschreiben. Obendrein verseuche Hollywood die Köpfe und McDonalds die Mägen. Wir wollen in dem Workshop fragen, was an den USA eigentlich so kritisiert wird und warum.
Hüdelditüdeldie-tweng! Tirelit - Ist die neue Musik politisch?
Freunde und Feinde der neuen Musik halten sie für verstörend. Aber ist das schon politisch oder doch nur Gesinnungsmusik?
Biologismus I – vom Fehlen der Gesellschaft in der Anlage – Umwelt – Debatte
Bei der immer wieder auftretenden Streitfrage, ob der Mensch nun durch die Gene oder die Erziehung bestimmt sei, entgeht den meisten die Pointe, dass beide Vorstellungen die Handlungsfreiheit des Menschen negieren.
Biologismus II – oder warum die Kritik am Biologismus doch nicht so einfach ist
Auch Menschen die plumpen Biologismen (Männer – Frauen) kritisch gegenüber stehen, gehen den scheinbar ganz biologisch begründeten Biologismen häufig dennoch auf den Leim.
Biologismus III – vom natürlichen Scheinen der kapitalistischen Produktionsweise
Warum die Vorstellung von der Natürlichkeit der kapitalistischen Gesellschaft „natürlich“ eine gesellschaftliche ist. Oder: warum diese sich selbst als eine durch Naturgesetze bestimmte darstellt.
Humanistische Hilfe als imperialistischer Eingriffstitel
Bei der erst besten Naturkatastrophe fällt nicht nur der UN ihre neue Einmischungspolitik ein, sondern auch andere interessierte „Helfer“ tanzen den Imperialismus.
Hauptsache gesund! Krankheit, Behinderung als Super-GAU des bürgerlichen Individuums
Das Wichtigste im Leben ist doch die Gesundheit. Klar, Kranksein ist doof, und dass Krücken als unsexy gelten, das weiß jeder, der schon mal einen Sportunfall hatte. Krank oder behindert sein will niemand. Nicht umsonst gibt es die Dauer-Debatte um die Sterbehilfe, denn trotz Lebensschutz-Primats ist Konsens: „An Schläuchen hängen - niemals“. Die damit verbundene Abhängigkeit ist DAS Katastrophenszenario des sich als frei gerierenden bürgerlichen Individuums. Kein Wunder, dass die Repräsentanten dieser Katastrophe Unbehagen erzeugen. Abscheu, Mitleid, Bewunderung – sind vielfältig und oft extrem. Was sind die Stereotypen rund um abweichende Körperlichkeit? Was bedeutet der (intakte) Körper im Kapitalismus? Und was bringen die Behindertenbewegung, Rampen und Integrationsjobs?
Sozialstaat
Tagesseminar am 10. Juli 2010 in Berlin
"Zionismus gleich Rassimus" – Antizionismus ist also gleich Antirassismus?
Tagesseminar am 26. Juni 2010 in Hannover
Gegen Juden richte sich ihre Kritik an Israel nicht, betonen Antizionisten. Es sei einfach ein Staat, der militant und mächtig gegen seine Gegner vorgehe, rassistisch mit allen nicht-Juden verfahre und obendrein noch beste Beziehungen zum Imperialisten USA unterhalte. Und so richtig passe das kolonialistische und künstliche Gebilde auch nicht in die arabische Umgebung im Vorderorient.
Mit dieser Ansicht fühlen sich Antizionisten ganz schön im Recht. Diese Kritiken an Israel offenbaren eine beachtliche Ignoranz gegenüber den Fakten: Israel kommt in der Tat nicht ohne Rassismus aus, aber das unterscheidet diesen Staat nicht von seinen westlichen Partnern. Die Kriege, die es führt, waren auch nur „durchschnittlich martialisch“ und es bemüht sich ebenso wie seine arabischen Nachbarn um eine ordentliche Stellung in der Staatenkonkurrenz. Wenn es eine Besonderheit gibt, dann die, dass seine jüdischen Bewohner wie überall auf der Welt einer besonderen rassistischen Verfolgung ausgesetzt sind: der des
Antisemitismus. Wie dieser Antisemitismus wiederum bei Antizionisten auftaucht und warum für Linke überhaupt ein ganz bestimmtes Land am Mittelmeer so hoch auf der Agenda steht, dazu mehr auf diesem Seminar.
Tagesseminar zum Sozialstaat
Tagesseminar am 19. Juni 2010 in Bremen
Staatsverschuldung und Fall Griechenland
Wochenendseminar am 12./13. Juni 2010 in Berlin
Antisemitismus in der bürgerlichen Gesellschaft
Tagesseminar am 5. Juni 2010 in Berlin
Klima- und Energiepolitik
Abendveranstaltung am 3. Juni 2010 in Berlin
Wenn rechts gleich links ist: Extremismus
Abendveranstaltung in Hannover am 28. Mai 2010
Konsumkritik in Bremen
Abendveranstaltung in Bremen am 11. Mai 2010
Konsumkritik
Abendveranstaltung in Hannover am 23. April 2010, 18 Uhr, Goebenstr. 3a bei & mit janun
We don't want a piece of cake – we want the whole fucking bakery!
Tagesseminar zur Einführung in die Kapitalismuskritik am 13. und 14. März 2010 (Sa 11.30-19 Uhr, So 11-18 Uhr) in Salzburg
Anmeldung unter: gesellschaft@oeh-salzburg.at
Hinweis: Wir empfehlen das Seminar als einen Block, ihr könnt aber auch nur an einem der beiden Tage kommen.
1. Tag: Zum Kapitalismus
„Jeder ist seines Glückes Schmied“, „Armut wird es immer geben“ oder „Die fetten Jahre sind vorbei“. Solchen und ähnlichen Mist muss man sich anhören, wenn Leute das Hier und Jetzt rechtfertigen. Doch: Wie man sich auch anstrengt, wenn's der Chefin oder dem Lehrer nicht gefällt, gibt's eine Sechs oder man fliegt gleich ganz raus; Armut gibt es auf jeden Fall, solange es Kapitalismus gibt; wann die
fetten Jahre für die Arbeiter_innen mal da gewesen sein sollen, konnte uns noch niemand schlüssig darlegen.
Wir meinen, es hängt nicht einfach am Einzelnen, ob er gut durchkommt oder nicht. Da sind wir nicht die Einzigen: Wenn sich aber sonst noch wer stört, dann nur an den besonders harten Auswirkungen dieser Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung: Sei es die eigene Not oder die Bestürztheit über elende Verhältnisse in Afrika. Man erfährt jedoch in Schule, Uni und den Medien jede Menge „gute Gründe“, warum es anders nicht gehen kann und dass wir in der Besten aller möglichen Welten leben. Wir meinen zeigen zu können, dass diese „guten Gründe“ Quatsch sind.
Ohne die Berücksichtigung der kapitalistischen Bedingungen, mit denen diese Gesellschaft funktioniert, wird eine Kritik nur an Arbeitslosigkeit, Rassismus oder Gefängnissen mit einiger Sicherheit daneben liegen. Wir wollen auf diesem Seminar einen systematischen Einstieg in die Erklärung der kapitalistischen Wirtschaftsweise selbst bieten und erklären, worin das Elend dieser Welt seinen Grund hat. Es ist nämlich so, dass die Bedürfnisse und die Produktion so wenig miteinander zu tun haben: Ziel ist in dieser Gesellschaft eben nicht, dass es Leuten gut oder besser geht, sondern dass aus Geld mehr Geld wird. Die Nützlichkeit der Ware ist nur ihr Nebenjob. Jeder Liter Sojamilch, jeder Herzschrittmacher, jede CD, die ich kaufen kann, wenn ich das Geld dafür hab, wird nur produziert, weil damit Geld gemacht wird.
2. Tag: Zur politischen Ordnung
Eine linke Kritik an der bestehenden politischen Ordnung zielt meist darauf ab, dass der Staat einige bedenkliche Einrichtungen zu bieten hat: von Abschiebungen über Knast bis zu Grenzen und Abhöraktionen bietet so einiges Anlass mindestens zur Sorge. Alternativen werden gewälzt und man macht sich einen Kopf, wie man mit Flüchtlingen besser umgehen könnte.
Dass diese aber keine zufälligen Einzelphänomene sind, sondern diese sich der Logik eines jeden demokratischen Staates verdanken, fällt schon weniger Leuten auf. Noch seltener kommt der Gedanke auf, dass nicht nur die abgelehnten Asylbewerber ein Problem haben, weil sie nicht hinein gelassen werden – sondern auch jene, die schon drin sind: die Bürger. Denn sie sind erstmal ganz grundsätzlich dieser demokratischen Herrschaft ausgesetzt und – in der Regel ohne gefragt zu werden – zum Teil einer Nation erklärt worden. Das heißt,
sie müssen sich an alle verpflichtenden Spielregeln halten. So kann ich, nur in ein leerstehendes Haus nicht einfach deswegen einziehen, weil ich eine Wohnung brauche. Sondern ich muss mich mit dem Eigentümer einigen und Miete zahlen. Erstmal ganz sinnvoll, könnte man denken – dabei schließt Eigentum die allermeisten Leute von dem Allermeisten erstmal aus. Diese Eigentumsverhältnisse kann kein Kapital alleine schaffen und aufrecht erhalten – dafür braucht es einen Staat.
Dabei mag noch unangenehm aufstoßen, dass damit so etwas wie Herrschaft verbunden ist. Aber wenigstens gibt es die Demokratie: dort kann sich jeder, dem etwas nicht gefällt, engagieren und für Mehrheiten kämpfen, um seine gesellschaftlichen Ideen zu verwirklichen. Nur: was lässt sich da eigentlich bestimmen und wie? Personen werden gewählt, die für Inhalte antreten, auf die sie nicht verpflichtet sind. Alle dürfen erstmal alles denken und vorschlagen, aber bei der Verwirklichung müssen sie sich auf das Allgemeinwohl festlegen, Haushaltspläne einhalten und immer schon wie eine Politikerin denken.
Wir wollen mir euch diskutieren, was der Staat für Aufgaben wahrnimmt, warum – und was das Prinzip Demokratie ist.
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